Noailles – wo Marseille ein bunter Kultur-Mix ist

Marseille, Noailles. Auf welche Oliven habt ihr Appetit? Foto: Hilke Maunder
Auf welche Oliven habt ihr Appetit? Foto: Hilke Maunder

Nach der Gentrifizierung von Le Panier will jetzt Marseille auf 1000 Hektar seine Innenstadt sanieren und hat dafür SOLEAM mit der Umsetzung des Mammutprojektes Grand Centre Ville beauftragt.

Rund um Noailles sollen an den Schwerpunkten Noailles Capucins / Saint Louis Delacroix / Bedarrides / Arc Palud / Ventre Lieutaud insgesamt 35 Vorhaben umgesetzt werden.

Marseilles, Noailles. Gewürze aus allen Ecken der Welt findet ihr hier. Foto: Hilke Maunder
Gewürze aus allen Ecken der Welt findet ihr hier. Foto: Hilke Maunder

Noailles: der Maghreb von Marseille

Wie Le Panier ist auch Noailles, das sich südlich der Canebière erstreckt, ein quartier populaire, ein Viertel der kleinen Leute, in heute auch viele Einwanderer aus dem Maghreb, aus Schwarzafrika und den Komoren eine Heimat haben.

Der Markt, der nach der Zerstörung des Kapuzinerklosters im Zuge der Französischen Revolution entstand, bildet bis heute den lebendigen Mittelpunkt des Viertels. Jetzt bedrohen ihn sanierte Fassaden und neue Betreiber.

Marseille: Auf dem Markt von Noailles. Foto: Hilke Maunder
Frisches Gemüse in schönster Vielfalt: der Markt von Noailles. Foto: Hilke Maunder

Gentrifizierung vs. Multikulti

Geplant sind unter anderem ein Viersternehotel, eine Brasserie und eine Zentrum für Gesundheitsanwendungen. Bevor Marseille auch hier den Prozess der Gentrifizierung anstoßen werden, will ich euch einmal mitnehmen auf einen Spaziergang durch das bunte, multikulturelle Viertel. Den Auftakt macht der Markt, der direkt an den Stufen der Métrostation von Noailles beginnt.

Marseille: Der Markt von Noailles beginnt direkt an der Metro. Foto: Hilke Maunder
Der Markt von Noailles beginnt direkt an der Metro. Foto: Hilke Maunder

Orientflair auch in den Gassen

Das bunte Markttreiben setzt sich in den Gassen südlich des Marktes fort. Die Gemüse- und Obsthändler beeindrucken mit einer unglaublichen Vielfalt an Früchten und Sorten. Bäcker backen vor Ort Brot aus Ägypten, dem Libanon, Indien und gefüllte Pfannkuchen backen.

Marseilles: In Noailles könnt ihr exotische Brote und Pfannkuchen kosten. Und vor Ort zusehen, wie sie gebacken werden. Foto: Hilke Maunder
Marseilles: In Noailles könnt ihr exotische Brote und Pfannkuchen kosten. Und vor Ort zusehen, wie sie gebacken werden. Foto: Hilke Maunder

Schier unglaublich ist die Auswahl an Oliven verschiedenster Sorten und Zubereitungen. Dann wieder kommt ihr an winzigen Läden vorbei, in denen sich die Waren bis hoch unter die Decke stapeln.

Marseille, Noailles: Beeindruckend, diese Olivenauswahl! Foto: Hilke Maunder
Beeindruckend, diese Olivenauswahl! Foto: Hilke Maunder

In offenen Säcken ruhen Gewürze und getrockneten Bohnen aus aller Welt. Luffaschwämme gaukeln im Wind.In einem Eckladen zapft ein junger Mann frische Roh-Milch in die Kanne.

Marseille, Noailles. Auch Luffaschwämme könnt ihr hier kaufen. Foto: Hilke Maunder
Auch Luffaschwämme könnt ihr hier kaufen. Foto: Hilke Maunder
Marseille, Noailles: Bio- und Rohmilch, frisch gezapft. Foto: Hilke Maunder
Rohmilch, frisch vom Bauern. Oder doch lieber Dikmelk? Foto: Hilke Maunder

Im Paradis des Viandes gibt es Halal geschlachtetes Fleisch, bei Yves Baussens geräucherte Rollen magret de canard, luftgetrocknete Gänsesalami und andere Feinkost von der Gans.

Marseille: Schlachter in Noailles. Foto: Hilke Maunder
Alteingesessen: der Schlachter von Noailles. Foto: Hilke Maunder

Den alt eingesessenen Hutmacher Chapellerie Marseille, das Fachgeschäft L’Empéreur für Eisen-, Haushaltswaren und Messer, das seit Generationen ansässig ist, und auch das Stammhaus des Kaffeerösters Noailles Torrefaction findet ihr in diesem spannenden Viertel.

Marseille, Noailles: arabische Gebäckspezialitäten der Patisserie "Le Carthage". Foto: Hilke Maunder
Arabische Gebäckspezialitäten der Patisserie “Le Carthage”. Foto: Hilke Maunder

Und dann, in der Rue d’Aubagne Nummer acht: Le Cartharge, eine Bäckerei mit arabischen Gebäckspezialitäten, die ihr gleich an den Tischen der kleinen Terrasse verzehren könnt. Die Stühle sind perfekt gebaut, um lässig zu chillen, denn ihr könnt die Beine auf ihnen ausstrecken.

Orient und Okzident, vereint im Mikrokosmos von Noailles. Wäre schade, wenn der Charme des Viertels der Spitzhacke zum Opfer fiele!

Marseille, Noailles: die arabische Bäckere Le Cartage. Foto: Hilke Maunder
Treffpunkt des Viertels: die arabische Bäckerei Le Carthage. Foto: Hilke Maunder

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Marseille: Noailles. Foto: Hilke Maunder
Am Rand des Marktes haben Cafés und Bars ihre Stühle aufs Pflaster gestellt. Foto: Hilke Maunder

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3 Kommentare

  1. Der Markt bei der Metrostation Noailles ist sehr beliebt und immer voll. On peut y encore trouver des petits magazins du coin. De nos jours, on construit partout les mêmes enseinges maxi escomptes et on verra si cela permet le quartier de Noailles de rester quand même tel quel est.

  2. Da war ich schon – es ist wirklich atemberaubend, wie man von einer Straße zur nächsten plötzlich im Orient landet! Und ich habe dort köstliches Baklava gekauft in einem sehr netten Teehaus …

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