La Ferme de Lormay: Hütten-Glück!

La Ferme de Lormay in Le Grand Bornand. Foto: Hilke Maunder
Urgemütlich: La Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder

Dort, wo der Bouchet noch als junger Bach zu Füßen des Aravis-Massivs plätschert, empfängt euch Albert Bonamy, Hausherr der Ferme de Lormay. Die blaue Schürze vor das Hemd gebunden, das genauso grau ist wie seine wenigen Haare auf dem Haupt und den deutlich fülligeren, aber sauber gestutzten Bart.

Bienvenue , kommen Sie rein!“ Albert öffnet eine alte Holztür, und für Sekunden müssen sich die Augen nach dem hellen Schnee draußen erst einmal an das schummrige Licht der Bauernstube gewöhnen. Im Kamin flackert das Feuer. Auf den wenigen Tischen brennen Kerzen.

Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder
Albert am Kamin. Foto: Hilke Maunder

Ein erfüllter Lebenstraum

„Mein kleines Paradies“, sagt Albert. Der hagere Mann aus dem Beaujolais hatte Jahrzehnte lang für bekannte Köche wie Roger Douillet von La Table des Dombes oder Jean Tiffenat in L’Abbaye de Talloires gearbeitet. Dann erfüllte er sich mit der Hofstelle La Ferme de Lormay oberhalb von Le Grand Bornand seinen Lebenstraum.

Den einstigen Stall verwandelte Albert in eine moderne Küche, in der Edelstahl blitzt und funkelt, und nichts mehr an die einstige Almhütte erinnert.

Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder
Küchen-Stillleben. Foto: Hilke Maunder

Ganz anders jedoch der alte Wohnbereich. Er birgt heute zwei kleine Speisezimmer mit sieben Tischen. Wie einst ist alles mit Holz eingerichtet. Töpferwaren aus dem Tal sind die einzige Dekoration.

La Ferme de Lormay, Le Grand Bornand. Foto: Hilke Maunder
Der Tisch ist gedeckt – auch in der Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder

Rustikal und urgemütlich

Durch kleine Fenster blicken die Gäste auf eine mit Schneehauben betupfte Landschaft. „Heute Abend gibt es Hirsch – ich habe ihn selbst erlegt!“, unterbricht Monsieur das träumerische Schauen.

Schlemmerhütte: die Ferme de Lormay von de Le Grand Bornand. Foto: Hilke Maunder
Côte de bœuf und Rotwein am Kamin… paradiesisch! Foto: Hilke Maunder

„Sie mögen das doch hoffentlich? Oder lieber doch eine côte de bœuf, ein Kotelett vom Angusrind?“ Hinter Albert schüttelt Colette fast unmerklich den Kopf, entkorkt eine Flasche und stellt sie mit einem Krug Quellwasser auf den Tisch.

„Mondeuse 2012, Arbin, Savoie“ verrät das Etikett. Eine alte, autochthone Sorten aus Savoyen, von der Reblaus fast gekillt, doch seit einigen Jahren voll im Trend. Gewachsenen auf schwarzen Böden, kraftvoll, beerig, tiefrot – ein Traum im Glas. Albert holt die Hirschsteaks, Colette Kartoffeln und Gemüse.

Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder
Das Dessert-Büffet. Foto: Hilke Maunder

Üppige Schlemmerei

Zum Nachtisch bittet Albert seine Gäste an einen langen Holztisch mit verführerischem Hüftgold: Schoko-Orangen-Tarte, gedeckte Aprikosen-Tarte, hausgemachtes Vanilleeis. Nur ein Café, das geht bei diesem Dessertbüffet nicht. Zumal mich Albert erwartungsvoll ansieht.

Da ich unentschlossen zögere, greift Albert hin zu einer Flasche, die ich noch nicht bemerkt hat. Drinnen birgt sie eine Schlange. „Trink etwas Gentiane. Der schafft Platz im Magen. Und dann such‘ aus!“

Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder
Gemütlich schon von außen: la Ferme de Lormay. Foto: Hilke Maunder

PS. So grässlich ich den Gedanken fand, dass eine Schlange dem Schnaps das Aroma gegeben hat, umso wirksamer war er. Denn auch der letzte Krümel vom Dessertteller war am Ende des Abends verspeist. Und mit den Engländern am Nachbartisch wurde in großer Runde noch die eine und andere Mondeuse aus Arvin  genossen.

Offenlegung

Ich bezahlte das Essen in der Ferme de Lormay aus eigener Tasche. Der Zufall beschert mitunter die schönsten Überraschungen.

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