ENTDECKT
Alpes-de- Haute-Provence!
Das Département Alpes-de-Haute-Provence ist ein Landstrich der Extreme: Hier treffen die Schneegipfel der Hochalpen auf lilafarbene Lavendelfelder, gletscherblaue Seen und grandiose Schluchten. 6.925 Quadratkilometern groß, grenzt das Département mit der Ordnungsnummer 4 in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, an die Départements Hautes-Alpes, Alpes-Maritimes, Var, Vaucluse sowie die Drôme und stößt im Osten direkt an die italienische Grenze.
Mercantour: alpiner Nationalpark
Ganz im Norden zeigt das Département Alpes-de-Haute-Provence sein alpines Gesicht. Hier schützt der Mercantour-Nationalpark, der teils bis nach Italien reicht, eine noch recht einsame Bergwelt. Zerfurchten Bergspitzen thronen über kristallklaren Bergseen, üppig blühen die Wildblumen nach der Schneeschmelze auf Almen und Auen. Wer tief in die Täler vordringt, begegnet im Vallée des Merveilles prähistorischer Kunst. Mehr als 40.000 bronzezeitliche Felsritzungen (3.500–1.500 v. Chr.) auf 17 Quadratkilometer erzählen von den Mythen der frühen Bergvölker – ein Freilichtmuseum unter freiem Himmel und seit 1995 Welterbe als Teil des Mont Bégo.

Gorges du Verdon: Europas Grand Canyon
Die wohl spektakulärste Kerbe des Kontinents hat der Verdon in das Kalkplateau gefräst. Keine Schlucht ist tiefer, keine wilder als die Gorges du Verdon. Kletterer hängen hier an hunderte Meter hohen Wänden über dem Fluss, auf dem Paddler sich ihren Weg durch das smaragdgrüne Band bahnen. Ihr Ziel ist der Lac de Sainte-Croix, ein türkisblauer Stausee, Badeparadies, Wassersportfläche – und Ergebnis jener Fluten, in denen Dörfer für den Trinkwasserdurst und die Energiegewinnung versanken.
Valensole: ein lila Sommertraum

Jeden Sommer inszeniert der Süden auf dem Plateau de Valensole seinen duftenden Sommertraum. Bis zum Horizont wogen Lavendelfelder in intensivem Lila. Der schwere, süße Duft der Blüten schwängert die Luft und lockt Heerscharen von Bienen an. Was hier geerntet wird, könnt ihr als Öl, Duft, Kräutersäckchen, Seife oder Lavendelsträußchen als Souvenir mit nach Hause nehmen. Doch das Paradies ist bedroht. Nicht nur von den Horden, die trotz der Verbotsschilder sich auf den Felder selbst kleine Sträußchen pflücken, sondern von einem Bakterium, das die Lavendelbauern verzweifeln lässt.
Digne-les-Bains: Wellness im Geopark
!Die Hauptstadt des Département Alpes-de-Haute-Provence ist das Thermalbad Digne-les-Bains, das mitten im UNESCO Global Geopark de Haute-Provence liegt. Wer sich für die Erdgeschichte interessiert, findet dort zahlreiche geologische Stätten mit Fossilien und einzigartigen Felsen und Verformungen. In Digne-les-Bains befindet sich auch die Maison Alexandra David Neel, die fesselnde Einblicke in das abenteuerliche Leben dieser Frau nachzeichnet, die als erste Europäerin das verbotene Lhasa in Tibet betrat.

Barcelonnette: das Erbe der Mexikaner
Ein ganz anderes Bild bietet das Ubaye-Tal mit Barcelonnette . Die Stadt überrascht mit prachtvollen „Mexikaner-Villen“ (Villas Mexicaines). Diese palastartigen Bauten wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert von Heimkehrern errichtet, die in Mexiko mit Textilhandel zu Reichtum gekommen waren und ihren Erfolg in der alpinen Heimat in Stein meißelten – ein architektonisches Kuriosum zwischen Alpenflair und lateinamerikanischem Prunk.Sisteron: Das Bollwerk am Tor zum Süden.

Städte wie Manosque und vor allem Sisteron prägen die touristische Landkarte des Département Alpes-de-Haute-Provence. Sisteron ist das imposante Tor zur Provence. Die mächtige Zitadelle thront auf einem schmalen Felsrücken über der Durance und bewacht den Durchgang nach Norden. Wer hier einkehrt, sollte nach einer kulinarischen Rarität suchen, die fast von den Karten verschwunden ist: Pieds et Paquets. Die geschmorten Schafsfüße und gefüllten Pansen-Päckchen sind eine deftige Hommage an die alte Hirtenküche der Region. Für mich ist es diese unvergleichliche Mischung aus alpiner Härte und mediterraner Leichtigkeit, die den besonderen Reiz der Alpes-de-Haute-Provence ausmacht. Ein Besuch hier ist immer auch eine Reise zu den Ursprüngen der Landschaft und des Geschmacks.
















