Entdeckt Saint-Barths

Saint-Barthélemy – oder kurz Saint-Barth, wie die Insel in den Logbüchern der Jachtbesitzer und den Terminkalendern der Hollywood-Größen liebevoll genannt wird – ist das exklusivste Fleckchen Erde in der gesamten Karibik. Als französische Collectivité d’outre-mer (COM)  mit der Ordnungsnummer 977 nimmt dieses kleine Eiland eine Sonderstellung ein. Es ist ein Ort, an dem karibische Lässigkeit auf das höchste Maß an europäischem Luxus trifft.

Wer hier landet, betritt eine Welt, die sich den Massentourismus dank ihrer geografische Beschaffenheit und einer bewusste Exzellenz-Strategie vom Leib hält. Auch innerhalb der EU ist die Luxus-Insel ein echter Sonderfall: Seit 1. Januar 2012 ist sie ein überseeisches Land und Hoheitsgebiet (ÜLG) der EU – und damit zwar assoziiert, aber kein vollständiges EU-Gebiet. Ihr shoppt ihr zollfrei – und der Euro gilt.

Ein Name, viele Gesichter: Saint-Barthélemy und seine Schreibweisen

Die Insel trägt viele Namen, je nachdem, wen man fragt. Die offizielle französische Bezeichnung lautet Saint-Barthélemy. Im internationalen Sprachgebrauch und im Englischen findet man häufig die Schreibweise Saint Barthelemy ohne Akzent oder die Kurzform St. Barths. Die Einheimischen und Stammgäste nutzen fast ausschließlich die Koseform Saint-Barth – und auch Saint-Bart oder Saint-Barts. Historisch gesehen ist der Name eine Hommage an Bartolomeo Kolumbus, den Bruder des Entdeckers Christoph Kolumbus, der die Insel 1493 für Europa kartografierte. Doch der Name ist heute vor allem eine Marke für diskreten Luxus und unvergleichliche Ästhetik.

Die Ankunft: ein Nervenkitzel der Extraklasse

Schon die Anreise nach Saint-Barthélemy ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Da die Insel keine großen Düsenjets empfangen kann, landen hier nur kleine Propellermaschinen. Die Landebahn des Gustaf III Airport ist eine der kürzesten und spektakulärsten der Welt. Die Piloten müssen die Maschinen steil über einen Hügel hinweg nach unten drücken, um punktgenau auf dem Asphalt aufzusetzen, der unmittelbar am Strand der Baie de Saint-Jean endet. Wer diesen Anflug einmal erlebt hat, weiß: Man ist an einem besonderen Ort angekommen. Wer indes per Boot von Saint-Martin aus anreist, sollte für die Passage vorab Reisetabletten schlucken: Starker Seegang kommt hier sehr häufig vor.

Gustavia: Ein schwedisches Erbe in der Karibik

Die Hauptstadt Gustavia ist das pulsierende Herz der Insel. Wer durch die sauberen Gassen schlendert, bemerkt sofort eine architektonische Besonderheit: Viele Straßennamen sind sowohl auf Französisch als auch auf Schwedisch ausgeschildert. Dies erinnert an die Zeit zwischen 1784 und 1878, als Frankreich die Insel gegen Handelsrechte in Göteborg an Schweden abtrat. Gustavia, benannt nach dem schwedischen König Gustav III., ist heute ein Schaufenster der Weltklasse. Im hufeisenförmigen Hafen liegen im Winter die größten Megajachten der Welt vor Anker, während sich an den Kais Designer-Boutiquen von Weltruf an erstklassige Gourmetrestaurants reihen. Es ist ein Ort zum Sehen und Gesehenwerden, ohne dabei den karibischen Charme zu verlieren.

Strände der Superlative: Von Colombier bis Saline

Trotz ihrer geringen Größe von nur etwa 21 Quadratkilometern bietet Saint-Barthélemy Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Ein echtes Juwel ist die Anse de Colombier. Diese Bucht könnt ihr nur per Boot oder über einen schmalen Wanderweg erreichen. Da es keine Straße dorthin gibt, hat sich die Bucht ihre wilde, unberührte Schönheit bewahrt. Hier schnorchelt ihr in glasklarem Wasser mit Meeresschildkröten und genießt eine Stille, die in anderen Teilen der Karibik längst verschwunden ist.

Der ultimative Kontrast dazu ist die Baie de Saint-Jean. Hier trifft sich der Jetset in exklusiven Strandclubs wie dem Eden Rock. Man beobachtet die landenden Flugzeuge bei einem Glas Rosé und genießt das türkisblaue, flache Wasser. Wer es hingegen vollkommen naturbelassen mag, steuert die Anse de Grande Saline im Süden an. Nach einem kurzen Fußmarsch über eine Düne eröffnet sich ein endloser, weißer Sandstrand ohne jegliche Bebauung – ein Ort der absoluten Freiheit.

Allerhöchster Genuss

Saint-Barthélemy ist ein Paradies für Gourmets. Die Dichte an Spitzenköchen ist hier höher als in mancher europäischen Metropole. Ob fangfrischer Hummer, feinstes Wagyu-Rind oder handgemachte Macarons – die Küche der Insel ist eine Liebeserklärung an die französische Gastronomie, verfeinert mit karibischen Gewürzen. Das jährliche Gourmet-Festival zieht Starköche aus der ganzen Welt an und unterstreicht den Anspruch der Insel, die kulinarische Speerspitze der Antillen zu sein.

Doch es ist nicht nur der Luxus, der Saint-Barthélemy ausmacht. Es ist die Sicherheit, die Sauberkeit und die entspannte Atmosphäre. Hier gibt es keine Kriminalität, keine aufdringlichen Straßenhändler und keine Hektik. Die Bewohner, die sogenannten Saint-Barths, sind stolz auf ihre Insel und bewahren ihre Traditionen, wie die handgeflochtenen Hüte aus Palmenblättern in den Dörfern Corossol und Colombier. Bis heute ein Pilgerziel ist das Grab von Johnny Hallyday in Lorient. Er hatte auf dieser Insel sein ganz persönliches Paradies gefunden.

Meine Beiträge zu Saint-Barthélemy (Saint-Barth)