Von der Seine an die Côte: legendäre Nationale 7

Paris – Menton. Von der Hauptstadt ans Mittelmeer. Generationen von Franzosen sind ihr gefolgt. Haben zum Beginn der Grandes Vacances Kinder und Kegel, Koffer und Co. ins Auto gepackt und haben sich in die Fahrzeugschlange eingereiht, die zum damals noch einheitlich Ferienbeginn am 1. Juli gen Süden sich schob. Auf der Nationale 7, der Ferienstraße ans Mittelmeer.

Der Highway No. 1 , die Route 66 in den USA  oder die Great Ocean Road in Australien sind weltberühmt. Doch die Nationale 7 kennt außerhalb Frankreichs fast niemand. Dabei war sie Jahrzehnte lang die Pilgerroute all jener, die ans Meer wollten.

Ihr Ursprung liegt auf der Île de la Cité mitten in Paris. Von dort führt sie 931 Kilometer lang bis an die italienische Grenze bei Menton. Der Verlauf der 1824 angelegten Nationalstraße folgt dabei der nach Rom führenden Route Impériale 8.

Als Route des vacances, route bleue oder, ganz sarkastisch, and route de la mort schrieb sie Geschichte. Und inspirierte Künstler wie Charles Trenet, der ihr 1959 ein Chanson widmete.

Auf den Spuren der Nationale 7

Jahrzehnte später packten zwei Männer den Mythos zwischen die Buchdeckel: Wolfgang Groeger-Meier, in Frankreich geboren und aufgewachsen, heute Fotograf in München und Spezialist für Auto, Reise, People und Werbung.

Die Autoren (v.l.): Wolfgang Groeger-Meier,Michael O.R. Kröher und ihr Fahrzeug, ein Opel Kapitän

Und Michael Kröher, der nach dem Medizinstudium als Wissenschaftsjournalist für Stern, Geo und Die Woche arbeite, bevor er 1999 als verantwortlicher Redakteur für das Ressort Forschung und Technik zum manager magazin ging.

Während der gebürtige Pfälzer  in den 1970er-Jahren als Anhalter an der Nationale den Daumen hochhielt, fuhr Groeger-Meier als Kind auf dem Rücksitz der elterlichen Limousine vom Wohnort bei Paris in die Sommerfrische an die Côte d’Azur.

Im Jahr 2014 machte sich das Autorenteam dann auf, um zu erkunden, was vom Mythos dieser legendären „Straße der Sehnsucht“ noch erlebbar ist.

Mit einem weinroten Opel Kapitän, Baujahr 1956, durchquerten sie Burgund und die Auvergne, das Rhônetal und die Provence und sausten Höhenstraßen, Corniches genannt, durch die Küstengebirgen.

Das Buch, das aus diesem Abenteuer entstanden ist, schildert eine Reise durch Raum und Zeit: vom Glanz und Gloria der Pariser Großbürgerviertel durch die sozialen Brennpunkte der Banlieues, von den römischen Amphitheatern in Vienne und Orange zur modernen Kunst der Sammlung Maeght in St-Paul-de-Vence, von der Grandezza der Päpste in Avignon zum einstigen Exil der Rolling Stones in Villefranche-sur-Mer.

Die Landpartie in Bildern

Die Île de la Cité und die Seine, gesehen vom Nordufer. Foto: Hilke Maunder
Großartige Architektur: die Villen im Walddorf Bourron-Marlotte. Foto: Hilke Maunder
Nevers an der Loire mit seiner Kathedrale. Foto: Hilke Maunder
Lyon. Foto: Hilke Maunder
So seht ihr Tain-l’Hermitage vom Ufer der Rhône aus. Foto: Hilke Maunder
Der Musikpavillon von Valence. Hier: der Blick Richtung Stadt. Foto: Hilke Maunder
Die Nationale 7 in Montélimar. Foto: Hilke Maunder
Der monumentale Stadtgründungsbogen der Römer von Orange. Foto: Hilke Maunder
Die Skyline von Avignon von der berühmten Brücke. Foto: Hilke Maunder
Mimosen – auf dem Blumenmarkt von Aix-en-Provence werden sie verkauft! Foto: Hilke Maunder
Port-Fréjus bei Nacht. Foto: Hilke Maunder
Der nächste schöne Tag beginnt in Cannes. Foto: Hilke Maunder
“Der Nomade” von Jaume Plensa. Foto: Hilke Maunder
Ein Fischer säubert sein Boot in Cagnes. Foto. Hilke Maunder
Der Hafen von Nizza. Foto: Hilke Maunder
Die Altstadt von Menton im Gegenlicht des Morgens. Foto: Hilke Maunder

Weiterlesen

Das Buch zur Nationale 7

Michael O.R. Kröher/Wolfgang Groeger-Meier: „In die Sonne, in die Ferne – auf einer Straße der Sehnsucht ans Mittelmeer“,

Bei ihrer Suche nach „dem Geist und dem Vermächtnis der historischenNationale 7“ finden die beiden Männer die Bistros des renommierten Dreisterne-Restaurants am Weg, erkunden die Weinregionen an der Loire, bei Tain-l’Hermitage und um Châteauneuf-du-Pape – und landen immer wieder in Werkstätten, die automobile Schätze rekonstruieren. Doppelseiten präsentieren die  Die Panoramen und Szene, die Wolfgang Groeger-Meier eingefangen hat, nehmen rund die Hälfte des 174 Seiten dicken Bandes ein.

Jedem Reise-Kapitel steht ein Exkurs an die Seite: zur französischen Integrationspolitik und zur Tradition der Anisschnäpse, zur Geschichte der Römer in Frankreich und zum Boule-Spiel. Wer mag, kann den Band hier* online bestellen. Mehr zur Route und zur Reise verrät das Autorenteam in seinem Blog: www.nationale7.me<.

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnisse für Familien, Paare oder Alleinreisende.Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

* Durch den Kauf über den Referral Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

Merci für's Teilen!

1 Kommentar

  1. Ausstellung “Zum Mythos der Route Nationale 7” im Institut français, Schillerstraße 11, 55116 Mainz

    Die Ausstellung wird am 5. November 2015 um 19.00 Uhr eröffnet und ist noch bis zum 4. Dezember 2015 zu sehen.

    Mit einem wunderschönen Opel Kapitän, Baujahr 1956, hat der Fotograf Wolfgang Groeger-Meier die rund 1.000 Kilometer lange Route Nationale 7 von Paris bis zur Cote d´Azur befahren und präsentiert nun seine eindrucksvollen Bilder. Die Route Nationale 7 gilt als schönste der Französischen Nationalstraßen. Sie steht sinnbildlich für die Sehnsucht nach dem Süden und dem Meer, für Sonne und Ferien, für die Leichtigkeit des Daseins und das Glück von Freiheit.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.