Viadukt von Millau: die Wow-Brücke 1



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Wer auf der mautfreien A75 zwischen Clermond-Ferrand und Montpellier durch das Landesinnere fährt, begegnet unterwegs einer Brücke der Superlative: dem Viadukt von Millau. Die längste (2,4 km) und höchste Hängebrücke der Welt schwebt auf sieben Pylonen leicht und filigran im Wolkenmeer über dem Tarntal. Erbaut wurde die gewaltige Konstruktion aus 36.000 Tonnen Stahl und 85.000 Kubikmeter Beton.

MidiPyrenees_Aveyron_Millau_Viaduc_72dpi_2©Hilke Maunder

Wahrzeichen von Norman Foster

Ihr Architekt war Lord Norman Foster, Bauträger die von Gustave Eiffel gegründete Firma Eiffage, die die Baukosten von 400 Millionen Euro übernahm – und im Gegenzug für 75 Jahre die Mautkonzession erhielt. 9,40 Euro betrug im Sommer 2015 der Brückenzoll – außerhalb der Saison ist die Maut günstiger! Im Dezember 2004 wurde die neue Brücke eingeweiht. Seitdem ist sie ein Besuchermagnet und Wahrzeichen des Aveyron.

Das Viadukt von Millau erleben

Das eindrucksvolle Bauwerk könnt ihr auf vielen Wegen entdecken: bei einer Bootsfahrt zum Felsendorf Peyrre und zum höchsten Brückenpfeiler P2 mit Les Bateliers du Viaduc, bei technischen Führungen, die am Besucherzentrum Viaduc Espace Info beginnen, in der Brückenausstellung in der Halle Millau Viaduc (Place de la Capelle), beim Hubschrauberflug, im Cabrio-Bus oder bei einem ULM-Flug. Oder meldet euch an für den 23,7 Kilometer langen Brückenlauf La Course d’Eiffage du Viaduc Mitte Mai.

MidiPyrenees_Aveyron_Millau_Viaduc_72dpi_Wolken©Hilke Maunder

Die Handschuh-Hauptstadt: Millau

Tief im Tal liegt Millau, Frankreichs Hauptstadt für Handschuhe, wo im frühen 20. Jahrhundert rund 150 Gantiers etwa fünf Millionen Paar herstellten. Heute haben nur wenige glanzvolle Namen von einst überlebt: Olivier Fabre, Lieferant für Hermès und Dior, und das 1892 gegründete Maison Causse.

Letzteres versorgt Hermès, Chanel, Louis Vuitton, Givenchy, Longchamp und Christian Lacroix jährlich mit 25.000 Paar Handschuhen – handgenäht au Nubuk, Python, Krokodil, Pekari und dem Lammleder der heimischen Lacaune-Schafe. Auf die Modelle des Maison Causse schwört nicht nur Madonna, sondern auch Karl Lagerfeld. 2006 bestellt er gleich 200 Modelle seiner fingerkuppenfreien Handgeschirre namens „Mitaines“ – nur für den persönlichen Gebrauch.

Mein Bett in Millau

Und jetzt sucht ihr noch eine nette Bleibe? Am Ortsausgang von Millau Richtung Viadukt bietet das Château de Creissel zwölf nostalgische Zimmer im Schloss (17. Jh.), 18 moderne im Anbau sowie leckere regionale Speisen im Gewölbekeller (Route de St-Affrique, F – 12100 Creissels, Tel. 05 65 60 16 59, www.chateau-de-creissels.com).

© Fotos: Hilke Maunder


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