Pierre Richard: Der große Blonde mit dem roten Wein

F/Languedoc-Roussillon/Gruissan: Château Bel Évêque, Schauspieler Pierre Richard signiert seine Flaschen. Foto: Hilke Maunder
Schauspieler Pierre Richard vom Château Bel Évêque signiert seine Flaschen. Foto: Hilke Maunder

Irgendwo am Wegesrand im Parc Naturel Régional de la Narbonnaise hing es, dieses Schild, und veranlasste mich zur Vollbremsung auf der Schotterpiste: Pierre Richard (*16. 8. 1934 in Valenciennes) signiert seine Weine?

Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh als Weinbauer? Umgedreht und hingefahren!

Schon lange, bevor ich das Tor seines Weingutes erreichte, zeigte mir die Kolonne der Fahrzeuge, die in der entlegenen Landschaft nur ein Ziel kannten, wie populär der Schauspieler in Frankreich noch immer ist, der in Deutschland in den 1970er-Jahren als zerstreuter Tollpatsch seine größten Erfolge feierte.

Der Rouge Pif von Pierre Richard

Gemeinsam mit seiner Schwester Véronique kaufte er 1986 bei Gruissan das Weingut Château Bel Évêque. Lagunenseen umgeben das Anwesen, zum Strand sind es 500 Meter. Auf 20 der insgesamt 50 Hektar pflanzte er seine Reben.

In diesem Mikroklima reifen Mourvèdre, Syrah und Grenache, Carignan und Cinsault auf Ton und Kalksteinböden heran. Die ersten Tropfen waren robuste, einfache wie ehrliche Tropfen. Mon Rouge Pif taufte Pierre Richard seinen ersten Rotwein. Kurz darauf folgte Mon Rosé Pif.

Die Cuvées von Pierre Richard

Mit wahrer Leidenschaft vertiefte Pierre Richard sein Wissen rund um den Anbau und die Verarbeitung seiner Weine. Immer besser wurden die Corbières-Weine, die im Barrique ihre volles Potenzial entfalten.

Mit seinem Cuvée Cardinal, den er in Fässern aus französischer Eiche heranreifen ließ gelang Pierre Richard sein erster Top-Tropfen. Die Reben für diesen Wein werden handverlesen – auch der Schauspieler ist bei der vendange, der Lese, mit dabei und packt an.

Im Cuvée Cardinal verklärt ein Hauch exotischer Gewürze die samtig-weichen Aromen von reifen, dunklen Beeren. Was für ein Trinkgenuss!

8000 Flaschen füllt der Schauspieler, der noch immer auch Filme dreht, auf seiner Domaine ab. Alljährlich im Sommer signiert der Star die Etiketten seiner Flaschen.

Info: Schauspieler als Winzer

Pierre Richard

Château Bel Évêque, F – 11430 Gruissan, Tel. 04 68 75 00 48, www.vinspierrerichard.com

Gérard Depardieu

Gérarde Depardieu besitzt neben Weingärten in Marokko auch eine Domaine in Frankreich: Im Anjou stellt sein Kellermeister auf dem Château de Tigné sehr gute Rotweine her. Mehr Infos gibt es hier.

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F/Languedoc-Roussillon/Gruissan: Château Bel Évêque, Schauspieler Pierre Richard signiert seine Flaschen. Foto: Hilke Maunder
Schauspieler Pierre Richard signiert seine Flaschen. Foto: Hilke Maunder
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7 Kommentare

  1. Hallo liebe Hilke,
    vielen Dank für den recht interessanten Artikel!
    Wußte es, der blonde Chti hat ein Weingut hier unten längst übernommen, wollte schon mal probieren… dann Corona…
    Habe es versucht, ein paar von seinen Sondertropfen online, direkt auf seinem Weinportal zu bestellen, – geht irgendwie nicht… echt schade!
    Grüße,
    Egon

      • Salut Hilke,
        das hatte ich natürlich schon mal probiert, ohne ein Konto anzulegen. Es gibt aber keine Möglichkeit, ihn, als Winzer, einfach so frei anzuschreiben. Über die Kontaktseite können sich nur seine Händler melden… Und telefonisch ist das (für mich sowieso) nicht so einfach zu klären, man braucht Screenshots zu zeigen usw. Bin also ziemlich desillusioniert… Es sei – die wollen nach Deutschland gar nicht liefern, das hätte alles „schön“ erklärt 🙂
        Bisou,
        Egon

      • ach, das ist ja schade, lieber Egon. Ich werden ihm es im Sommer mal sagen, wenn ich in der Nähe sein sollte. Das ist bestimmt nicht beabsichtigt. Bises, Hilke

  2. Ja in Gruissan kann man ihn auch finden, in einem Restaurant mit Bild zumindest – ich glaube einen guten Fitou keltert er … leider ein paar Jahre her der Besuch dort, deshalb etwas unscharfe Erinnerungen, aber schöne!

  3. Hab‘ ich mich abgerollt beim „Großen Blonden mit dem schwarzen Schuh“. Irgendwie konnte ich damals noch über viel mehr lachen. „Mach mir den Hengst!“ Was waren wir verklemmt…

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