Grünes Labyrinth: der Marais Audomarois

Im Marais Audamarois. Foto: Pressebild Office de Tourisme de la Région deSaint-Omer/Carl.jpg
Im Marais Audamarois. Foto: Pressebild Carl/Office de Tourisme de la Région deSaint-Omer

Kopfweiden säumen verschlungene Kanäle: Die 3.700 ha großen Audomarois-Sümpfe bei Saint-Omer sind der Spreewald von Nordfrankreich. 2013 hat die UNESCO  auf 22.530 ha die eigentümliche Landschaft als Biosphärenreservat anerkannt.

Torfmoore und Wiesen wechseln sich ab mit Gräben, Flüssen und Seen, die breite Schilfgürtel einrahmen.  Die blühende Binse (Butomus umbellatus),  der Große Speerfuß (Ranunculus lingua) und der Sumpffarn (Thelypteris palustris), sowie die Unterwasser- und Schwimmvegetation gedeihen hier ebenso wie einige vom Aussterben gefährdete  Arten. Wasserschierling (Cicuta virosa) und falsche Aloe (Stratiotes aloides): Hier könnt ihr sie noch sehen!

Die Vielfalt der Flora lockt die Vögel an. Besonders Zugvögel rasten hier gerne. Seggenrohr-, Schilfrohr- und Teichrohrsänger sowie Blaukehlchen finden hier Nahrung und Ruhe.

Stakend durchs Grün

Das grüne Labyrinth könnt ihr am besten per Boot entdecken. Geführte Touren und Leihboote gibt es Saint-Martin-au-Laërt, Nieurlet, Salperwick und Clairmarais, wo die Gemüsebauern ihre frische Ware vom Boot aus am Kai verkaufen.

Wie seit Jahrhunderten im Moorland Blumenkohl, Artischocken, Chicorée, Kresse, Sellerie und Kartoffeln angebaut werden, und welche 300 Pflanzen- und 210 Vogelarten hier ihre Heimat haben, verrät bei Saint-Omer die Maison du Marais mit Ausstellungen, Workshops und Führungen.

Das Herz des Marais schützt seit 2008 das Nationalreservat Frankreichs: die Étangs du Romelaëre, die das Infozentrum Grange Nature von Clairmarais kostenlos vorstellt. Und danach einlädt, auf dem 5.5 km langen Rundweg „La Cuvette“ tiefer in die amphibische Landschaft einzutauchen.

Mein Extratipp: La Coupole

Fünf Kilometer außerhalb von Saint-Omer erhebt sich eine riesige Betonkuppel aus dem Grün: La Coupole, 1943/44 von der Wehrmacht als Abschussrampe für V2-Raketen auf London erbaut. Heute erinnert La Coupole als Zentrum für Geschichte und Erinnerung und Mahnmal der Deportierten mit zwei Dauerausstellungen an die deutsche Besetzung Nordfrankreichs und den Vorläufer heutiger Raketen, die längst das All erobert haben – live zu erleben im „Planetarium“, dem 3D-Kino des Museums.

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen,
    Am 21. JUNI beginnt meine Reise „Rendezvous mit der nördlichsten Region Frankreichs“. Wir beginnen in Lille (mit Roubaix, Louvre Lena, Betune). Dann gehe es nach Bergues, Cap Gris Nez, Cap Blanc Nez, etc. Dann gehe es nach Boulogne, St Omer, Na Coupole, den Marais Audemer (mit Bootsfahrt, Besuch eines Gemüsebauers etc) sowie LE Touquet (nur kurzer Stopp) und Aliens. Dort auch Bootsfahrt. Zum Abschluss geht es nach Areas. 24 Leute.

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