Der Blick auf Meaux vom Pont Neuf. Foto: Hilke Maunder

Meaux: das unterschätzte Juwel

Meaux, 40 Kilometer östlich von Paris: Eine Stadt zwischen Kathedrale und Käse, zwischen Schlachtfeldern und Biederkeit — und doch ist kaum eine Stadt der Île-de-France so tief in die Geschichte Europas eingeschrieben. In der Präfektur des Départements Seine-et-Marne endet die Geschichte nicht im Museum — sie klebt an den Steinen, liegt auf der Zunge, füllt die Luft – und überrascht. Immer wieder wird Meaux zerstört, vergessen, neu erfunden. Der Käse ist dabei das einzige, was bleibt.

Das Panorama vom Pont Neuf komprimiert die Stadtgeschichte auf eine traumhafte Ansicht. Hoch über der Schleife der Marne leuchtet die Westfassade der Kathedrale Saint-Étienne in der Mittagssonne. Ausflugsschiffe dümpeln an den Anlegern.

Flamboyant-Gotik, 85 Meter lang, 68 Meter hoch, prägt den Horizont. Drei Jahrhunderte war das Gotteshaus im Bau, um das sich die Häuser des historischen Stadtkerns am Nordufer drängen. Handwerker und Händler zog es ans Südufer, rund um die Markthalle, in der bis heute jeden Samstag ein bunter Wochenmarkt abgehalten wird. Bis zu acht Meter hoch schützte ab der römischen Antike eine gewaltige Mauer seit dem 3. Jahrhundert die Handelsstadt. 250 Meter sind heute noch erhalten.

Ursprünglich hieß die Stadt Iantinum — der Stamm der Meldi gab ihr erst den Namen Civitas Meldorum, aus dem schließlich Meaux wurde. Der erste Bischof soll im 3. Jahrhundert hier das Kreuz aufgerichtet haben, dem heiligen Denis von Paris nachfolgend.

In der Merowinger-Zeit war Meaux Hauptort des Pagus Meldensis. Die Wikinger wussten das: 852 und 886 überfielen sie die Stadt, angezogen von ihrem Reichtum. Von 888 bis 1021 war Meaux Grafschaftshauptstadt, danach fiel sie schrittweise an die Krone.

1229 unterzeichnete Raimund VII. von Toulouse hier den Vertrag, der die Albigenserkreuzzüge formal beendete und das Comtat Venaissin dem Papst überließ — ein Moment, der die Landkarte Europas neu zeichnete, und Meaux war bloß der Ort, an dem man unterschrieb.

1358 explodierte die Stadt von innen. Der Hundertjährige Krieg hatte die Bauern zermürbt, Seuchen und Plünderungen hatten ihre Geduld aufgebraucht. Als der Aufstand der Jacquerie unter Guillaume Caillet durch die Brie fegte, öffnete Meaux‘ eigener Bürgermeister Jean Soulas die Tore. Die Adligen wurden in ihren Verstecken aufgestöbert. Gaston Phoebus, Graf von Foix, schlug die Revolte nieder. Als Strafe wurde der Bürgermeister gehängt und die Stadt zwei Wochen dem Feuer übergeben.

1421 belagerten die Engländer Meaux sechs Monate lang. Die Verteidiger, die sich ergaben, wurden gehängt oder geköpft.

In die Geschichte schafft es auch die Surprise de Meaux. 1546 wurden 60 Protestanten, darunter Pierre Leclerc, öffentlich verbrannt, viele weitere verbannt. Ab 1562, mit der Tolerierung der protestantischen Religionsgemeinschaft im Edikt von Saint-Germain-en-Laye, versuchten die bisher Verfolgten, die Herrschaft in der Stadt zu übernehmen.

1546 verbrannten hier 60 Protestanten öffentlich auf dem Scheiterhaufen. 1567 versuchte der protestantische Anführer Louis de Bourbon-Condé, König Karl IX. aus dem nahen Schloss Montceaux zu entführen — die sogenannte Surprise de Meaux, das »Überraschungsmanöver von Meaux«. Der König entkam knapp. Die missglückte Entführung war der Funke für den Zweiten Hugenottenkrieg.

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 nutzten preußische Truppen vom 15. bis 19. September das Rathaus als Hauptquartier König Wilhelms I.. Und schließlich erlebte Meaux auch den September 1914, als die Front der deutschen Armee hier stand — 40 Kilometer vor Paris. So nah, dass man die Glocken von Notre-Dame gehört haben will.

Aus alledem ist eine Stadt geworden, die sich selbst nicht für bedeutend hält. Kaum ein Tourist verirrt sich nach Meaux, keine überteuerten Hotels verschrecken Besucher, und auch in den Restaurants und Cafés sind fast nur Einheimische vertreten. In der Fußgängerzone zeigt das Schaufenster der Fromagerie de Meaux cremefarbene Laibe hinter Glas. Das erste Pflaster der Achse quer durch die Innenstadt hatten bereits die Römer gelegt.

Der König, der nie gestürzt wurde

Jeder Stein, jeder Schritt ist mit Geschichte(n) getränkt. Manches ist ein Fakt, anderes eine Fabel. Und manche sind einfach viel zu gut, um sie ganz infrage zu stellen. 1815 sitzt Europa in Wien und verhandelt die Neuordnung eines von Napoleon zerrissenen Kontinents. Frankreich hat verloren. Talleyrand, der brillanteste Diplomat seiner Zeit, sitzt am Verhandlungstisch als Vertreter des Besiegten. Sein Trumpf: ein Käse.

Er lässt ein Bankett ausrichten. Jede Delegation soll den Käse ihres Landes mitbringen. 52 Sorten kommen zusammen. Metternich, Österreichs Außenminister, soll für den bayerischen Blauschimmelkäse eingetreten sein. Am Ende jedoch muss er nachgeben. Der Brie de Meaux wird zum König der Käse erklärt — und Frankreich zum kulinarischen Gewinner eines Kongresses, den es politisch verloren hatte. Cremige Rohmilch als siegreicher Schachzug, ein 37 Zentimeter großer Laib als diplomatische Waffe.

Talleyrand hatte gute Argumente. Karl der Große soll den Käse so geliebt haben, dass er jährliche Lieferungen aus Meaux nach Aachen forderte. Ludwig XIV. ließ sich wöchentlich beliefern. Und Ludwig XVI., so eine Legende, wäre vielleicht nicht guillotiniert worden, hätte er auf seiner Flucht nicht noch schnell einen letzten Bissen Brie essen wollen — die kostbare Pause, die ihn einholte.

Lauter Legenden. Mit einem wahren Kern. Der Brie de Meaux ist, wird er handwerklich hergestellt, tatsächlich ein kleines Stück vom Paradies.

25 Liter Milch. Drei Kilo Käse. Sechs Wochen Geduld.

In der Fromagerie Saint-Faron — benannt nach einem Bischof des 7. Jahrhunderts, einem der ersten von Meaux — riecht es nach feuchtem Keller und reifem Weißschimmel. Hier stellen zehn Mitarbeiter wie einst den berühmten Käse ganz handwerklich her – und wer mag, kann bei Führungen dabei zusehen. Für jeden Laib brauchen die insgesamt heute nur noch acht Erzeuger, die nicht industriell arbeiten, 25 Liter Rohmilch.

Die Milch wird zunächst 16 Stunden in einem Tank gelagert, dann auf unter 37 Grad erwärmt und mit Lab dickgelegt. Der Bruch darf nicht geschnitten werden, sondern muss mit der Pelle à Brie, einer speziellen Schaufel mit 20 Zentimetern Durchmesser, per Hand in perforierte Formen geschöpft werden – so verlangt es die AOP. Danach wird er abgetrocknet, gesalzt und mit Penicillium besprüht — jener Schimmelkultur, die die charakteristische weiße, flaumige Rinde bildet. Dann heißt es: warten – mindestens sieben Wochen lang.

Nun wäre der junge Brie de Meaux verzehrfertig — als frisch-fester Laib von 37 Zentimetern Durchmesser, zwei bis drei Zentimeter Höhe und rund drei Kilogramm Gewicht. Von außen hellweiß, innen cremig und elfenbeinfarben, mit Butter- und Haselnussaromen, einem leichten Biss und einem Abgang, der mit der Reife kräftiger und komplexer wird. Seit 1980 trägt der Brie de Meaux das AOC– (heute: AOP-)Siegel — Appellation d’Origine Protégée — und darf nur in einer streng definierten Zone hergestellt werden: den Départements Seine-et-Marne, Aube, Marne, Haute-Marne, Meuse, Yonne und Loiret.

Saint-Faron ist der einzige Hersteller, der seinen Brie tatsächlich noch in Meaux produziert und reifen lässt — und damit den Anspruch des Namens geografisch einlöst. Wer den Käse hier kauft, kauft ihn an der Quelle seines Ursprungs. Im Schaufenster liegt auch der schwarze Brie: Ein Jahr lang wurde der Laib im Keller getrocknet, bis er sich reiben lässt wie ein Verwandter des Parmesans.

Der Senf, das Geheimrezept und die Kanoniker

Käse ist nicht das Einzige, womit Meaux die Welt tafeln lässt. Die beigefarbenen Steinguttöpfchen mit grobkörnigem Senf, die auf dem Markt mit ihrem leuchtend roten Wachsverschluss sich von der Masse abheben, erzählen eine Geschichte, die 1.300 Jahre zurückreicht.

Kein Geringerer als Karl der Große soll um 771 n. Chr. die Kanoniker der Kathedrale von Meaux angewiesen haben, Senf herzustellen. 1632 erhielt das „Geheimrezept“ der Stiftsherren die langersehnte royale Anerkennung — und wurde die Moutarde de Meaux unter Ludwig XIII. zum offiziellen Tischsenf der Krone.

Im 18. Jahrhundert übernahm die Müllerfamilie Pommery, ursprünglich Mühlsteinmacher aus Meaux, das Rezept von den Kanonikern, und Jean-Baptiste Pommery industrialisierte die Produktion um 1760. Die Vinaigreries du Lion, 1865 gegründet, erwarben 1980 als Les Assaisonnements Briards in Nanteuil-lès-Meaux vom letzten Pommery-Nachfolger die Rechte und stellen seitdem den Senf nach dem historischen Originalrezept her. 2019 wurde ihr Senf zum besten der Welt gekürt.

Das Herz der Altstadt: die Cité épiscopale

All diesen Spuren begegnet ihr in der Cité épiscopale, der bischöflichen Stadt im Herzen der Innenstadt. Hier residiert das Office de Tourisme, erzählt die Maison du Brie de Meaux die Käsegeschichte, erhebt sich die Stiftskirche mit ihren zwei Türmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der eine in gotischer Flamboyant-Gotik, der andere mit Holzschindeln verkleidet.

Klanggewaltig dringt die Orgel durch die leuchtend rot gestrichene Kirchentür nach draußen auf den Vorplatz, hin zu den Terrassen, wo sich Meaux trifft, die Mittagspause verbringt oder mit einem Apéro den Arbeitstag beendet, ehe sich die Gassen rund um die Cité épiscopale leeren.

Zur Rückseite öffnet sich eine Tür der Kathedrale zum Alten Kapitel — Vieux Chapitre —, einem Bau aus dem 13. Jahrhundert mit Freitreppe, dessen gewölbte Untergeschosse einst Wein, Holz und Getreide lagerten. Gegenüber erhebt sich der Bischofspalast und erinnert als Musée Bossuet an einen Mann, der dieser Stadt seinen Schatten hinterlassen hat wie kaum ein anderer.

Der Adler von Meaux und sein Garten

Jacques-Bénigne Bossuet — der Adler von Meaux — wurde 1681 zum Bischof ernannt. Er war Lehrer des Dauphins, Prediger Ludwigs XIV., einer der bedeutendsten Rhetoriker des 17. Jahrhunderts. Im Bischofspalast, dem heutigen Musée Bossuet, sind noch sein Arbeitszimmer und seine Sammlungen erhalten. Gemälde aus dem Barock, Landschaften der Schule von Barbizon, Orientalisten-Werke. Und von der ersten Etage aus: der beste Blick auf einen Garten, der die wohl schönste grüne Oase von Meaux ist.

Der Jardin Bossuet ist ein klassischer französischer Garten — Buchsbaumhecken in der Form einer Bischofsmitra geschnitten, Lindenallee, Blumenbeete, und als Kulisse der Glockenturm von Saint-Étienne. Im Frühling blüht hier die Bossuet-Rose, gepflanzt zum 300. Todestag des Bischofs, dessen Namen die Stadt nie vergessen hat.

Der Palast selbst — Mischung aus mittelalterlichem Kern und Renaissance-Erweiterungen — und das angrenzende Alte Kapitel aus dem 13. Jahrhundert mit seiner Freitreppe bilden zusammen mit der Kathedrale die cité épiscopale von Meaux. Gallorömische Mauerstücke, mittelalterliche Gassen, gotische Gewölbe: alles aus demselben hellen Kalkstein – und überraschend unbeschädigt.

50.000 Objekte gegen das Vergessen

Am nordöstlichen Stadtrand, auf einem sanften Hügel, ragt flach und kantig ein schräger Betonbau mit Glasfassade aus dem Grün der Landschaft. Architekt Christophe Lab hat das Gebäude 2010 in Anlehnung an die Schützengräben des Ersten Weltkriegs angelegt – mit zentraler Achse, seitlichen Gängen und versetzten Ebenen ohne viel Licht, sondern eng und düster.

Der Standort am Fuße des US-Denkmals La Liberté éplorée ist gut gewählt: Hier begann die erste Marne-Schlacht. Im September 1914 hatten deutsche Truppen den Schlieffen-Plan fast zur Vollendung gebracht — der schnelle Schwenk durch Belgien, der Frankreich in sechs Wochen bezwingen sollte. Dann, 40 Kilometer vor Paris, hielt die Front. Zwischen dem 5. und 12. September standen 1,5 Millionen Soldaten auf den Feldern zwischen Meaux und Château-Thierry. Als die Deutschen zurückwichen, war der Krieg noch nicht gewonnen — aber Paris war gerettet.

Das Museum erzählt diesen Krieg nicht als Heldengeschichte. Es erzählt ihn als Menschengeschichte. Und beginnt damit bereits im Jahr 1870, um die tiefen Wurzeln des Ersten Weltkriegs in der deutsch-französischen Rivalität zu zeigen.

1870 gilt hier als „Urknall“ der Spannungen: Die Demütigung Napoleons III. durch die Schmach von Sedan und den Verlust von 146.000 Gefangenen sowie Bismarcks Reichsgründung schürten bis 1914 Hass, Wettrüsten und Allianzen. Das Museum nutzt dies als Einstieg, um die Mobilmachung 1914 als Kulmination darzustellen – keine Entfesselung, ausgelöst durch ein isoliertes Ereignis im fernen Sarajevo, sondern als Folge dieser Spannungen.

Mehr als 50.000 Objekte aus der Privatsammlung des Fotografen und Historikers Jean-Pierre Verney — eine der größten privaten Sammlungen des Ersten Weltkriegs in Europa, zusammengetragen in 45 Jahren — bilden den Kern der Dauerausstellung. Uniformen und Waffen, Fahrzeuge und Feldpostbriefe, persönliche Gegenstände von Soldaten beider Seiten und immer wieder Geschichten und Schicksale. Mata Hari und die anderen Frauen des Krieges, die Symbolik der Farben, das Leid der Zivilbevölkerung.

Schon dies berührt ungemein. Doch richtig hautnah ist dies seit November 2024 zu erleben: in einem rekonstruierten Schützengraben im Freien, einem 800-Quadratmeter-Areal mit Unterständen, Beobachtungsposten, Stacheldraht und Kratern — eine Rekonstruktion der zweiten Linie, die alle, die älter als vier Jahre sind, als Rekruten betreten dürfen.

Doch hier lockt kein Abenteuerparcours, kein Infotainment. Wenn man hier zwischen Gitterrostböden und Sandsäcken steht und begreift, dass so an der Front gelebt wurde, wird das Grauen von Krieg spürbarer als bei jedem anderen Exponat des Museums. Auf 7.500 Quadratmeter war es am 11. November 2011 eröffnet worden. Das Datum war kein Zufall. Am 11. November 1918 war der Waffenstillstand in Compiègne geschlossen worden – ein Ereignis, das Frankreich bis heute mit einem nationalen Gedenktag ehrt.

Über dem Schützengraben, direkt neben dem Museum, ragt die Liberté éplorée von Frederick William MacMonnies strahlendweiß in den Himmel. Die 26 Meter hohe Monumentalstatue der betrübten Freiheit, 1932 von den Bürgern der Vereinigten Staaten gestiftet zum Gedenken an die amerikanischen Soldaten, die in den beiden Marne-Schlachten fielen, gehört zu den beeindruckendsten Kriegsdenkmälern Frankreichs. Fast niemand kennt sie.

Beauval

Im Süden der Stadt schreibt Meaux seine Geschichte neu. Seit 2021 fallen im Quartier Beauval die Hochhäuser — Turm für Turm, Tausende Tonnen Beton pro Abriss. 60.000 Tonnen waren es 2021 beim Abriss des Turmes Alsace-Anjou, kaum weniger 2024 bei der Tour Camargue-Chambord und der Tour Albret kurz danach. 2028 sollen die letzten Türme fallen. An ihrer Stelle entstehen kleinere Gebäude, Grünflächen und sozial gemischte Wohnviertel. Eine Stadt baut sich selbst ab, um sich neu zu erfinden.

Beauval galt lange als Problemviertel. Heute, nach Jahren der Umgestaltung, rangiert Meaux laut dem Magazin Valeurs Actuelles als zweitsicherste Stadt Frankreichs. Jean-François Copé von der Partei Les Républicains ( LR ), 1964 in Boulogne-Billancourt geboren, ist seit 1995 – mit kurzer Unterbrechung 2002–2005 – Bürgermeister von Meaux im Département Seine-et-Marne, wo er 2026 erneut mit klarem Vorsprung wiedergewählt wurde. Dank 180 neuer Polizisten, 350 installierter Kameras, konsequentem Neubau und mehr Lebensqualität.

Wer heute durch Beauval geht, sieht Lücken, wo Gebäude standen, und Gebäude, in die noch keine Geschichten eingezogen sind. Eine Stadt zwischen dem, was war, und dem, was werden soll. Le Corbusier hat für Beauval 1957–59 eine Unité d’Habitation projektiert, aber nie ausgeführt. Meaux hatte seinen ambitionierten Plan einer Ville Radieuse mit fünf bis 15 Wohneinheiten für bis zu 35.000 Einwohner samt mehrerer Tours des célibataires für ledige Personen abgelehnt.

Zu radikal war den Stadtvätern der Entwurf des franko-schweizerischen Architekten. Sie entschieden sich für den preiswerteren Plattenbau. Und machen ihn heute platt. Le Corbusiers Vision bewahrt die Fondation Cartier in Paris: 745 Zeichnungen der „gescheiterten Moderne“ in Meaux. Auch dies hat die Stadt überlebt. Und mit dem Parc de Pâtis den größten urbanen Stadtpark des Landes südlich von Beauval angelegt.

Mehr als 70 Vogelarten sind hier daheim: der Pirol mit seinem flötenden Gesang, der Wiedehopf und der wunderschöne Eisvogel, der als blauer Pfeil über die fischreichen Gewässer fliegt.

Auch die Vegetation hat ihre verborgenen Schätze mit seltenen Pflanzen wie der Großen Wassernixe für Feuchtgebiete, dem Wasserdost und dem Salzkraut mit ihren vielfältigen Blüten oder Orchideen der Blumenwiesen wie die Bienenragwurz. Und jeden Sommer wird hier die Stadt zu Meaux-les-Bains : mit Strandbad an der Marne, Spiel und Sport, Konzerten und Kino unter freiem Himmel — und natürlich auch einer Guinguette !

Meaux: meine Reise-Tipps

Hinkommen

Meaux liegt in Zone 5 des Pariser Nahverkehrs ( Île-de-France Mobilités ). Die Transilien-Linie P fährt von der Pariser Gare de l’Est direkt nach Meaux — Fahrtzeit 25 bis 40 Minuten, je nach Anschluss. Hin kommt ihr mit einer Tageskarte Zones 1–5 ( Mobilis ) in eurer Handy-AppBonjour RATP oder auf dem Pass Navigo … es gibt keine Papiertickets mehr!.

Wer lieber radelt: Entlang des Canal de l’Ourcq führt ein 50-Kilometer-Radweg vom Bassin de la Villette direkt nach Meaux.

Schlemmen und genießen

C comme ça

Seit mehr als zehn Jahren der Treff am Marktplatz von Meaux: dieses taditionelle Bistro mit hausgemachten Gerichten aus frischen, saisonalen Produkten in gemütlicher Atmosphäre.
• 30, place du Marché, 77100 Meaux, Tel. 01 60 61 07 35, https://soheil-1.jimdosite.com

Le Parvis

Bistro von Tancrède Dell’Oste (Ex-Bristol) vor der Kathedrale: französische Klassiker, frisch und modern verjüngt.
• 5, rue Saint-Rémy, 77100 Meaux, Tel. 01 64 34 54 35, https://restaurant-leparvis.com

Un Goût de Nature

Gourmet-Adresse mit naturnaher, raffinierter Küche aus saisonalen Produkten regionaler Produzenten. Nachhaltige, grüne Visonen prägen auch die Inneinrichtung und die Auswahl der Weine.
• 7, rue des Cordeliers, 77100 Meaux, Tel. 09 84 32 67 18, https://ungoutdenature.fr

Les Bonnes Choses

Die guten Dinge: Fromagerie/Charcuterie tagsüber, Mittagsrestaurant unter der Woche, Bar à vins abends – authentisch und sehr charmant zu jeder Tageszeit!
• 102, rue Faubourg Saint-Nicolas, 77100 Meaux, Tel. 01 72 99 40 42

Maison Lefebvre

Ausgesuchte Feinkost aus der Brie – samt kleiner Terrasse direkt gegenüber der Kathedrale,
• 1, place Charles de Gaulle, 77100 Meaux, Tel. 01 60 01 92 11

Maison Dugast

Klassische französische Küche im Herzen in der Altstadt: Das Ambiente ist familiär, die Bedienung sehr aufmerksam, der Genuss vollendet – leider aber nur mittags geöffnet.
• 28, rue de la Cordonnerie, 77100 Meaux, Tel. 01 60 61 72 88

La Table Antillaise

Die Küche der französischen Karibik in der Innenstadt von Meaux
• 12, rue Sauve Delanoue, 77100 Meaux, Tel. 01 60 44 75 04, www.latableantillaise.com

Restaurant du Champ de Mars

Das kleine, elegant-gemütliche Gourmetrestaurant von Romain Leydier gilt als beste Adresse in Meaux. In einem ehemaligen Landgasthof serviert er Krabbe mit Meaux-Senf-Mayonnaise, Kalbsbries oder ein Praline-Millefeuille.
• 16, avenue de la Victoire, 77100 Meaux, Tel. 01 64 34 15 15, www.restaurantduchampdemars.fr

Café, Bier oder kleine Pause?

L’Iconic

Angesagte Bar mit lebendiger Stimmung und erstklassigen Cocktails.
• 10, rue Darnétal, 77100 Meaux, Tel. 01 60 09 10 84

O’Parloir

Nicht nur bei jungen Leuten beliebte Brasserie/Bar.
• 38, rue Aristide Briand, 77100 Meaux, Tel. 01 60 22 66 86, https://oparloir.qrcode-menu.net

Le Cirkus

Trendige Brasserie-Bar mit Innenhof zentral auf der Place de l’Hôtel de Ville.
• Place de l’Hôtel de Ville, 77100 Meaux, Tel. 01 64 35 75 42, www.le-cirkus.fr

La Brûlerie

Angesagtes Kaffee- und Teegeschäft mit ein, zwei Tischen auf dem Trottoir.
• 4, Petit Rue Saint-Christophe, 77100 Meaux, Tel. 01 60 01 92 80, www.brulerie-meaux.fr

Les Fées solidaires / L’Éthique Café

2022/23 gründeten Frauen wie Laetitia Fernandes und Clara Caulet dieses tiers-lieu, das mehr ist als ein ethisches Café: ein solidarischer Kosmos mit Friperie (Second Hand), Boutique des Créateurs mit Schmuck, Textil- und Papierarbeiten von örtlichen Kreativen sowie Bühne für Ausstellungen und andere Veranstaltungen.
• 17, rue Saint-Christophe, 77100 Meaux, auf Facebook zu finden.

Hier könnt ihr schlafen*

Campanile, BB Hôtels und Kyriad sind mit Budgetshotel in Gewerbegebieten an den großen Einfahrten im Osten der Stadt vertreten, die KetteOriginals Hotel mit einem Haus südöstlich von Meaux bei Villenoy.

 

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