Mohn: Frankreichs Symbolblume

Jetzt im Mai blüht er wieder, überall in Frankreich: roter Mohn. In Weingärten, zwischen Felsritzen, in alten Steinmauern, auf vergessenen Wiesen. Knallrot zwischen weißen Kieseln, im grünen Gras, neben grauem Granit. Wie intensiv. Und wie kurz. 2014 jährte sich die Entfesselung des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. In Frankreich ist die Erinnerung an diesen Krieg ungleich präsenter als in Deutschland.

Mohn – Symbol des Grande Guerre

La Grande Guerre heißt er dort, und bis heute ist der 11. November, der Tag des Waffenstillstandes von 1918,  in Frankreich noch immer ein Feiertag – wie auch der 8. Mai, der Tag des Waffenstillstandes 1945. Eine der ersten Blumen, die auf den völlig verwüsteten Schlachtfeldern blühte, war Klatschmohn.

Überall bedeckte der entlang der „ligne de front“ des blutigen Stellungskrieges in Nordfrankreich entlang der Flüsse Somme, Orne und Marne das Land. Leuchtend rot wie das Blut, das hier geflossen ist. Seitdem ist der rote Mohn die Symbolblume der Abertausenden toten Soldaten. Besonders für die Briten: Mit roten poppy flowers aus Papier gedenken sie ihren Gefallenen. Die Franzosen indes tragen le bleuet im Revers.

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