Stille Prozession in Stahl: Nicolas Fedorenko in Guérande 1


Guérande_Nicolas Fedorenko_Kunst_3_©Hilke Maunder

Helle Hügel flimmern in der Hitze, hellrosa bis graublau leuchten die Salinen. „Gwen rann“ – weißes Land nennen die Bretonen dieses Land. Seit mehr als 1.500 Jahren kratzen hier die Paludiers das weiße Gold des Mittelalters aus ihren Gärten: Salz. Hauptstadt und Handelsplatz war Guérande, eine kreisförmige Kleinstadt, zentral zwischen dem Naturschutzgebiet Grande Brière und den Badestränden von La Baule gelegen.  Die Hauptstadt der Halbinsel war einst die Lieblingsstadt der Herzöge der Bretagne. Heute lockt Guérande die Touristen – und zahlreiche Künstler.
Guérande_Altstadt

Im Innern der Ville Close

Bis heute umgibt eine wuchtige Stadtmauer aus dem 14. und 15. Jh. die verkehrsberuhigte Altstadt. Wo heute der Verkehr rund um die Ringmauer rollt, sorgten bis ins 18. Jh. Wassergräben für zusätzlichen Schutz. Vier Stadttore bieten Einlass. Das imposante Osttor Porte St-Michel, von zwei mächtigen Türmen flankiert, diente einst als Gouverneurspalast, Gefängnis und Herzogsbleibe. Heute residiert hier das Regionalmuseum Musée du Château de Guérande. Schmale Gassen und kleine Plätze prägen die malerische Ville Close, die „geschlossene“ Altstadt. Hauptgeschäftsstraße ist die Rue St-Michel; sehenswert sind auch die Rue du St-Esprit und Rue du Vieux Marché. Im Schnittpunkt der vier Torstraßen erhebt sich die Stiftskirche St-Aubin aus dem 12.-16. Jh.. Die Südseite schmückt eine Vorhalle im Flamboyant-Stil. Im Innern tragen die Säulen mit teils noch romanischen Kapitellen gotische Gewölbe. Die Buntglasfenster entstanden im 14.-18.Jh.

Heilige Prozession

Im Schatten der Stiftskirche liegt die Place du Vieux Marché. Bis ins 19. Jahrhundert wurden hier vor allem verstorbene Kinder und Priester beigesetzt. Genau hier stellte Nicolas Fedorenko seine  Stahlskulpturen auf. Als stille, stilisierte Prozession der Einwohner von Guérande erinnern sie seit 2005 an die Heiligkeit dieses Ortes. Auch, wenn sein russisch klingender Name es anders vermuten lässt, ist Fedorenko ein waschechter Bretone. 1949 in Guimiliau geboren, lebt und arbeitet er heute in Pont-Croix. Seit 1981, wo er im PS1 von New York seine erste Einzelschau hatte, ist das Werk des Künstlers, der als Professor an den Kunstschule von Brest, Angers und Grenoble, unterrichtet,
regelmäßig auf Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen.


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