Die Bestien und Beauties von Mirepoix

Mirepoix. Foto: Hilke Maunder
Die Arkaden der Place Maréchal Leclerc von Mirepoix. Foto: Hilke Maunder

Von der 60 m hohen Kirchturmspitze von Mirepoix  sind sie noch zu sehen: die Pyrenäen. Während dort noch der Schnee funkelt, ist das Vorland bereits grün, sonnig und so mild, dass die Cafés im Schatten der mächtigen Cathédrale Saint-Maurice Tische und Stühle auf den malerischen Hauptplatz der Altstadt gestellt haben.

Mirepoix: Vom Kirchturm aus seht ihr die Pyrenäen! Foto: Hilke Maunder
Vom Kirchturm aus seht ihr die Pyrenäen! Foto: Hilke Maunder

Im Mittelalter verschanzten sich die Katharer hinter der Stadtmauer der kleinen Bastide. Heute lockt der Wochenmarkt auf der Place Maréchal Leclerc montags und donnerstags Heerscharen von Besuchern an.

Die Kathedrale von MIrepoix. Foto: Hilke Maunder
Die Kathedrale von Mirepoix. Foto: Hilke Maunder

Fachwerk voller Fratzen

Heute jedoch ist es ruhig hier, und ich habe Zeit, den üppigen Figurenschmuck der Fachwerkhäuser und der Arkaden anzusehen, die den Platz umgeben. Ins dunkle Holz geschnitzt sind gekrönte Häupter, pralle wie dralle Frauen, fantastische Bestien. Besonders üppig skulptiert ist das Haus der Konsuln.

Fachwerk in Mirepoix. Foto: Hilke Maunder
Bunt: das Fachwerk an der Place Maréchal Leclerc. Foto. Hilke Maunder
Mirepoix: Holzschnitzereien am Haus der Konsuln. Foto: Hilke Maunder
Das Haus der Konsuln birgt die besterhaltenen Holzschnitzereien des Mittelalters. Foto: Hilke Maunder
Mirepoix: Holzschnitzereien am Haus der Konsuln. Foto: Hilke Maunder
Furchterregend: die Holzschnitzereien am Haus der Konsuln. Foto: Hilke Maunder

In der ersten Augustwoche ist es eine beliebte Kulisse für die Puppenspieler des internationalen Marionettenfestivals, das seit 1988 in Mirepoix gastiert.

Bereits im Juli feiert Mirepoix sein Mittelalterfestival. Bei Les Médiévales gibt es neben Musik und Marketendern auch Tanz und Theater in historischen Kostümen.

Wochenmarkt und neue Winzer

Mirepoix: wunderschön: die Markthalle. Foto: Hilke Maunder
Wunderschön: die Markthalle. Foto: Hilke Maunder

Zweiter Blickfang der Place Général Leclerc mit ihrem Brunnen ist die offene Markthalle, in der zwei Mal die Woche Markt gehalten wird.

In der Saison findet ihr dort auch den einen oder anderen Winzer. Rund um Mirepoix erstreckt sich das einzige Weinbaugebiet von Ariège.

Mirepoix: Der gusseiserne Schmuck der Markthalle – als Schattenmuster auf dem Marmor der Markthalle. Foto: Hilke Maunder
Der gusseiserne Schmuck der Markthalle – als Schattenmuster auf dem Marmor der Markthalle. Foto: Hilke Maunder

Dort bestellt auch Dominik Benz mit Frau und Tochter einige Rebgärten. Der IT-Manager hängte nach einer Himalaya-Reise 2008 seinen alten Beruf an den Nagel und wagte den Neuanfang. Kostet einmal die Tropfen von Château de Beauregard. Lecker!

Mirepoix. Foto: Hilke Maunder
Fassaden an der Place Marcéchal Leclerc. Foto: Hilke Maunder

Mirepoix: meine Reisetipps

Schlemmen & genießen

L’Autre Jardin

Bereits die Lage in einem versteckten Innenhof am nördlichen Altstadt-Begrenzungsboulevard ist wunderschön. Hier servieren Emmanuelle und Sébastien marktfrische Küche im Einklang der Jahreszeiten – keine raffinierten Spielereien, sondern ehrliche, authentische Hochgenüsse aus dem Südwesten.
• 28, Cours Colonel Petitpied, 09500 Mirepoix, Tel. 05 34 02 15 37www.facebook.com/lautrejardinamirepoix

Mirepoix, Restaurant L'Autre Jardin. Foto: Hilke Maunder
L’Autre Jardin. Foto: Hilke Maunder

Genuss-Shopping

La Fromagerie

Bester und schönster Käse-Shop von Mirepoix ist der kleine Laden, den Lucie 2009 am Cours Colonel Petitpied eröffnete. Ihr findet hier eine reiche Auswahl von Käse der Region – alle Käse wurden handwerklich hergestellt von kleinen Manufakturen oder Bauernhöfen, viele sind bio.

Käse-Reich: La Fromagerie in Mirepoix. Foto: Hilke Maunder
Käse-Reich: La Fromagerie. Foto: Hilke Maunder

Mein Lieblingskäse dort ist der Bethmale. Würzig und herzhaft wie die Pyrenäen, aus denen er stammt – kauft ihn, wenn er bereits sechs Monate lang gereift ist! Mehr über das Tal erfahrt ihr hier.
• 15, Cours Colonel Petitpied, 09500 Mirepoix, Tel. 05 34 01 41 28www.lafromagerie-chezlucie.com

Gleich nebenan gibt es in der ebenso guten Bäckerei eine leckere Brotauswahl für euer Picknick. Und den Wein? Der stammt natürlich auch aus Ariège!

Kunsthandwerk

Terre d’Amont

Mirepoix: Christine Meyer von Terre d'Amont. Foto: Hilke Maunder
Christine Meyer von Terre d’Amont. Foto: Hilke Maunder

Christine Meyer stammt aus Sarreguemines (Saargemünd) in Lothringen und hat in Ariège ihre Herzensheimat gefunden.

Ihre Schalen, Becher und Vasen sind tief in der Region verwurzelt. Im hinteren Bereich ihres Geschäftes könnt ihr zuschauen, wie sie sie auf der Drehscheibe fertigt und verziert.
• 21, rue de la porte d’Amont, 09500 Mirepoix, Tel. 05 61 67 70 10

Mirepoix: Töpferarbeiten von Christine Meyer. Foto: Hilke Maunder
Einige Töpferarbeiten von Christine Meyer. Foto: Hilke Maunder

Schlafen*

Booking.com

Mirepoix: Im Herzen der alten Bastide könnt ihr herrlich bummeln und shoppen. Foto: Hilke Maunder
Im Herzen der alten Bastide könnt ihr herrlich bummeln und shoppen. Foto: Hilke Maunder

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Weiterlesen Der Bildatlas "Frankreich Süden" von Hilke Maunder - die fünfte Auflage

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Von Montpellier, der Boomtown am Mittelmeer, bis zum römisch-romantischen Nîmes, von den Étangs bei Narbonne bis zur katalanischen Kapitale Perpinyà. Und noch ein Schlenker nach Carcassonne und Toulouse: voilà meine Herzensheimat! Wer mag, kann den Band hierdirekt bestellen.

Mein Reiseführer-Tipp

Annette Meiser, Midi-Pyrenees_ReiseführerAnnette Meiser, die u.a. die ers­te müll­frei­e Schu­le Deutsch­lands mitbegründete, hat in Midi-Pyrénées ihre Wahlheimat. Dort lebt und arbeitet sie seit vielen Jahren und bietet erdgeschichtliche und kulturhistorische Wanderreisen an.

Ihre Expertise hat sie auf 432 Seiten zwischen die Buchdeckel eines Reiseführers gepackt. Ihr erstes Buch stellt eine Ecke Frankreichs ausführlich vor, die in klassischen Südfrankreich-Führern stets zu kurz kommt.

Für mich ist es der beste Reiseführer auf Deutsch für alle, die individuell unterwegs sind – sehr gut gefallen mir die eingestreuten, oftmals überraschenden oder kaum bekannte Infos. Wie zum einzigen Dorf Frankreichs, das sich in zwei Départements befindet: Saint-Santin liegt genau auf der Grenze von Aveyron und Cantal.Wer mag, kann den Band hier* direkt online bestellen.

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Mirepoix: der Kirchturm der Kathedrale. Foto: Hilke Maunder
Der Kirchturm der Kathedrale. Foto: Hilke Maunder
Haustür in Mirepoix. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
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