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Sarthe!
Geografisch und kulturell markiert das Département Sarthe einen der sanftesten Übergänge Frankreichs. La Sarthe ist das historisches Scharnier zwischen dem kühleren Norden und wärmeren Süden– und den alten römischen Provinzen Armoricum (Bretagne und Normandie) im Westen und Aquitania (Loire-Tal und Südwesten). Diese Mittlerrolle prägt bis heute das Licht, die Architektur und die Lebensart dieses 6.206 Quadratkilometer großen Départements Sarthe in der Region Pays de la Loire. Eingebettet zwischen den Départements Maine-et-Loire, Mayenne, Eure-et-Loir, Orne und Loir-et-Cher, bildet La Sarthe die Brücke zwischen der Ile-de-France und der Bretagne.
Auch hier war die Namensgeberin für das Département ein Fluss. Die Sarthe entspringt in Surfontaine, einer kleinen Gemeinde im Département Orne der Normandie, auf einer Höhe von 261 Metern und fließt von dort etwa 280 Kilometer in nordwestlicher Richtung, bevor sie in Le Mans in den Loir mündet.
Le Mans: Zwischen Mittelalter und Motorsport

Die Hauptstadt des Départements Sarthe ist Le Mans, das seine Altstadt hinter einem Gürtel aus Gewerbe und Beton versteckt. Doch hoch auf einem Hügel ist seine Cité Plantagenêt wahrhaft filmreif – was sie schon oft bewiesen hat.
Mächtigen römische Stadtmauern – die am besten erhaltenen ihrer Art in Frankreich – schützen bis heute dieses Idyll mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen und bunten Fachwerkhäusern. Von hier oben schweift der Blick über den Flusslauf der Sarthe über die Kathedrale Saint-Julien, ein Meisterwerk zwischen Romanik und Gotik, bis hin zu den modernen Wohnriegeln der Neustadt.
Weltberühmt ist Le Mans auch für das Dröhnen der Motoren. Seit 1923 wird hier alljährlich Mitte Juni das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans ausgetragen, die wohl ultimativste Prüfung für Mensch und Maschine. Die Rennstrecke führt teilweise sogar über öffentliche Landstraßen!

Architektonische Schätze und stille Abteien
Abseits der Rennpiste offenbart das Département mit der Ordnungsnummer. 72 ein reiches kulturelles Erbe. Vor den Toren von Le Mans gründete Königin Berengaria von Navarra die Abtei von Épau. Die Abtei von Solesmes at sich ganz und gar der Pflege des gregorianischen Chorals verschrieben.
Prächtige Schlösser wie das Château du Lude, das erste der großen Loire-Schlösser im Norden, oder das herrschaftliche Château de Courtanvaux zeugen vom höfischen Glanz vergangener Jahrhunderte. In La Flèche beeindruckt neben dem renommierten Prytanée National Militaire vor allem der renommierte Zoo, der zu den schönsten Anlagen des Landes zählt.

Alpes Manchelles: ein Hauch von Hochgebirge
Das landschaftliche Juwel des Départements versteckt sich an der Grenze zur Normandie: die Alpes Mancelles. Im regionalen Naturpark Normandie-Maine hat sich die Sarthe tief in das Gestein gegraben und ein fast schluchtartiges Tal geformt. Am Mont d’Écouves schwingen sie sich die sanften Berge der „Alpen“ von Le Mans bis auf eine Höhe von 409 Metern auf: herrliche Aussichten locken hier beim Wandern!
Malerische Orte wie Saint-Léonard-des-Bois schmiegen sich ans Ufer. Die sanften „Alpen“ von Le Mans schwingen sich am Mont d’Écouves bis auf 409 Meter auf und bieten Wanderern weite Panoramablicke über die bewaldeten Hügelketten.

Das Reich der Rillettes
Man kann das Département Sarthe nicht verlassen, ohne die Rillettes de Le Mans probiert zu haben. Dieser herzhafte Brotaufstrich aus langsam in eigenem Saft gegartem Schweinefleisch ist das kulinarische Aushängeschild von der Hauptstadt und ein perfekter Begleiter zum Apéro. Als offizielles „Nationalgericht“ des Départements Sarthe gilt La Marmite Sarthoise, obgleich es erst in den 1970er-Jahren von lokalen Köchen kreiert wurde, um die besten Erzeugnisse der Region in einem Topf zu vereinen.
Entstanden ist eincremiges Ragout, das aus Hühnerfleisch (idealerweise das berühmte Poulet de Loué), Kaninchen, Schinken, Pilzen und regionalem Gemüse besteht. Das Geheimnis liegt in der Sauce: Sie wird mit Jasnières (dem lokalen Weißwein) abgelöscht und mit reichlich Sahne verfeinert. Der Jasnières ist ein trockener Weißwein aus dem Loir-Tal mit mineralischen Noten, der gut altert. Zum Dessert locken die Sablés de Sablé, jene berühmten Butterplätzchen, die ihren Ursprung im gleichnamigen Städtchen Sablé-sur-Sarthe haben.




