Das neue Musée de Picardie

Das Musée de Picardie während der Bauarbeiten im Oktober 2017. Foto: Musée de Picardie/Alice Sidoli (Pressebild)
Das Musée de Picardie während der Bauarbeiten im Oktober 2017. Foto: Musée de Picardie/Alice Sidoli (Pressebild)

Es war eine Premiere: 1867 eröffnete in einem prachtvollen Palais in Amiens das erste Museum Frankreichs außerhalb von Paris.

2016 wurde das Musée de Picardie für eine millionenschwere Modernisierung und Erweiterung geschlossen. Am 1. März 2020 war Wiedereröffnung.

Wunsch Napoléons

Bereits die Baugeschichte ist ungewöhnlich. Kein Geringerer als Napoleon III. unterstützte die Société des Antiquaires de Picardie, auf deren Initiative ab 1855 der Bau des Musée de Picardie.

Im prunkvollen Palais, Museum und Symbol der Monarchie zugleich, wollte Napoleon III. „alles zusammenzubringen, was den Denkmälern unserer Geschichte und den Erinnerungen unserer Vorfahren lieb und teuer ist“.

Reiche Sammlung

Dank dieses königlichen Auftrags hat das Museum, das anfangs noch den Namen des Herrschers trug, eine äußerst reiche Sammlung zusammengetragen. Die archäologische Sammlungen dokumentiert die Vorgeschichte bis zur galloromanischen Zeit, einschließlich der griechischen und ägyptischen Antike.

Zu den Schätzen des Mittelalters gehören kleine Kostbarkeiten ebenso wie monumentale Skulpturen. Die Kunstsammlung umfasst Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Die Kollektion der modernen und zeitgenössischen Kunst birgt neben Gemälden und Skulpturen auch Fotografien und Installationen.

Großer Umbau

Um die reiche Gemäldesammlung, die mehr als  zehn Jahren geschlossen war,– wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, musste vor allem das erste Stockwerk des Museums renoviert und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Dies bot auch die Gelegenheit, die gesamte museale Präsentation zu hinterfragen. Heraus kam ein Konzept, das die Exponate schöner und sicherer in Szene setzt. Besucher  erleben mehr Komfort und neue Sichtweisen. Zudem öffnet sich das Museum jetzt stärker zur Stadt.

Die Architekten

Den Architektenwettbewerb vom März 2011 gewann ein Architekten-Duo, das in Frankreich bereits mehrere öffentliche Bauvorhaben erfolgreich umgesetzt haben: Catherine Frenak und Béatrice Jullien.

Die beiden Pariserinnen waren bereits für den Umbau des Kunstmuseums von Chambéry und der Krypta von Notre-Dame de Paris verantwortlich.

Mehr Fläche, neue Angebote

Am 4. Juli 2016 war Grundsteinlegung. 2017 wurde das Museum für den Umbau geschlossen. Staat (16,7%), Region (21,8), Département (11,5%) und Metropolregion Amiens (50%) teilten sich die Baukosten von 26 Millionen Euro.

Bei der Renovierung wurden die Glas- und anderen Dächer instand gesetzt. Diee Innendekorationen und der erste Stock erhielten wieder dien Original-Look von einst. Der Fundus wurde modernisiert. Das Dachgeschoss verwandelte sich in Büroräume.

Hinzu kamen barrierefreie Zugänge, neue temporäre Ausstellungsflächen,  zusätzliche Arbeitsräume sowie Auditorium, Kursraum, Café und Museumsshop. Ingesamt vergrößerte sich das Museum durch die Erweiterung um fast 1500 Quadratmeter.

Auch von außen hat sich einiges verändern. Die Wand an der Rue Puvis de Chavannes und die Tore und Säulen an der Rue Jules Lardière verschwanden. Nichts trennt mehr das Museum von der Stadt.

Der Umzug der Maison Moitie

Nicht nur der Palais, auch zwei weitere emblematische Bauten wurden saniert. Die Maison Moitie wurde dazu komplett zerlegt und versetzt. Als seltenes Zeugnis der Architektur des 17. Jahrhunderts in Amiens schmückt sie nun den neuen Jardin Lapidaire.

Auch der Maignan-Pavillon, der einst eine Holzwerkstatt und die IT-Sicherheit barg, wurde im Innern wieder komplett in den Originalzustand rückversetzt.

Altes Erbe, moderne Inszenierung

Das Musée de Picarde: ein historisches Denkmal, das im Originalambiente von einst heute modern sein reiches Erbe inszeniert. Mit dabei: seine berühmte ägyptische Mumie, Sol LeWitts buntes Wandbild Nr. 711, Jules Lefebvres Gemälde von Lady Godiva, die nackt durch Coventry reitet, und viele weitere Schätze!

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