C’est la vie: das Paris von Daumier und Toulouse-Lautrec

Honoré Daumier Don Quijote und Sancho Pansa, 19. Jhdt. © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Honoré Daumier Don Quijote und Sancho Pansa, 19. Jhdt. © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Es war eine spannende Premiere: Erstmals würdigte die Ausstellung C’est la vie vom 16. Mai bis 3. August 2014 in Hamburg die beiden größten französischen Lithographen des 19. Jahrhunderts, Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) und Honoré Daumier (1808-1879), in einer Gegenüberstellung.

Beide Künstler gleichen sich nicht nur darin, dass sie dem Steindruck höchsten Stellenwert einräumen, sondern auch durch ihren Blick von außen: Beide nehmen von einer Randposition her die französische Hauptstadt Paris durch Momentaufnahmen in den Fokus. Bei Henri de Toulouse-Lautrec jährte sich der 150. Geburtstag.

Dies allein ist für Prof. Dr. Hubertus Gaßner, der die Ausstellung mit Dr. Jonas Beyer kuratierte, diesen Virtuosen aus der Zeit der Belle Époche, dessen farbgesättigte Drucke noch heute Zeugnis von den nächtlichen Vergnügungen im Paris der Jahrhundertwende abgeben, mit herausragenden Bildern seines Schaffens zu ehren.

„Überraschend deutlich tritt Toulouse-Lautrec in Zwiesprache mit Daumiers Kunst. Er paraphrasiert, deutet um, verstärkt – eine bisher übersehene Komponente im Werk des Künstlers,“ sagte Gaßner. Daumier, der lange Zeit überwiegend politisch rezipiert wurde, wird wiederum als scharfzüngiger Chronist seiner Mitbürger im Trubel der Metropole greifbar, so die beiden Kuratoren. Vor allem ist es diese inhaltliche Ebene, auf der sich beide Künstler ohne Unterlass berühren.

Wie Daumier war Toulouse-Lautrec ein passionierter Protagonist seiner Zeit, der den Menschen auf schonungslos direkte Weise in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen schildert. Die dialogische Gegenüberstellung von Werken zeigte Szenen aus Pariser Gerichtssälen, das Freizeitverhalten des Städters oder dessen exzentrisches Gebaren, sobald er sich in Gesellschaft seiner Mitbürger befindet.

Wenngleich der Schwerpunkt der Ausstellung auf den Meisterlithographien lag, jenen mondänen Plakaten und lebensnahen Karikaturen, die das kollektive Gedächtnis bis heute prägen, waren Toulouse-Lautrec und der knapp zwei Generationen ältere Honoré Daumier auch im Einsatz anderer Medien hochgradig versiert. Zeichnungen und Ölbilder setzten daher an verschiedenen Stellen der Ausstellung einen kraftvollen Kontrapunkt.

Dabei konnte aus einer Fülle an Werken der Hamburger Kunsthalle sowie aus Sammlungen anderer großer Museen und Privatsammlungen geschöpft werden. Ergänzend wurden Filmdokumentationen über das Paris um 1900 und teils großformatige historische Stadtphotographien das Bild komplettieren, das beide Künstler vom Paris des 19. Jahrhunderts so eindrucksvoll vermittelten.

© Abbildung: Pressebild, Hamburger Kunsthalle

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