Schöner schlafen in Paris

Paris: Hôtel du Louvre

Mon Dieu! Rund  120.000 Zimmer in 2.020 Hotels soll es in Paris geben, hält die Statistik des Tourismusamtes Paris für 2017 fest. 85 Häuser mit 8.152 Zimmern gehören der 5-Sterne-Kategorie an. Mehr als 1.200 Hotels decken den Drei- und Viersternebereich mit rund 72.000 Zimmern ab. Neben 240 Zweisternehotels mit 13.170 Zimmern gibt es noch 21 Einsternehäuser – und 514 nicht klassifizierte Herbergen.

Der Hotelmarkt in Paris boomt

Doch trotz des großen Angebotes ist es mitunter schwer, in der Hochsaison oder zu Messezeiten ein Bett zu erhalten. Der Pariser Hotelmarkt ist daher sehr dynamisch. Doch nicht immer geht es so schnell voran, wie Investoren es erhoffen.

So soll das  denkmalgeschützte Jugendstilkaufhaus La Samaritaine, seit 2005 geschlossen, zur Seine hin als nobles L’Hôtel Cheval Blanc mit 80 Zimmern, Dachgarten und Givenchy-Spa wieder zu neuem Leben erwachen. Zur Straße hin sind Läden und Lokale geplant. Mehrfach behinderten Baustopps die Umsetzung des Projekts. Erst 2015 gab es schließlich grünes Licht für das Bauvorhaben

Quer durch alle Sterne-Kategorien gibt es jedoch auch Häuser, die aus dem Rahmen fallen – mit einer ungewöhnlichen Geschichte, einem einzigartigen Ambiente oder neuartigem Konzept.

Oscar Wildes Lieblingsherberge

Zu den schönsten Adressen an der Seine gehört das letzte Zuhause von Oscar Wilde, das sich einfach nur L’Hôtel* nennt. »Ich kann auf alles verzichten, nur nicht auf den Luxus« schrieb Wilde, der 1897 nach zwei Jahren Haft wegen Homosexualität seine Heimat verließ und nach Paris zog. In der Hotellobby erinnern Fotos an den geistreichen Schriftsteller, der, obwohl völlig mittellos, im besten Zimmer logieren durfte, der Nr. 16.

Über dem Schreibtisch hängt eingerahmt eine Mahnung des Hotels, die Zeche zu begleichen – als Wilde im November 1900 starb, hinterließ er eine unbezahlte Rechnung über 26.430 Francs. Das charmante Stadtpalais aus dem Zweiten Kaiserreich wurde von Jacques Garcia im Retrochic in eine glamouröse wie diskrete Nobelherberge umgewandelt – mit michelinbesternten Restaurant, begrünten Innenhof,  türkisches Dampfbad und 20 Zimmern.
• 13, Rue des Beaux Arts, 75006 Paris, Tel. +33 1 44 41 99 00, http://www.l-hotel.com. Wer mag, kann das Hotel hier* direkt online buchen.

Schöner schlummern beim Bäcker

Christian Lacroix hat im Marais eine ehemalige Bäckerei in das winzige, romantische Hôtel du Petit Moulin* verwandelt. Hinter der denkmalgeschützten Fassade inszenierte Lacroix eine Mischung Mix aus Mode und Theater, eine Puzzle der Stile, Farben und Muster. Jedes der 17 Zimmer ist für sich ein Kunstwerk der Fantasie, mit groß gemusterten Stoffen in grellen Farben, Ethno-Objekten, Kupferstichen in XXL und Zeichnungen des Designers, kurzum: Plüsch und Prunk, Tradition und Trend, opulent und oui, très parisien.
• 29, Rue de Poitou, 75003 Paris, Tel. +33 1 42 74 10 10, www.hotelpetitmoulinparis.com.

Andrée Putmans Duo

Gleich zwei Häuser hat im Januar 2013 verstorbene Inneneinrichterin Andrée Putman in Paris designed – das 2001 eröffnete Pershing Hall und das Hôtel Mathis Elysées*. Für letzteres Haus wählte die Designerin 2010 das Thema »Boudoir«   – als Stilmix aus Strenge und fließenden Linien, mit Liebe zu Glanz in Messing und Gold, verhaltenem Schwarz, Mosaik und Lüstern, einem Hauch Art déco, einer Prise Empire. Dezenter Prunk, wie er noch heute in Pariser Stadtpalais zu finden ist.

In den 23 Zimmern hat die Grande Dame des französischen Designs ihrem Hang zur Farbe und spannungsreichen Kontrasten nachgegeben, ist die Wand mal tiefblau, dann mit rotbraunem Brokat bezogen. Verschnörkelte Betten aus Metall oder lederbezogene, puristisch klare Liegestätten versprechen eine geruhsame Nacht.
• 3, Rue de Ponthieu, 75008 Paris, Tel. +33 01 42 25 73 01, www.paris-hotel-mathis.com.

Wer mag, kann das Hotel hier* direkt buchen.

Global Schick beim Eiffelturm

India Mahdavi ist Meisterin des »Global Chic«, den sie in den nur 15 geräumigen Zimmern des Hôtel Thoumieux* mit einem gewagten Muster- und Materialmix umgesetzt hat: mit Tapeten mit floralen Ornamenten, marmorierten Tischen, grafisch gemustertem Teppich, gepaart mit einem Teppich im Leo-Druck, einem roten Sessel und einem vergoldeten Spiegel: ein Rausch der Farben und Formen der keine Stilbrüche scheut.

Exklusiv und einzigartig wie die Zimmer ist die Küche von Jean-François Piège, der in seinem Sternerestaurant Sommelier und Speisekarte verbannt hat – und stattdessen täglich mit  »Les Règles du Jeu« überrascht  – Kreationen der Einkäufe vom Markt.
• 9, Rue Saint-Dominique, 75007 Paris, Tel.+33 1 47 05 49 75, www.thoumieux.fr.

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Bücherwurm? Hier steht Dein Bett!

Das Apostrophe Hôtel* schließlich versteht sich als Gedicht-Hotel. Sandrine Alouf hat seinen Parcours rund um die Schreibkunst erdacht. Er inszeniert das Hotel als Roman. Jedes der 16 Zimmer erzählt ein Kapitel. Fotovorhänge setzen das Thema, variieren es mit  Grafiken, Kalligraphie und Typographie und laden Künstler wie Catherine Feff ein, die mit ihrer Lichtinstallation fantasievolle Schatten von Bäumen auf die Hotelfassade zauberte.
• 3, Rue de Chevreuse, 75006 Paris, Tel.+33 1 56 54 31 31, www.apostrophe-hotel.com/fr.
Wer mag, kann das Hotel hier* direkt online buchen.

Mamas Zuflucht in Paris

Im 20. Arrondissement stylte Philippe Starck das Mama Shelter zur schicken Low-Cost-Herberge. Per Skype können Fotos auf die Hotelbildschirme gepostet werden, und wer nicht erkannt sein will, setzt sich die Karnevalsmasken auf, die als Lampenschirme dienen. Das Restaurant des 170-Betten-Hauses serviert einfache und hausgemachte Küche sowie Gerichte von Guy Savoy, die ihr  an großen Tischen mit Freunden teilen könnt. An der riesigen Inselbar, der Pizzeria, der Terrasse oder auf der Dachterrasse könnt ihr andere Reisende treffen -oder nur einen Drink genießen und den nächsten Tag oder Abend planen.
• 109, Rue de Bagnolet, 75020 Paris, Tel. +33 1 43 48 48 48, www.mamashelter.com/de/paris.

Wer bei Mama schlummern möchte, kann hier* direkt sein Bett buchen.

Betten mit Bohème-Flair

Dass in Paris preiswert längst nicht mehr nur billige Bettenburg am Stadtrand bedeutet, sondern auch stylisch und trendy, beweisen auch die Gat’folies unweit der Oper und den Galerien Lafayette: 38 weißmoderne Zimmer und drei Suiten mit Bohème-Flair, inspiriert von den Folies Bergères. Für Verliebte gibt’s zum Doppelzimmer mit Frühstück und Spätabreise noch Champagner und Früchte…
• 4, Rue Geoffroy-Marie, 75009 Paris, Tel. +33 1 44 83 67 15, www.gatrooms.fr/fr/hotel-gat-folies/h8.

Schlummern auf der Seine

In nächster Nähe zum Bahnhof Austerlitz könnt ihr jetzt auch auf der Seine schlafen. Das erste Pariser Flusshotel hat  54  Zimmer und vier Suiten, eine Lounge-Bar für Wein und Tapas, Früh, Frühstück und Brunch, einen Plunge Pool und eine Marina. Hier erlebt ihr die Stimmungen der Seine im Wechsel des Lichts, der Stunden – was für eine Szenerie. Die Pariser haben Off Paris Seine blitzschnell als coole Location für einen Cocktail nach der Arbeit entdeckt. Chillen und schlummern zum Ballett der Boote: parfait!

© Hilke Maunder; Fotos: Zimmer innen: © bei den jeweiligen Hotels

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Offizielles Paris-Portal: http://de.parisinfo.com

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Mein Reiseführer

Baedeker Paris 2018Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist „mein“ Baedeker „Paris“ in der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente enthält.

Zu den Fakten, neu und unterhaltsamer präsentiert, gibt es jetzt auch Anekdoten und Ungewöhnliches, was ihr nur im Baedeker findet. Und natürlich ganz besondere Augenblicke und Erlebnisse, die euren Paris-Aufenthalt einzigartig und unvergesslich machen.

Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

Paris in Biographien

Merian: Paris - eine Stadt in Biografien.

Jede große Metropole wird nicht nur von ihren Gebäuden, Straßenzügen und Plätzen geprägt, sondern in erster Linie von den Menschen, die in ihren Mauern leben und arbeiten. Dieses Konzept steht hinter der erfolgreichen Reisebuchreihe MERIAN porträts. Die Bremerin Marina Bohlmann-Moderson, Enkelin des Worpsweder Malers, hat für die Reihe das sehr lesenswerten Paris-Büchlein verfasst.

Auf jeweils acht bis zehn Seiten portraitiert sie Abélard & Héloïse, Henri IV, Louis XIV, Voltaire, Marie Antoinette, Napoléon, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Claude Monet, Auguste Rodin, Auguste Escoffier, Marie Curie, Sidonie-Gabrielle Colette, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Edith Piaf, Boris Vian, Francois Truffaut und Yves Saint Laurent…

Und das nicht nicht nur anhand nüchterner Fakten. Sondern zieht Verbindungen zum heutigen Paris, erwähnt humorvoll Anekdoten und führt den Leser mit Esprit und schwungvoller Feder durch die Stadtgeschichte. Dank ihrer Portraits verankert sie sich viel tiefer im eigenen Wissen  als die kompakte Faktenflut, die andere Reiseführer liefern. Wer Paris ein wenig kennt, wird das Bändchen schätzen!Und kann es  hier* gleich bestellen.

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