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Tarn!

Die dunklen Wälder der Montagne Noire, die bizarren Granitformationen des Sidobre und die sonnenverwöhnten Weinberge von Gaillac: Das Département Tarn inszeniert auf rund 5.758 Quadratkilometern in der Region Okzitanien den Midi als buntes Mosaik aus rotem Backstein, tiefem Grün und blauem Flusswasse. Eingerahmt von den Départements Aveyron, Hérault, Tarn-et-Garonne, Haute-Garonne und Aude, markiert das Département mit der Ordnungsnummer. 80 den Übergang vom Zentralmassiv in die weite Ebene von Toulouse.

Albi: Die rote Stadt des Toulouse-Lautrec

Die Hauptstadt des Tarn, Albi, glüht im Licht der Abendsonne in warmen Terrakotta-Tönen. Über der Altstadt thront die Kathedrale Sainte-Cécile – die größte Backsteinkirche der Welt. Ihr wehrhaftes Äußeres erinnert eher an eine Festung als an ein Gotteshaus, doch im Inneren offenbart sie ein prachtvolles blaues Gewölbe und feinste Schnitzereien. Gemeinsam mit dem angrenzenden Bischofspalast Palais de la Berbie bildet sie ein Ensemble, das seit als UNESCO-Welterbe geschützt ist.

Genau in diesem Palast ist heute das Musée Toulouse-Lautrec untergebracht. Der Maler der Demi-Monde, Henri de Toulouse-Lautrec, wurde hier 1864 geboren – und blieb er seiner Heimat zeitlebens verbunden. Im Sommer kehrte er oft auf das elterliche Schloss Malromé zurück. Das Museum hütet die weltweit bedeutendste Sammlung seines Schaffens – von den flüchtigen Skizzen der Nächte in den Bars der Butte de Montmartre bis zu seinen berühmten Plakaten.

Castres: Spanien am Agout

In Castres schmiegen sich bunte, hohe Fachwerkhäuser an das Ufer des Agout. Berühmt ist die Heimat von Jean Jaurès für das Musée Goya. Dass hier eine der bedeutendsten Sammlungen spanischer Kunst in Frankreich zu finden ist, verdankt die Stadt dem Mäzen Pierre-Henri Riche. Zwischen Werken von El Greco, Velázquez und Zurbarán bilden die Säle mit den Grafiken und Gemälden von Francisco de Goya das Herzstück dieser beeindruckenden Kollektion.

Vom Granit zum Genuss

Im Süden des Départements zeigt der Tarn sein wildes Gesicht. Der Regionale Naturpark Haut-Languedoc schützt die dichten Wälder der Montagne Noire und die Montagne Albigeoise. Im Sidobre liegen riesige Granitblöcke verstreut, als hätten Riesen mit Murmeln gespielt. Der Peyro Clabado, ein tonnenschwerer Fels, der auf einer winzigen Fläche balanciert, ist das Wahrzeichen dieses mystischen Mittelgebirges. Das Tarntal könnt ihr ganz entspannt auf der Véloroute de la Vallée du Tarn per Rad erkunden, vorbei an weiten Weiden und den berühmten Weinreben von Gaillac, die zu den ältesten Frankreichs zählen.

Leder, Wolle und Glas

Der Süden des Départements Tarn ist deutlich stärker industrialisiert als der Norden. Mazamet erlangte durch die Wollverarbeitung Weltruf, Graulhet ist bis heute für seine feinen Lederhäute bekannt. In Albi wird seit Generationen Glas hergestellt. Und wer in Frankreich hochwertigen Granit sucht, landet unweigerlich im Sidobre, wo bis heute die Steinmetzkunst ein wirtschaftlicher Pfeiler ist.

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