„Mistraltage“: erste Liebe, reife Liebe….

Ihr kennt es bestimmt, dieses Verlangen zu reisen, und dann auf einem der vielen Wege des Lebens einmal dort anzukommen, wo Körper, Geist und Seele glücklich sind. Ankommen an einem Sehnsuchtsort, der in einem lebendig bleibt, auch, wenn man ihn längst wieder verlassen hat. Für Elke Burkart, 1973 im St.Galler Rheintal geboren, ist der Sehnsuchtsort eine Region, die auch viele von euch kennen und lieben: die Provence.

„Jedem Kind sein‘ Luftballon“, sagte mein Paps, was so viel hieß wie: „Jedem sein Luftschloss, seinen Spleen, seine eigene Lebensbetrachtung“ und lächelnde Toleranz und Respekt gegenüber dieser bunten, menschlichen Vielfalt ausdrückte.
Einer meiner ,Luftballone‘ seit Teenager-Tagen ist Frankreich, insbesondere die Provence. Ja, eine kleine Besessenheit – ohne schädliche Nebenwirkungen, so hoffe ich.

Herausgekommen bei dieser „Fixierung“ – Elke ist studierte Psychologin und lebt heute in der Nähe von Zürich mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern – ist ein sommerleichter Liebesroman: genau das Richtige, um am Strand träumend, lachend und innerlich mitleidend – lesend in einen Beziehungsgeschichte einzutauchen, die Vergangenheit und Gegenwart kräftig durchwirbelt. Schuld daran ist Olivier Berceau, Fotograf – und erste große Liebe der Erzählerin Elisa, die längst verheiratet ist und am Beginn der zweiten Lebenshälfte einen ruhigen Alltag ohne große Höhen und Tiefen durchlebt.

Doch dann erfährt sie beim Briefing für einen Kundenauftrag, dass der gebuchte Fotograf wegen eines Unfalls abgesagt habe.. und nun ihre erste große Liebe gebucht worden sei. Aufgewühlt fährt sie heim… 277 Seiten später umspielt ein glückliches Lächeln ihr Gesicht, als sie bei der Fahrt durch einen Tunnel das Gesicht des Mannes erblickt, den sie liebt – und der sie liebt. Wer es ist? Lest es selbst! Und lasst euch dabei zu den liebenswerten Orte in der Provence entführen.

Elkes Sehnsuchtstrio

Welche davon für Elke wahre Sehnsuchtsorte sind? Hier hat sie es verraten…

In und um Bonnieux

Bonnieux steht bei jedem Provencebesuch auf meiner Liste. In den engen, steilen Gassen gibt es nach Belieben stille oder belebte Ecken. Letztere besonders freitags – dem Markttag. In der Vor- oder Nachsaison ist es himmlisch, durch die bunten Stände zu streifen, die Gerüche in sich aufzunehmen und anschliessend – je nach Lust und Laune – einen Kaffee oder bereits den ersten Aperitif zu geniessen.

Am liebsten auf der Place Gambetta, wo man den Marktfahrern beim Standabbau zuschauen kann und den Blick über die Mauer in die Ebene des Calavon geniessen. Überhaupt bietet dieser Ort so vieles, das mich immer wieder gerne zurückkehren lässt: Wunderbare Weine, tolle Wandermöglichkeiten auf dem Plateau des Claparèdes oder im Zedernwald, ruhige Gassen und Plätze sowie ein schönes Ortsbild.

Die Alpilles – wo die Provence intensiv duftet und leuchtet

Die Alpilles bieten wandern und Genuss in abwechslungsreicher Natur. Am Rande der Provence im Übergang zur Rhône-Mündung gelegen, bietet dieses kleine Kalksteingebirge mit seinen hellen Felsen einen wunderbaren Kontrast zum Grün der meist üppigen Vegetation und zum Blau des Himmels.

Die vielen malerischen, beschaulichen, authentischen Orte am Südfuß laden außerdem zum Verweilen ein: z.B. Maussane (im Bild), Mouriès oder Aureille – übrigens mit fantastischem Olivenöl aus der örtlichen Genossenschaft! (www.moulin-aureille.com)

Coustellet – unscheinbares Kleinod

Auf der D900 von Avignon oder der Autobahn A7 kommend, durchquert man einen unscheinbaren Ort: Coustellet. Was ihn für mich besonders reizvoll macht, ist einerseits sein Bauernmarkt, andererseits die „Maison Gouin“. Der Markt findet jeden Sonntag statt und ist lebendiger Treffpunkt von lokalen Produzenten und Konsumenten aus der ganzen Welt.

Wer trotz der Vielfalt an leckeren Produkten des Marktes nicht selber kochen möchte, der kann sich bei der Maison Gouin, dem Feinkostgeschäft an der D900, mit zahlreichen frisch zubereiteten Köstlichkeiten eindecken. Oder sich gleich im hinteren Teil des Hauses an den Tisch setzen nachdem man sich den passenden Wein im Keller selbst ausgesucht hat.

Und wo liegen eure Sehnsuchtsorte in der Provence? Verrat sie uns als Kommentar zu diesem Blogbeitrag – Elke und ich sind gespannt und freuen sich auf eure Tipps!

Sehnsuchtsorte sind für mich Orte in Orten. Plätze, an denen ich mich besonders wohl fühle. Sei es, weil ich ganz in mir selbst ruhe, weil ich meine Umwelt besonders intensiv in mich aufnehmen kann oder mich wahrlich gut aufgehoben fühle.  Von diesen habe ich unzählige in der Provence gefunden, die mich immer wieder zurückkehren lassen.

Mistraltage: die Buchinfo

Eine Leseprobe und die eBook-Version findet ihr für Kindle-Reader hier. Wer mag, kann das Buch hier* online bestellen.

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3 Kommentare

  1. Die Alpillen, ganz klar. Nur ein kurzer Weg aber sofort viel ruhiger wenn man erstmal von Norden kommend die D99 hinter sich gelassen hat. Herrlich verträumt, stiller, der Wind in den Kiefern und zwischen den stillen Weinbergen, herrlich. Neben Bonnieux habe ich mich auch in Ménerbes, Goult und Abt verliebt und der Markt von St. Rémy ist immer ein Muß.

  2. Die Alpillen ? Ja, da stimmen wir zu. 2014 waren wir 14 Tage in Mouriès am Südhang der Alpillen. Ein authentischer Ort, nicht unbedingt massentouristentauglich. Aber er strahlt Leben und auch Ruhe aus. Er ist das Zentrum des franz. Olivenanbaus. Ausgangspunkt für viele Ausflüge (St-Remy, Les Baux, Arles, Camarguer, Marseille). Besonders überrascht waren wir, dass dort sogar (unblutige) Stierkämpfe stattfinden. Fast jeder kleine Ort hat dort eine Stierkampfarena.

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