Oingt – Dorfschönheit in Goldgelb

Oingt war vor wenigen Jahrzehnten noch ein sterbendes Dorf. Heute blüht es wieder - auch dank des Tourismus. Foto: Hilke Maunder
Oingt war vor wenigen Jahrzehnten noch ein sterbendes Dorf. Heute blüht es wieder - auch dank des Tourismus. Foto: Hilke Maunder

Golden! So leuchten die ockergelben Fassaden von Oingt im Abendlicht. Pierres Dorées heißen dort diese Sandsteine. Sie sind typisch für die Landschaft des Beaujolais mit seinen Weinbergen und seinen unregelmäßig geschwungenen Tälern.

Die <em>Pierres Dorées</em> von Oingt. Foto: Hilke Maunder
Die Pierres Dorées von Oingt. Foto: Hilke Maunder

Wachtposten zwischen Loire und Saône

Viele Jahrhunderte alt sind die Häuser des Dorfes, dessen Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. In der Antike – und später im Mittelalter – bewachte es die alte Passage zwischen Saône und Loire an der Grenze von Beaujolais und Lyonnais. Beide Territorien waren einst verfeindet. Heute lieben die Lyonnaiser das Beaujolais als Ausflugsziel vor der Haustür.

Der Donjon von Oingt birgt das Heimatmuseum. Foto: Hilke Maunder
Der Donjon von Oingt birgt das Heimatmuseum. Foto: Hilke Maunder

Von der ersten Burganlage der Herren von Oingt sind jegliche Spuren verschwunden. Doch im oberen Teil des Dorfes, das die Hügelspitze bekrönt, sind wichtigsten Überreste der zweiten Burganlage zu sehen. Dazu gehören die Überreste des alten Herrenhauses, die Kirche Saint-Mathieu und der Bergfried aus dem 13. Jahrhundert.

Das Kirchenschiff der églse Saint-Mathieu. Foto: Hilke Maunder
Das Kirchenschiff der église Saint-Mathieu. Foto: Hilke Maunder

Dorfmuseum mit Ausblick

Bis zur Französischen Revolution diente er zur Erhebung der Steuern. Heute birgt der Donjon das Dorfmuseum  und eröffnet von seiner Aussichtsplattform auf dem Dach weite Blicke über das Land.

Der Ausblick vom Donjon. Foto: Hilke Maunder
Der Ausblick vom Donjon. Foto: Hilke Maunder

Vor dem Verfall gerettet

Oingt hat das Mittelalter bewahrt. Dass es so heute so idyllisch herausgeputzt ist, liegt am Engagement von Einheimischen und Zugereisten, die das Dorf vor dem Verfall retteten und seine Substanz sanierten. Sie machten es so gut, dass Oingt heute als einziges Dorf an der Rhône als eines der schönsten Frankreichs ausgezeichnet wurde!

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Restauriert ist inzwischen auch das Nizy-Tor, das aus den ab dem 13. Jahrhundert errichteten Befestigungsanlagen hervorgegangen ist. Betrachtet beim Schlendern auch einmal die Namen der engen Gassen. Tyre-laine, Coupe-jarret und Traine-cul heißen sie. Da entstehen doch sofort Bilder im Kopf!

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Winzer und Künstler

Das mussten auch die Künstler gedacht haben, die zur Renaissance von Oingt beigetragen habe. Maler, Kalligrafen, Schmuckdesigner, Glasmaler, Töpfer und Weber gehörten dazu. Insgesamt fünfzehn Kunsthandwerker und Galeristen betreiben im Dorf ihre Werkstätten und Ateliers.

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Hinzu kommen fünf Weingüter, die zur Dégustation laden. Noch gehören sie zur Appellation Beaujolais AOP. Doch schon bald, so hoffen sie, wird auch das terroir der Pierres Dorées als eigene Appellation anerkannt werden.

Foto: Hilke Maunder
Schönheitssalon und Café in einem: La Nature Aux Petits Soins Bio in der Rue Causeret. Foto: Hilke Maunder

Oingt: meinen Reisetipps

Schlemmen

La Clef de Voûte

Authentische Küche des Beaujolais mit Weinen der Region. Im Winter sorgt ein Kamin für wohlige Gemütlichkeit im Gewölbesaal.
• 40, Petite Rue du Marché, 69620 Val d’Oingt, Tel. 04 74 71 29 91

La Table du Donjon

Jean-Marc und Mathieu servieren in ihrem gehobenen Restaurant eine klassische französische Küche. Sie verarbeiten die besten regionalen Produkte im Einklang mit den Jahreszeiten. Die Tische im Saal sind weiß eingedeckt. Schön im Sommer: die Terrasse mit herrlichem Ausblick.
• 64, Petite Rue du Marché, 69620 Val d’Oingt, Tel. 04 74 71 20 24, www.latabledudonjon.fr

Bio-Winzer

Domaine Paire

Das Weinmuseum der Domaine Paire. Foto: Hilke Maunder
Das Weinmuseum der Domaine Paire. Foto: Hilke Maunder

Wer den Keller von Biowinzer Jean-Jacques Paire besucht, betritt zunächst ein kleines Museum. Seine zahlreichen Arbeitsgeräte illustrieren anschaulich den Weinbau von einst. Auch eine Sammlung von Holzpantinen gehört dazu!

Vorbei an alten Weinfässern geht es in den Verkostungskeller. Dort könnt ihr bei der Standardführung drei Weine degustieren. Kleine Käse- und Charcuterie-Proben begleiten die Weinprobe.
 Ronzière, 1591 route de Sainte-Paule, 69620 Ternand Tel. 04 74 71 35 72, https://domaine-paire.business.site, Termine für Verkostungen und Kellerbesuche: www.destination-beaujolais.com

Weintank im Keller der Domaine Paire. Foto: Hilke Maunder
Weintank im Keller der Domaine Paire. Foto: Hilke Maunder

Noch mehr Betten*
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Die Landschaft zwischen Oingt und Ternand. Foto: Hilke Maunder
Die Landschaft zwischen Oingt und Ternand. Foto: Hilke Maunder

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2 Kommentare

  1. Liebe Hilke,ich bin recht neu in Deinem Blog und SOOO froh,ign entdeckt zu haben!😊Freue moch auf alle neuen Ausgaben!Weiter so!
    WO kann ich infos zu Hausboottouren in der Franche Comté ,Doubs, Saône ,OHNE viel Schleusen finden?Vielleicht einen Reisebericht? Freue mich auf Deine Antwort! Erika

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