Gelbes Gold: Korsikas Öl

Olivenbaum. Foto: Hilke Maunder
Olivenbäume und blauer Himmel: Da stellt sich gute Laune sofort ein! Foto: Hilke Maunder

Jeder, der einmal auf Korsika war, kennt den Duft der wilden Macchia, die Aromen ihrer Kräuter. Genau diesen Geschmack und Geruch hat Anne Amalric in ihrem Olivenöl Fruitée sauvage eingefangen. Seit 1997 produziert die unangefochtene Olivenöl-Königin Korsikas diese Rarität auf dem Plateau d’Aghione an der Ostküste der Insel.

Drei Oliven-Sorten

Die Oliven der Sorten Germaine, Sabine und Leccio werden dort erst bei voller Reife geerntet, handverlesen, bei 25° Celsius
 kalt extrahiert, schonend gefiltert und in kantige grüne Flaschen abgefüllt.

Sie kommen auch beim Zweisternekoch Christophe Bacquié vom Hôtel du Castellet zum Einsatz. Ihre Öle passen auch zum Aperitif: Baguette, Fleur de Sel und Amalrics Olivenöl – parfait !

Auf dem Weg zur Reife: korsische Oliven. Foto: Hilke Maunder
Auf dem Weg zur Reife: korsische Oliven. Foto: Hilke Maunder

Öl für jeden Geschmack

Wichtig zu wissen: Wer bittere Aromen nicht mag, sollte ein anderes Öl wählen! Zum Beispiel das von Raphaëlle Peignier-Astima, die bei Ghisonaccia auf zwölf Hektar mit ihrem Mann Joël Germaine-Oliven anbaut und aus ihnen furios fruchtige Olivenöle presst.

Berühmter jedoch ist die Halbkorsin, deren Vater aus Essen stammt, für ein anderes Öl: ihr l’Huile de Noix, erlesenes Nussöl, gepresst in einer Hydraulikmühle auf ihrem wunderschönen Hof, auf dem auch Pferde, Ponys und Esel leben – und Besucher Crêpes und Kuchen aus Nussmehl genießen können.

Filitosa: der Ring am Olivenbaum. Foto: Hilk Maunder
Ein Baumveteran: der Olivenbaum von Filitosa. Foto: Hilke Maunder

Eine alte Kultur

In der korsischen Macchia ist der Oleaster daheim, der wilde Olivenbaum. Der Olivenanbau begann auf der Insel bereits in der Antike. Manche Bäume sind bis zu 20 Meter hoch, andere mehr als 2000 Jahre alt. Auch klimatisch bietet die Insel beste Bedingungen für den Olivenanbau. Und war 1956 die einzige Region Frankreichs, die nicht von jenem Frost betroffen war, der auf dem Festland große Kulturen zerstört hatte.

Das Olivenöl aus Korsika – Oliu di Corsica DOP wird aus lokalen Sorten hergestellt: Sabina, Ghjermana di Casinca, Zinzala, Capannace, Ghjermana d’Alta Rocca (oder di Tallano) und Curtinese. Bie allen Sorten zeichnet es sich durch seine Milde, seine Vielfalt der Aromen und seine glänzende Goldfarbe aus. Die Oliven werden schwarz gepflückt, d. h. bei voller Reife der Früchte. Sie haben Zeit, am Baum zu reifen und die Aromen der Umgebung aufzunehmen. Dadurch verlieren sie an Bitterkeit und Schärfe und verströmen der korsischen Macchia.

Zwei Erntetechniken

Geerntet werden die Oliven im Winter. Wie die Ernte erfolgt, beeinflusst die Aromen der Früchte. Die Récolte sur l’Arbre sorgt für frischere Noten mit Anklängen an dieAromen von Mandeln, Artischocken oder Äpfeln.

Bei der  Récolte à l’Ancienne, der Ernte nach alter Methode, fallen die Früchte auf Netze. Sie sorgt für sattere, fast süßere Noten in der Frucht.

Info: Korsikas Öl

www.oliudicorsica.fr

Lecker vom Hof

Anna Amalric

Neben ihrem einzigen fruitée sauvage-Öl produziert Anna Almaric noch eine Handvoll anderer Olivenöle, die allesamt ausgezeichnet sind – und sehr unterschiedlich! Wer nicht auf ihrem Hof vorbeifahren kann: IhrAOP-Öl gibt es auch bei Oliviers & Co.
• Domaine de Marquiliani, Aghione, Tel. 04 95 56 64 02, www.gustidicorsica.com

Le Verger de Raphaëlle

Sie baut Oliven, Haselnüsse, Clementinen und Feigen an, produziert Honig und herrliche Öle, backt köstliche Kuchen, liebt kulinarische Experimente und spricht sogar Deutsch: Wer Raphaëlle Peigner-Astima auf ihrem Hof besucht, kann Korsika auf vielerlei Weise kosten.
• Casa Accinta, Ghisonaccia, Tel. 04 95 56 09 11, www.le-verger-de-raphaelle.fr

Feiern

Festa di l’Oliu Novu

Sainte-Lucie-de-Tallano feiert das neue Oliven-Öl – alljährlich ein Wochenende lang Anfang April;  www.facebook.com/afestadiloliunovutalla

Gefällt euch der Beitrag? Dann sagt merci mit einem virtuellen Trinkgeld. Denn Werbebanner oder sonstige Promotions sind für mich tabu. Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert. Unterstützt den Blog. Fünf Möglichkeiten gibt es. Merci!

Weiterlesen

Zum Einstieg: Gebrauchsanweisung für Korsika*

Gebrauchsanweisung für Korsika33 Sommer hatte Jenny Hoch auf der Insel verbracht. Doch erst, seitdem sie quasi lebt, wird sie langsam von den Einheimischen ins Herz geschlossen und integriert, erzählt die Journalistin und Buchautorin, die heute mit ihrer Familie die Tradition ihrer Eltern fortsetzt. Seit sie vier Jahre alt war, sei sie jedes Jahr auf Korsika gewesen, als Kind, als Teenager, als Erwachsene. Immer am selben Ort, immer glücklich, gerade dort zu sein. „Ich weiß, wo am Strand der Rutschfelsen ist, wie die Wellen sich brechen“, erzählte sich bei einer Lesung im Feriendorf zum Störrischen Esel.

Ihre  persönlichen Erfahrungen machen den Reiz dieses Bandes der insgesamt sehr zu empfehlenden  Taschenbuchreihe im Piper-Verlag aus. Jenny Hoch hat sie hintergründig wie humorvoll zu Papier gebracht. Dazu noch ein paar Daten und Fakten: ein perfekter Einstieg, um sich mit der Insel zu beschäftigen. Besser kann keine Reiseplanung beginnen! Wer mag, kann das Werk hier* online bestellen.

Zum Träumen: Das Haus auf Korsika*

Mit wenig Geld und Aufwand hat Pierre Duculot 2011 einen meiner Lieblingsfilme gedreht, die Geschichte eines Ausbruchs, Sich-Finden, die Rückkehr zu den Wurzeln. Und eine Geschichte des Mutes. Ausgelöst durch die Erbschaft eines Hauses, das Christina erbt.

Die Hauptfigur, fast 30, lebt seit zehn Jahren mit ihrem Freund zusammen, jobbt in der Pizzeria ihres Schwiegervaters, überlebt im belgischen Charleroi. Ein eigenes Leben nach ihren Vorstellungen? Das ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten kann. Und mit der Erbschaft doch wagt. Sie macht auf den Weg in den Süden. Und verliebt sich – in die geerbte Bruchbude, die Insel, einen neuen Mann. Wer mag, kann den Film hier* bestellen.

Mein Reiseführer für besondere Momente, Kultur & Genuss

Baedeker KorsikaMit blau lackierten Fingernägeln ordnet Madame auf dem Markt von Bastia in einem Bastkorb längliche Stangen. „Boutargues“, verrät das Schild.

„Das ist echter korsischer Kaviar. Nur noch wenige Fischer entnehmen den Meeräschen den Rogen. Mein Mann ist einer davon.“ Die Rarität hat ihren Preis: 150 Euro das Kilo.

Der Nachbar-Händler sieht das erstaunte Gesicht und hält ein Holzbrett hin: „Goutez!“ Lasst euch mit meinem Baedeker Korsika* an Orten wie diesen (ver)führen. Genussmomente und besondere Erlebnisse: Sie machen den Band besonders. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Und noch ein Reiseführer für Entdecker

Korsika-ReiseführerDer freie Reisejournalist Marcus X. Schmid hat für alle, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind, den besten Reisebegleiter verfasst: sachlich, mit viel Hintergrund, Insiderwissen und Tipps, und doch mitunter sehr unterhaltsam und humorvoll. Ich kann seinen Führer aus ganzem Herzen empfehlen – er hat mich auf allen Erkunden nie im Stich gelassen und mir oft schöne, neue, unbekannte und überraschende Ecken gezeigt.

Der gebürtige Schweizer, Jahrgang 1950, lebt heute als Autor und Übersetzer in der französischsprachigen Schweiz. Wer mag, kann den Reiseführer hier* online bestellen.

* Durch den Kauf über den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

Merci fürs Teilen!

1 Kommentar

1 Trackback / Pingback

  1. Barock, rau, herzlich: die Gesichter von Bastia - Mein Frankreich

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.