Goût de France: So feierte Berlin!

Berlin, 21. März 2016, 18.30 Uhr: In der Französischen Botschaft am Pariser Platz sind die Fenster hell erleuchtet. Champagner – Jaquesson Extra Brut – perlt im Glas von Étienne Philippe. Mit einem charmanten Lächeln begrüßen S.E. Philippe Etienne und seine Gattin jeden der Gäste höchstpersönlich in der ersten Etage der Botschaft.

Mädchen und Jungen, zehn, zwölf Jahre alt, allesamt begeisterte Europa-Miniköche in weißer Kluft und Kochmütze auf dem Kopf. mit zehn, zwölf Jahre alt, servieren auf funkelnden Tabletts kleine Genusshäppchen mit Asia-Touch: hier ein Algenblatt, dort etwas Wasabi.

Ulrich Wickert klönt mit Tanit Koch, Chefredakteurin der BILD, und Sandy Neumann, Zweisternekoch Christian Lohse stellt seine pferdebegeisterte Gattin Eric Freysselinard vor, 2012 Präfekt von Aude, heute „Directeur des Stages“ der weltweit eingesetzten „stagiaires“ der École Nationale d’Aministration (ENA) – einen jungen Mann, der in Berlin das diplomatische Handwerk lernt, hat er zum Abend mitgebracht.

In der Küche arbeiten Roel Lintermans und Wilfried Bancquart (links) so schnell und konzentriert an Tellern und Töpfern, das mir schwindelig wird. Zu Dutzenden wird Kaisergranat in der Pfanne gebraten. Ihr Duft mischt sich mit dem süßsauren Aroma von Linsen. So, wie in Berlin, zelebrierten  1.500 Köche an 500 Orten auf fünf Kontinenten einen Abend lang die französischen Kochkunst: Goût de France.

Das Dîner um den Globus ist als Hommage an die französische Küche zwischen Innovationen und zeitlosen Werten wie Genuss und Geselligkeit – und gleichzeitig dem Anspruch einer modernen, gesunden Ernährung und dem Schutz der Umwelt verpflichtet.

Ein Tag, ein Menü – weltweit

Initiiert wurde das Projekt „Goût de France“ vom früheren Außenminister Laurent Fabius und Starkoch Alain Ducasse. Bis November letzten Jahres hatten Köche aus aller Welt Gelegenheit, sich für die Teilnahme zu bewerben. Das Vorbild der Idee ist jedoch älter: das Es war Auguste Escoffier, der im Jahre 1912  „les Dîners d’Épicure“ einführte. Das Prinzip des Abendessens – ein Menü an einem Tag für so viele Teilnehmer wie möglich in mehreren Städten der Welt-  wurde von Goût de France / Good France aufgenommen und neu belebt.

Rund um den Globus hielten sich die Köche am 21. März 2016 bei der zweiten Ausgabe von Goût den France an diese vorgegebene Speisenfolge:

• Ein Apéritif „enrichi“
• Eine Vorspeise
• Ein oder zwei Hauptgerichte
• Eine Auswahl an französischen Käsesorten
• Ein Dessert
• Französische Weine und Champagner

Jedes Menü, so die Auflage, sollte zudem für eine bewusste Küche, die mit wenig Fett, Salz und Zucker auskommt und Gemüse eine wichtige Rolle zuweist. Eine internationale Jury unter der Leitung von Alain Ducasse hatte die Flut von Bewerbungen gesichtet und am 28. Januar bekannt gegeben, welche KÖche bei Goût de France den Frühling begrüßen durften.

Goût de France in Deutschland

Aus Deutschland wurde die Ehre zuteil:
• Atable, Ludwigshafen, Chef: Swen Bultmann, www.atable.lu
• Brasserie Stadthaus Düsseldorf, Chef: Florian Conzen, http://brasserie-stadthaus.de
• Erasmus, Karlsruhe, Chef: Marcello Gallotti, http://erasmus-karlsruhe.de

• Gourmanderie, Berlin, Chef: Claude Trendel, www.event-kochen-berlin-charlottenburg.de
• L’Adresse37, München, Chef: Loic Cantegrel, http://ladresse37.de
• L’Auberge „Gutshof“, Restaurant „Le Bonjour“, Bischofswerda, Chef: Tina Wessollek, http://auberge-gutshof.de
• Le Faubourg, Berlin, Chef: Felix Mielke, www.sofitel-berlin-kurfuerstendamm.com
• Le Medoc, Stuttgart, Chef: Jochen Behl, www.restaurant-lemedoc.de
• Le Plat Du Jour, Hamburg, Chef: Jean-Marc Béchet, www.leplatdujour.de
• Lido 1960, Düsseldorf, Chef: Florian Ohlmann, http://lido1960.de
• Patrick’s Seafood N°1, Düsseldorf, Chef: Patrick Le-Guern, www.seafood1.de
• Reindls Partenkirchner Hof, Garmisch – Partenkirchen, Chef: Marianne Holzinger, www.reindls.de
• Restaurant Gummersbach, Essen, Chef: Helene & Klaus Gummersbach, www.gummersbach-essen.de
• Restaurant Schlemmerie, Saarbrücken, Chef: Markus Schwed, www.mercure.com
• Schwarzer Adler, Vogtsburg/Oberbergen, Chef: Anibal Strubinger, www.franz-keller.de

Goût de France in Berlin

In der Französischen Botschaft in Berlin wirbelten Roel Lintermans, Küchenchef des 1-Sterne-Lokals „Les Solistes“ by Pierre Gagnaire im Waldorf Astoria Berlin, und Wilfried Bancquart am Herd. Der junge Mann, der erst in Melbourne im brooks am Herd stand, ist seit  September 2015 Chef-de-Cusine der Französischen Botschaft. Während seiner Ausbildung an der Pariser Kochschule Ferrandi machte er 2011 auch drei Monate lang Station als Commis Chef bei Alain Ducasse im Pariser Plaza Athénée.

„Zur Esskultur in Frankreich gehört nicht nur beste Küche, sondern auch Kultur und Gespräch – ein Dîner ist ein kulturelles, geselliges, genussreiches Erlebnis voller Esprit, das alle Sinne befriedigt“, sagte S.E. Philippe Etienne zur Begrüßung seiner rund 100 Gäste. Und unterstrich als Hausherr seine Worte gleich mit Taten.

Zum Muscadet de Sèvre, der blassgold im Glas funkelte, präsentierten Les Gourmands ein „concert culinaire“ – Musikstücke und Melodien, die – mal poetisch, mal etwas frivol, mal als sachliche Kochanleitung – die Esskultur lobten: vom „Concert donné au souper du Roy“ von Jean-Baptiste Lully Fils bis zu einer „Suite du Dessert“ von Michael-Richard Delalande.

Merci für's Teilen!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.