Pont du Gard: Meisterbau ohne Mörtel

Pont du Gard. Foto: Hilke Maunder
Der Pont du Gard vom Wanderweg am Ufer des Gardon. Foto: Hilke Maunder

Die Wiege der römischen Stadt Nîmes lag in den Jardins de la Fontaine. Die Römer huldigten hier, wie schon vorher die Kelten, dem Wassergott Nemausus – und benannten nach ihm ihre neue Siedlung.

Da jedoch das Quellwasser zu unregelmäßig floss, um die Bedürfnisse der wachsenden Stadt zu befriedigen, gab 19 v. Chr. Kaiser Augustus seinem Schwiegersohn und Feldherrn Agrippa den Auftrag, eine 50 km lange Wasserleitung zu bauen.

Pont du Gard: der Eingang zum Welterbe. Foto: Hilke Maunder
So wurde der Pont du Gard erbaut. Foto: Hilke Maunder

Sie sollte Nîmes mit dem Wasser der Eure-Quelle in den Hügeln von Uzès versorgen. Heute füllt es Perrier als Mineralwasser ab. Die Aufgabe schien unlösbar – gab es doch auf der gesamten Strecke nur einen Höhenunterschied von 17 Metern, und damit ein Gefälle von nur 0,034 Prozent.

Zudem kreuzte der Gardon den geplanten Lauf des Aquädukts – wie konnte er überwunden werden? Heraus kam eine Brücke der Superlative, die seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt: der Pont du Gard. Paddelt doch einmal zum Wahrzeichen – Tipps und Infos gibt es hier.

Der Pont du Gard überspannt den Gardon. Foto: Hilke Maunder

Pont du Gard für alle Sinne

In drei übereinander gelagerten, immer engeren Bögen überspannt der Bau 49 Meter hoch das Flusstal. Seine bis zu sechs Tonnen schweren Muschelkalkquader wurden ohne Mörtel oder Zement zusammen gefügt – eine einzigartige Konstruktion! Allein der Druck und die dadurch entstehenden Reibekräfte genügen, um die insgesamt 50.000 Steine zusammen zu halten.

„Die Seele sieht sich in ein langes und tiefes Erstaunen versetzt,“

schrieb der Essayist und Romancier Stendhal (1783 – 1842) nach einem Besuch des Pont du Gard und notierte, tief beeindruckt, in seinem Reisetagebuch:

„Mir scheint, als wirke dieser Bau wie erhabene Musik.“

Das müssten auch die Macher von „Les Fééries du Pont“ (Die Feen der Brücke) im Sinn gehabt haben, die im Sommer vor der Kulisse des römischen Aquädukts ein märchenhaftes Schauspiel inszenieren – mit Videos, Musik, Lichtershow und Feuerwerk, das euch in eine Welt der Träume und Feen versinken lässt.

Der Pont du Gard fasziniert bis heute. Foto: Hilke Maunder

Etappe der Route Antique

2017 hat Die UNESCO den Pont du Gard als einzige Weltkulturerbestätte Frankreichs auserwählt, eine Etappe der neu geschaffenen europäischen Tourismusroute „Route Antique“ zu werden.  Diese Route führt vorbei an diesen acht Kulturerbestätten: Olympia, Epidauros, Tárraco in Spanien,  Stari Grad, Nesse, Trier und Aquileia.

Entscheidend für diese Auswahl waren neben der antiken Natur dieser Stätten und ihrem außergewöhnlichen universellen Wert auch die Bestrebungen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung.

Der Pont du Gard gilt als besonders vorbildlich. Seit 2004 trägt er das Label „Grand site de France“, das ihm vom französischen Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung verliehen wurde.

Glasklar sind die flachen Fluten des Gardon am Pont du Gard. Foto: Hilke Maunder

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Pure Spannung!

Liliane Fontaine: die Richterin

Liliane Fontaine: Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard

Vor dem Palais de Justice in Nîmes wird auf die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt geschossen. Sie überlebt schwerverletzt und ist sich sicher: Hinter dem Attentat steht ein Mädchenhändlerring. Um sich von ihren Verletzungen zu erholen, zieht sich Mathilde auf das Weingut ihres Großvaters im Languedoc zurück. Von dort ermittelt sie gemeinsam mit Rachid Bouraada, Commandant der Police judicaire mit algerischen Wurzeln, und sagt den Tätern den Kampf an.

Derweil ist auch der deutsche Reiseschriftsteller Martin Endress im Midi und will den Tod seiner jüdischen Großmutter aufklären. Er ahnt nicht, in welch ein Wespennest er mit seinen Fragen sticht… Beide Handlungsstränge verweben sich im ersten Fall von Mathilde de Boncourt zu einem spannenden Krimi mit viel Frankreich-Flair. Wer mag, kann den Krimi hier* direkt online bestellen.

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Mehrer Jahrhundert alt: der Olivenbaum am Pond du Gard. Foto: Hilke Maunder
Blick vom Pont du Gard auf den Gardon. Foto: Hilke Maunder

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