Laon: Das Mittelalter lebt!

F/PIcardi/Laon: Poma 2000 -das weltweit einzige öffentliche Seilbahnsystem weltweit

Manchmal wundere ich mich, wo ich auf meinen Nord-Süd-Fahrten von Hamburg nach Saint-Paul-de-Fenouillet lande. Denn meine Vorgaben auf dieser mindestens 1.700 Kilometer langen Strecke lautet: möglichst nicht immer die gleiche Route. Und immer abwechselnd die Rhein-Rhône-Route – und die Holland-Paris-Millau-Tour. Diesmal war wieder die westliche Strecke dran…

Nun also Laon. „Mit der historischen befestigten Altstadt auf einem Tafelberg besitzt Laon die größte zusammenhängende unter Denkmalschutz stehende Fläche Frankreichs“ verrät mir Wikipedia auf meinem Handy. Schon die Fahrt hinauf verspricht ein besonderes Erlebnis…

Laon: Idyll auf dem Inselberg

 

Denn mit der „Bergkatze“ Poma 2000 besitzt die 25-Einwohner-Stadt in der Picardie das weltweit einzige öffentliche Seilbahnsystem weltweit. Auf mit Stickstoff gefüllten Gummireifen gleitet die Standseilbahn von von der Talstation „Gare“ (Bahnhof) vorbei am Zwischenhalt Vaux bei bis zu 13 Prozent Steigung den rund 100 m hohen Inselberg bis zur Bergstation Hôtel de Ville (Rathaus) hinauf. Am 4. Februar 1989 eröffnet, nutzt die Poma 2000-Bahn dabei die Trasse der einstigen Tramway de Laon, die von 1899 – 1971 im Einsatz war.

Die Fêtes Médièvales von Laon

Oben angekommen, staunten wir nicht schlecht: Die gesamte Altstadt feierte – wie alljährlich zu Pfingsten – ein riesiges Fest. Entlang und hinter der sieben Kilometer langen Stadtmauern mit ihren 18 Toren wie Porte d’Ardon, Porte de Chenizelles und Porte de Soissons lebte das Mittelalter.

Vor der Cathédrale Notre Dame, eine der bedeutendsten frühgotischen Kathedralen Frankreichs, musizierte ein kostümiertes Trio, wenig weiter jonglierte ein Harlekin. Ritter maßen ihre Kräfte beim Lanzenstechen, in Zelten und hockten Wahrsager und Zauberer, über offenen Feuern dampfte Kesselsuppe.

Wie im Fluge verstrichen die Stunden. Noch ein kleiner Spaziergang über das Kopfsteinpflaster hin zur Klosterkirche Saint-Martin und Templerkapelle aus dem 12. Jahrhundert, durch die eine und andere Gasse gebummelt, und dann: weiter Richtung Süden.

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