Pottoka Feria – das Fest der Basken-Ponys

Sylvain Dumontel mit seinen Tieren bei der Pottok Feria in Espelette. Foto: Hilke Maunder
Sylvain Dumontel mit seinen Tieren bei der Pottoka Feria in Espelette. Foto: Hilke Maunder

Es ist kalt, regnerisch und neblig an diesem Dienstag im späten Januar, und doch herrscht reges Treiben auf den Straßen von Espelette. Das baskische Bergdorf, weltberühmt für seinen Piment d’Espelette, seinen scharfen Chili, feiert zwei Tage lang die Pottoka Feria oder Foire aux Pottoks.

Die halbwilden Ponys der Pyrenäen

Bei dem Jahrhunderte alten Viehmarkt unter freiem Himmel wechseln kleine, sehr widerstandsfähige robuste Ponys ihren Besitzer – die Pottoks. Selten sind sie inzwischen geworden, und noch immer leben sie halbwild in den westlichen Pyrenäen. Einst zogen sie schwere Kohlenwagen. Und wurden oft im Schmuggel zwischen Frankreich und Spanien eingesetzt.

Ein riesiger Pferdemarkt: die Fête de Pottok Ende Januar. Foto: Hilke Maunder
Ein riesiger Pferdemarkt: die Foire aux Pottoks Ende Januar. Foto: Hilke Maunder

Die Pottoks haben sich perfekt an das Leben in den Bergen angepasst – mit kleinen, harten Hufen und kräftigen Gliedmaßen. Auch von der Farbe ihres Fells. Es gibt sie in allen Braun-, Fuchs- und Schwarztönen sowie alle Schecken mit einer oder mehrerer der genannten Farben; Schimmel allerdings nicht.

Typisch sind ihre leicht schräge Schulter, die breite Brust, der lange Rücken, kurze, abfallende Kruppe, dichter, tief angesetzter Schweif. 115 bis 150 cm ist ihr Zuchtmaß. Gezüchtet werden sie gerade erst seit 1995.

Bei der Pottoka Feria wird um die robusten Kleinpferde fachmännisch gefeilscht. Foto: Hilke Maunder
Bei der Pottoka Feria wird um die robusten Kleinpferde fachmännisch gefeilscht. Foto: Hilke Maunder

Pottoka Feria: Viehmarkt mit Volksfest

Auf dem Programm der Pottoka Feria steht neben dem Verkauf der Tiere und landwirtschaftlichen Ausstellungen ein volksfestartiges Treiben mit Wein- und anderen Genuss-Ständen in den Straßen, Tanz und Musik. Mittags wird gemeinsam an großen Tafeln gegessen – deftig und reichhaltig.

Ein Weinstand gehört zur Fête de Pottok am vierten Dienstag im Januar in Espelette einfach dazu. Foto: Hilke Maunder
Ein Weinstand gehört zur Foire aux Pottoks am vierten Dienstag im Januar in Espelette einfach dazu. Foto: Hilke Maunder

Hausmannskost, tief in der Region verwurzelt, füllt die Teller, über denen an dunklen Holzbalken der Chili des Dorfes selbst in der Gaststube zum Trocknen hängt. Wenn ihr im Winter im Baskenland seid: Die Pottoka Feria solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

An der Bar des Hôtel Euzkadi während der Pottoka Feria. Foto: Hilke Maunder
An der Bar des Hôtel Euzkadi während der Pottoka Feria. Foto: Hilke Maunder

Gefällt Dir der Beitrag? Dann sag merci mit einem virtuellen Trinkgeld.
Denn nervige Banner oder sonstige Werbung sind für mich tabu.
Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert.

Unterstütze den Blog mit Deiner Spende. Per Banküberweisung. Oder via PayPal.

Weiterlesen

Im Blog

Den berühmten Chili von Espelette habe ich euch hier vorgestellt.

Espelette, die Heimat des Piment. Foto; Hike Maunder
Seit der Anerkennung des Piment d’Espelette als AOC boomt das Dorf touristisch. Foto: Hilke Maunder

Im Reiseführer

Reiseführer Südwestfrankreich*

Der freie Reisejournalist Marcus X. Schmid hat für alle, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind, den besten Reisebegleiter verfasst: sachlich, mit viel Hintergrund, Insiderwissen und Tipps, und dennoch sehr unterhaltsam und humorvoll.

Ich kann ihn aus ganzem Herzen empfehlen, denn auch in diesem Band zu Südwestfrankreich sind tolle Tipps enthalten. Auch kritische Anmerkungen fehlen nicht. Kurzum: ein Reiseführer, der grundehrlich das Reisegebiet vorstellt – ohne versteckte Promotions.

Der gebürtige Schweizer, Jahrgang 1950, lebt heute als Autor und Übersetzer in der französischsprachigen Schweiz. Wer mag, kann ihn hier* direkt beim Verlag bestellen.

Roadtrips FrankreichRoadtrips Frankreich*

Das zweite gemeinsame Werk mit Klaus Simon stellt euch die schönsten Traumstraßen zwischen Normandie und Côte d’Azur vor. 14 Strecken sind es – berühmte wie die Route Napoléon durch die Alpen oder die Route des Cols durch die Pyrenäen, aber auch echte Entdeckerreisen wie die Rundtour durch meine Wahlheimat, dem Fenouillèdes. 

Von der Normandie zur Auvergne, vom Baskenland hin zu den Stränden der Bretagne und dem wunderschönen Loiretal laden unsere Tourenpläne ein, Frankreich mobil zu entdecken – per Motorrad, im Auto, Caravan oder Wohnmobil. Hier* gibt es das Fahrtenbuch für Frankreich!

 * Durch den Kauf über den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

 

Merci fürs Teilen!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.