Die schönsten Outdoor – Erlebnisse in Südfrankreich

Via Ferrata in Okzitanien

Outdoor statt indoor: Die facettenreichen Landschaften von Südfrankreich und das Klima verführen geradezu dazu, den ganzen Tag draußen zu verbringen. Meine ganz persönlichen Top-Ten-Gründe für eine Schreibtischflucht verrate ich euch hier… und freue mich auf eure Outdoor – Vorschläge in der Kommentarbox am Textende!


Auf zur Salinentour

Seit der Antike wird an der südfranzösischen Küste in großen Salzpfannen das weiße Gold des Meeres gewonnen. Welche Arbeiten die Sauniers im Jahreslauf verrichten – und wie sie mit großen Rechen nicht nur das grobe „sel gris“, sondern auch die kostbare „fleur de sel“ (Salzblume) gewinnen, verraten Führungen.

      • Compagnie des Salins du Midi, Route du Grau-du-Roi (RD 979), 30220 Aigues-Mortes, Tel. +33 4 66 73 40 24, www.visitesalinsdecamargue.com. Die großen Salzgärten der Salins du Midi lassen sich von März bis November im Mini-Zug besichtigen, von April bis Oktober auch im e-Car oder per Mountainbike.
      • Le Salin de La Palme,La Pacheyrasso, 11480 La Palme, Tel. 04 68 46 26 91, www.salindelapalme.com, Kutschentour (45 Min.,  Apr. – Juni, Sept. Fr. – So. 10.15, 11.15, 14.30, 15.30, Jul./Aug. 10.15, 11.15, 16.00, 17.00, 18.00 Uhr), Minizug (50 Min., Apr. – Juni, Sept./Okt. 11.00, 14.00, 15.00, Jul./Aug. 11.00, 14.30, 15.30, 16.30, 17.30 Uhr).

Mit der Draisine unterwegs

Auch hoch über dem Tal des Cernon locken heute Outdoor – Kicks:  zwei Ausflüge auf alten Schienensträngen. Kinderleicht und familienfreundlich ist die Strecke „Les Orchidées“, die acht Kilometer lang mit leichtem Gefälle immer neue Paradeaussichten auf das Templerstädtchen und die umliegende Landschaft eröffnet. Etwas mehr Kondition erfordert die Rundroute „Les Papillons“ mit einer Steigung von 1,8 Prozent. Für etwas Gänsehaut unterwegs sorgen das große Viadukt und drei Tunnel.

Glasklar sind die flachen Fluten des Gardon am Pont du Gard. Foto: Hilke Maunder

Paddeltour am Pont du Gard

Ein Spaziergang über den weltberühmten Pont du Gard gehört zum Standard. Viel spannender ist es, sich ein Kanu oder Kajak zu mieten und auf dem Gardon unter dem historischen Brückenbogen hindurch zu gleiten. Zwei geschichtsträchtige Brücken bilden den Anfang und das Ende der Paddeltour: der romanische Pont Saint-Nicolas de Campagnac, der seit 1260 mit sieben 27 m hohen Bögen den Gardon überspannt, und die wohl berühmteste Wasserleitung der Antike, der Pont du Gard. Wer wenig Zeit hat, setzt sein Boot in Collias ein und paddelt in zwei Stunden zum Welterbe.

Naturwandern in der Camargue

Salzwiesen und dichtes Schilf, Dünen und Deiche: Mitten durch die amphibische Naturlandschaft der Camargue führen drei Naturlehrpfade mit 500 Meter, 1,5 und vier Kilometer Länge, die am neuen Centre du Scamandre von Vauvert beginnen. Das 146 ha große Naturschutzgebiet ist ein Paradies für Vogelfreunde – neben großen Populationen von Ibissen lassen sich hier auch neun Reiher-Arten beobachten. Tolle Tipps für Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad enthalten die kostenlosen Faltblätter, die es am Infozentrum gibt.

Im Seekajak die Küste entdecken

Im Norden des Languedoc haben sich Tarn, Hérault und andere Flüsse tief in das Kalkgestein eingeschnitten und bieten spektakuläre Schluchten und klares Wasser, die bei Paddlern legendär sind. Die traumhafte Küste ist jedoch noch ein Geheimtipp für Kanuten.

In Sète ihr bei geführten Törns die Känale des Venedig des Languedocs und weite, stille Étangs entdecken, die köstliche Austern liefern. So schmeckt mir Outdoor :-).

      • Kayakmed, Le Môle Saint-Louis, 34200 Sète, Tel. +33 4 67 74 49 23, www.kayakmed.com

Stand-Up-Paddling am Lac du Salagou

Auf Hawai’i wurde es erfunden, in Frankreich ist es hip: das SUP, wie die Szene das „Stand-UP-Paddling“ nur nennt. Am Lac du Salagou verraten Guide in Blitzkursen, wie das Paddeln im Stehen auch Anfängern kinderleicht gelingt.

Das Beste: Der Balanceakt auf dem Board bringt nicht nur Heidenspaß, sondern ist zugleich das perfekte Ganzkörpertraining. Wer will, kann sich völlig auspowern – oder ganz entspannt und langsam dahin gleiten.

      • Base de Plein Air du Salagou, Lac du Salagou, 34800 Clermont l’Hérault, Tel. +33 4 67 96 05 71, www.basedusalagou.com

Im Hundeschlitten durch die Pyrenäen

Zwölf Hunde, angeleint vor der hölzernen Pulka, dem flachen, wannenförmigen Schlitten, in dem ein Rentierfell vor der Kälte schützt. “Ghee” ruft Fréderic in die weiße Stille, “rechts!” “Whao!”… “Whao!!”… “Whao!!!”: Im Hundeschlitten durch die verschneiten Pyrenäen zu sausen, ist ein unvergessliches Erlebnis. Angeboten werden Mushing-Touren in allen fünf Départements der Pyrenäen.

Kraxeln auf der Via Ferrata

Im Herzen des Pyrenäen-Nationalparks ragen steil die Wände des Cirque de Gavarnie auf. Der Felskessel, heute als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt, ist eine traumhaftes Terrain zum Mountainbiken, Wandern und Klettern – mit der 400 m langen Route durch das Chaos de Coumély birgt er auch die wohl schönste der neun „Vie Ferrate“ von Midi-Pyrénées.

Wer noch nie gekraxelt ist: Im Sommer zeigen Bergführer, wie man die Seilstrecke sicher meistert! Eine wunderschöne Via Ferrata findet ihr auch in meiner Wahlheimat Saint-Paul-de-Fenouillet – mit traumhafter Aussicht auf das Tal des Agly und die Bergspitzen der Pyrenäen. Outdoor vom Feinsten!

www.gavarnie.com

Auf den Spuren der Katharer

Bis heute sind die Katharer, die sich vom Papst lossagten und ein strenggläubiges, asketisches Leben führten, Geheimnis umwittert. Schreckliche Geschichten sind überliefert von den Auseinandersetzungen zwischen den päpstlichen Kreuzzüglern und den „Ketzern”.

Zu ihren spektakulären Burgen und köstlichen Weinen am Wegesrand führt der Sentier Cathare. Der Fernwanderweg beginnt an den Badestränden und Salzseen von Port-la-Nouvelle am Mittelmeer – und endet nach rund 200 Kilometern in Foix am Fuße der Pyrenäen.

www.payscathare.org

Die Katharer-Festung von Puivert. Foto: Hilke Maunder

Sternennächte auf dem Pic du Midi

Schon die Auffahrt ist ein Erlebnis: Sommer wie Winter schwebt eine Seilbahn von La Mongie leise hinauf zum 2877 m hohen Gipfel des Pic du Midi de Bigorre. Lange war der Besuch der Spitze nur den Wissenschaftlern vorbehalten, die im höchstgelegenen Observatorium Europas ferne Galaxien erforschten.

Seit 2003 nationales Naturgut, lockt der Pic mit traumhaften Ausblicken von der 750 m langen Aussichtsterrasse. Und märchenhaften „Nuits au Sommet “, bei denen maximal 19 Gäste den legendären Gipfel ganz für sich genießen können – vom Dîner und Planetariumsbesuch bis zum Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

www.picdumidi.com

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Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Frankreich Süden (Okzitanien)*

Der Bildatlas "Frankreich Süden" von Hilke Maunder - die fünfte AuflageMein DuMont Bildatlas Frankreichs Süden* fängt zwischen Rhône und Garonne, Cevennen und Pyrenäen in sieben Kapiteln die Faszination der alten Region Languedoc-Roussillon in Wort und Bild ein – auch als eBook!

Von Montpellier, der Boomtown am Mittelmeer, bis zum römisch-romantischen Nîmes, von den Étangs bei Narbonne bis zur katalanischen Kapitale Perpinyá. Und noch ein Schlenker nach Carcassonne und Toulouse: voilà meine Herzensheimat! Wer mag, kann den Band hierdirekt bestellen.

MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatKompakt & inspirierend: MARCO POLO Languedoc-Roussillon*

Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich in meinem Frankreichjahr neu entdeckt und getestet habe.  Beide MARCO POLO-Bände hält ein Online-Update-Service aktuell, der euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen informiert. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights.

Dennoch: Das gut 560 Seiten dicke Werk ist der beste Führer für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen. In Ergänzung empfehle ich den Band von Petit Futé.

Michael Müller Verlag, 8. Auflage 2018, ISBN 978-3-89953-997-4, www.michael-mueller-verlag.de

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

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8 Kommentare

  1. Danke für die Tipps. Zur Camargue können wir noch die Ostseite des Etang du Vaccares empfehlen. Eine schmale Straße führt zum Zentrum der Reserve Naturelle de Camargue, nach La Capelière. Neben einem kleinen Museum über Landschaft, Flora und Fauna kann man auf ausgeschilderten Wanderpfaden durch die urtümliche Natur der Camargue wandern und viele Wasservögel aus überdachten Unterständen beobachten. Wenige Kilometer südlich liegt eine ehemalige Saline, Le Salin de Badon, wo man auf etwa 5 km Pfaden durch die herrliche Brackwasserlandschaft wandern und ebenfalls Wasservögel beobachten. Und das Tolle an diesem Punkt ist: man kann dort sogar in einem einfachen Quartier übernachten.
    Wer allerdings die berühmten rosa Flamingos sehen will, muss sich noch weiter südlich in Richtung des Leuchtturms La Gacholle begeben. Auch dieser Standort gehört heute zur Reserve Naturelle. Mit dem Auto auf einem zuletzt etwas abenteuerlichen Weg bis zu einem Parkplatz, dann etwa 4 km zu Fuß zum Leuchtturm. Flamingos über Flamingos!

  2. Ich würde am liebsten gleich los! Seufz… Stattdessen sitze ich weiterhin am Schreibtisch – nun jedoch etwas entspannter. Danke für den kurzen, gedanklichen Ausflug, Hilke! 🙂

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