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Aveyron!

Nous irons tous au paradis, sang Michel Polnareff 1972. Im Jahr 2006 texte Aveyron-Tourismus das Chanson um in Nous irons tous en Aveyron – Wir werden alle in den Aveyron gehen – und schuf damit eine Hymne, die heute genauso populär ist wie das ältere Original, deckt sie doch perfekt das Lebensgefühl des Département mit der Ordnungsnummer 12 ab.

Das Département Aveyron ist nahezu identisch mit der historischen Provinz Rouergue und gehört es zu den größten und abwechslungsreichsten Départements in Okzitanien. Wer es bereist, spürt sofort die archaische Kraft einer Landschaft, die von den Elementen und einer jahrtausendealten Geschichte geformt wurde.

Mit einer Fläche von 8.735 Quadratkilometern ist das Département die Nummer zwei der Region Okzitanien. Es ist nur geringfügig kleiner als die Haute-Garonne (9.336 km²), lässt aber andere Nachbarn wie das Département Tarn mit seinen 5.758 Quadratkilometern deutlich hinter sich. Sein Namensgeber ist der Fluss Aveyron, der auf dem Causse de Sauveterre westlich von Sévérac-le-Château in 690 Metern Höhe entspringt. Dort beginnt seine 291 Kilometer lange Reise durch das südliche Frankreich, auf der er sich tief in den Fels graben und eindrucksvolle Schluchten formen wird.

Von den Causses bis zum Aubrac

Bereits die schiere Größe des Département sorgt für Vielfalt. DieGrands Causses sind ein riesiges Plateau aus Kalkstein, das sich über die die Grenzen des Départements bis weit hinein in die Nachbardépartements Lozère und Tarn erstreckt – mit tiefen Schluchten, Hochebenen und Höhlen.

Ganz im Norden zeigt das Département sein raues, bergiges Gesicht: Das Aubrac. Rund 1.000 bis 1.400 Meter hoch erstreckt sich diese vukanische Hochebene als eine windgepeitschte, baumlose Weite mit kargen Weiden und tiefen Wäldern. Die Ségala im Zentrum und Westen des Département Aveyron rühmt sich selbst als Pays des cent vallées, als Land der 100 Täler. Das blaue Herz des Départements bilden die weiten Seen des Lévézou

Tor zum Süden: das Viadukt von Millau

Das Tarntal beherbergt einen der größten Touristenmagneten: das Viadukt von Millau. Die weltberühmte Schrägseilbrücke von Norman Foster durchbricht wie ein filigranes Kunstwerk den Himmel über dem Tal. Millau gilt als Outdoor-Hochburg, und Gleitschirmfliegen scheint hier Volkssport zu sein. Auch das Städtchen tief unten im Tal lohnt durchaus einen Besuch und hat vor wenigen Jahren seine Promenade am Tarn saniert.

Liebhaber moderner Kunst pilgern nach Rodez. In der Hauptstadt des Départements Aveyron birgt das Pierre-Soulages-Museum die weltgrößte Sammlung des Avantgarde-Künstlers. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten in der Region zählen die 104 Glasfenster, die er für die romanische Abteikirche Sainte‑Foy in Conques schuf – ein eindrucksvoller Dialog zwischen zeitgenössischem Licht und mittelalterlicher Architektur. Ein separater Raum im Museum widmet sich Soulages‘ Entwürfen.

Im Stadtzentrum von Rodez entführt euch das Musée Fenaille in die Vorzeit. Mit 485 Dolmen und 90 Menhiren birgt das Département Aveyron eine erstaunliche Vielfalt an prähistorischen Zeugnissen. Besonders fremdartig wie faszinierend sind die Statuenmenhire mit ihren in den Stein geritzten Gesichter – in Rodez blicken sie euch unverwandt an. Wer wehrhafte Architektur bevorzugt, sollte das Château Royal de Najac besuchen – eine mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert, die spektakulär auf einem Felsrücken thront. Hin zu dieser eindrucksvollen Ruine führt die Route des Seigneurs de la Rouergue.

Köstlichkeiten der Küche

In den natürlichen Felsspalten von Roquefort-sur-Soulzon reift der berühmteste Blauschimmelkäse der Welt: der Roquefort AOP. Das ganze Jahr hindurch wird – nicht nur auf dem Aubrac, wo es daheim ist, das Aligot genossen – ein herzhaftes Püree aus Kartoffeln und frischem Tome-Käse, das so lange geschlagen wird, bis es glänzende Fäden zieht.

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