Nationalsport der Küste: die Pêche à Pied

Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Ein Sommertag an der Plage de la Bonne Source von Pornichet, einem beliebten Strandbad in der Bucht von La Baule im Département Loire-Atlantique: Silbrig tanzt die Sonne auf den letzten Wasserlöchern, träge ruhen Jachten und Boote im Hafen auf dem Wattboden.

Wie Spaghetti aus Sand ringeln sich die Ausscheidungen des Wattwurms auf dem Sand. Am fernen Horizont kräuselt das Meer sanft seine Fluten.

Jetzt ist Ebbe. Und Zeit für die pêche à pied. In gebückter Haltung suchen Männer, Frauen und Kinder den Meeresboden nach Krusten- und Schalentieren ab.

Schätze aus dem Meer

Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Was führ eine paradiesische Vielfalt an fruits de mer legt das Niedrigwasser für einige Stunden frei! Inmitten dieser Wildnis voller Wunder kleben Miesmuscheln an modrigen Holzbalken.

Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Austern, Herzmuscheln, Strandschnecken verstecken sich nur nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche. Taschenkrebse krabbeln über riesige Wälder aus Tang – lauter köstliche Schätze, frisch aus dem Meer.

Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Und ganz und gar kostenlos zu ernten bei der pêche à pied! Meeresfrüchte lassen sich bei Ebbe entlang der gesamten französischen Küste sammeln, doch im Nordwesten ist die archaische Essenssuche im Watt Nationalsport.

Dort gibt es sogar eine eigene Webseite, die Arten und beste Sammelorte in der Bucht des Mont-Saint-Michel vorstellt: https://www.la-peche-a-pied.fr.

Nutzt die Springtiden!

Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Besonders bei Neumond im Frühjahr und Vollmond im Herbst, wenn die grandes marées mit Tidenhüben von mehr als 13 Metern bei Ebbe einen reich gedeckten Tisch auf dem Meeresboden hinterlassen hat, gibt es kein Halten mehr.

In alter Kleidung, hohen Gummistiefeln oder alten Sportschuhe nan den Füßen, bewaffnet mit Eimer, Hacke und Messer, ziehen die Franzosen zur pêche à pied hinaus in die Weite des Watts.

Achtung

Foto: Hilke MaunderIn einigen wenigen Küstenregionen ist die “Fußfischerei” verboten. Über Schutzzeiten, Mengen und Größen, die beim Sammeln von Meeresfrüchten zu beachten sind, informieren die Offices de Tourisme vor Ort.

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Pêche à Pied in Pornichet. Foto: Hilke Maunder
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