850 Jahre: Notre-Dame de Paris

Notre-Dame de Paris

Notre-Dame de Paris: Sie gilt als Urmutter aller gotischen Kathedralen Frankreichs. Der Sakralbau im Herzen von Paris gab einem verkrüppelten Glöckner das Gefühl, von einer Frau geliebt zu werden. Bis heute zieht er  jährlich 20 Millionen Menschen in den Bann. 2013 feierte das legendäre Gotteshaus seinen 850. Geburtstag.

Vier Jahre später, am 15. April 2019, brannte die spirituelle Heimat Frankreichs lichterloh. Um 18.50 Uhr hatte Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die von ihrem Büro im Hôtel de Ville auf die Kirche blickt, Flammen auf dem Dach der gotischen Kathedrale erblickt. Vom Außengerüst eroberte sich das Feuer in Windeseile den gesamten Dachstuhl.  Als der Brand nach 15 Stunden gelöscht war, überstrahlte das goldene Kreuz leuchtend die Brandspuren. Mehr zu Brand – und wie auch ihr helfen könnt – erfahrt ihr hier.

Paris: die Seine mit Notre-Dame. Foto: Hilke Maunder

Welch eine Kathedrale im Herzen von Paris!

1163 hatte Papst Alexander III. auf der Île de la Cité, der Keimzelle von Paris inmitten der Seine, ihren Grundstein gelegt. Nicht einmal 60 Jahre später, 1220, fand bereits der erste Gottesdienst statt. In den Kapellen wurde damals noch eifrig gebaut… Wer heute ihr Inneres betritt, ist überrascht, wie dunkel der 127 m lange Kirchenraum ist.

Selbst bei strahlendster Sonne gleicht das Gotteshaus einer schützenden Höhle, nur spärlich illuminiert. Umso funkelnder leuchten die Farben auf den Glasfenstern, den prachtvollen Rosetten, fast überirdisch schön.

Orgelmusik per Knopfdruck!

Die klanggewaltige Orgel wurde Anfang des 19. Jahrhundert von François Thierrys erbaut und 1863– 1868 von Aristide Cavaillé-Coll erweitert. Mit 8.500 Pfeifen und 113 Registern auf fünf Manualen gehört sie zu den größten Orgeln Frankreichs. Auch sie ist mittlerweile  im High-Tech-Zeitalter angekommen. Dank Sprach- und Computersteuerung können Organisten heute Melodien auch per Knopfdruck abspielen lassen.

Die Schutzpatronin von Notre-Dame

Am südöstlichen Vierungspfeiler findet ihr das hochverehrte Gnadenbild der Schutzpatronin der Kathedrale, das um 1330 entstand.  Aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen die 23 Reliefs der Chorschranken. Sie zeigen  Szenen aus dem Leben und der Passion Christi. Rechts neben dem Chor birgt der Trésor die „Großen Reliquien“: einen Dorn aus der Dornenkrone sowie ein Stück Holz und einen Nagel vom Kreuz Christi.

Fantasievögel & Wasserspeier

Mit ihren 69 Meter hohen Türmen war Notre-Dame bis Mitte des 13. Jh.s das höchste Gebäude des Abendlandes. 422 Stufen führen euch in drei Etappen hinauf zu einer der schönsten Aussichten über Paris. Vorbei am Hochsaal mit gotischer Spitzbogen-Architektur erreicht ihr die Galerie des Chimères  in 46 m Höhe.

Ihre 56 Fantasievögel und Fabelwesen wurden erst von Viollet-le-Duc im 19 Jh. entworfen, nachdem die mittelalterlichen Wasserspeier im 18. Jh. wegen Baufälligkeit entfernt worden war. Besonders berühmt wurde der Stryge. Halb Mensch, halb Bestie, stutzt er seinen Kopf auf die Hände und blickt auf Paris.

Vom Turm habt ihr wundervolle Ausblicke auf Paris. Schaut doch mal hier!

Ab in die Unterwelt!

Der Vorplatz vor Notre-Dame war früher dicht bebaut. Im Zuge der Stadtsanierung ließ Baron Haussmann jedoch fast das gesamte Domherrenviertel „Quartier de Chanoine“ abreiße. Wie wie es einst vor und um die Kathedrale ausgesehen hat, verrät ein Stadtmodell im Musée Carnavalet.

In der Crypte archéologique entführt die Place de Parvis noch tiefer in die Vergangenheit. Die 117 m lange archäologische Krypta birgt Reste von gallorömischen Gebäuden und mittelalterlichen Häusern. Zu sehen siind dort auch die Fundamente der merowingischen Vorgängerkirche, die 1980 beim Bau der Tiefgarage zum Vorschein kamen.

Am Nullpunkt Frankreichs

Bei Sonne funkelt im Pflaster des Vorplatzes ein ganz besonderer Bronzestern: der Point Zero. Vom offiziellen französischen Nullpunkt werden alle Entfernungen in andere französische Städte berechnet. Die Reiterstatue zeigt Karl den Großen, der in Frankreich „Charlemagne“ genannt wird, mit seinen beiden Vasallen Roland und Olivier.

Vor den 15 Tonnen schwere Bronzedenkmal, von den Brüdern Louis und Charles Rouchet für die Weltausstellung 1878 geschaffen, gab es am 26. Juni 2009 einen Menschenauflauf: Tausende betrauerten damals zu Füßen des Kaisers den Tod des King of Pop, Michael Jackson, nachzuerleben auf Youtube.

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Mein Reiseführer

Baedeker Paris 2018Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist mein“ Baedeker „Paris“* ist der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

Zu den Fakten, neu und unterhaltsamer präsentiert, gibt es jetzt auch Anekdoten und Ungewöhnliches, was ihr nur im Baedeker findet. Und natürlich ganz besondere Augenblicke und Erlebnisse, die euren Paris-Aufenthalt einzigartig und unvergesslich machen. Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

Paris in Biographien*

Merian: Paris - eine Stadt in Biografien.

Jede große Metropole wird nicht nur von ihren Gebäuden, Straßenzügen und Plätzen geprägt, sondern in erster Linie von den Menschen, die in ihren Mauern leben und arbeiten. Dieses Konzept steht hinter der erfolgreichen Reisebuchreihe MERIAN porträts. Die Bremerin Marina Bohlmann-Moderson, Enkelin des Worpsweder Malers, hat für die Reihe das sehr lesenswerten Paris-Büchlein verfasst.

Auf jeweils acht bis zehn Seiten portraitiert sie Abélard & Héloïse, Henri IV, Louis XIV, Voltaire, Marie Antoinette, Napoléon, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Claude Monet, Auguste Rodin, Auguste Escoffier, Marie Curie, Sidonie-Gabrielle Colette, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Edith Piaf, Boris Vian, Francois Truffaut und Yves Saint Laurent…

Und das nicht nicht nur anhand nüchterner Fakten. Sondern zieht Verbindungen zum heutigen Paris, erwähnt humorvoll Anekdoten und führt den Leser mit Esprit und schwungvoller Feder durch die Stadtgeschichte. Dank ihrer Portraits verankert sie sich viel tiefer im eigenen Wissen als so manch andere kompakte Faktenflut. Wer Paris ein wenig kennt, wird das Bändchen schätzen! Und kann es hier* gleich bestellen.

Das ganze Land

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

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Weihnachten in Paris: Auch vor Notre-Dame erhebt sich ein bunt geschmückter Weihnachtsbaum. Foto: Hilke Maunder
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