Detail der Fassade der Villa Repiquet. Foto: Hilke Maunder

Saint-Denis: die verkannte Hauptstadt

Saint-Denis hat es schwer: Kaum angekommen, verlassen die meisten Urlauber schon wieder die Hauptstadt der Île de la Réunion in Richtung ihres Urlaubsziel. Verweilen tun die wenigen – und wenn, dann nur eine Nacht in einem Hotel in Flughafennähe, um bei frühen Abreisen oder späten Ankünften ein Bett zu haben. Doch da verpassen sie viel. Denn Saint-Denis, auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt eine Perle, bietet überraschend viel. Und ist als Schmelztiegel der Kulturen der perfekte Einstieg für weitere Entdeckungen auf der Île de la Réunion.

Saint-Denis ist seit der Kolonialzeit der politische und administrative Mittelpunkt der Insel und bis heute Sitz von Präfektur, Regional- und Departementsrat. Rund 150.000 Menschen leben hier, mehr als in jeder anderen Stadt der französischen Überseegebiete.

Die Stadt entwickelte sich ab dem 18. Jahrhundert aus einem Stützpunkt der französischen Ostindienkompanie zur Hauptstadt der damaligen Île Bourbon und bündelte Verwaltung, Justiz, Militär und die Residenzen der Elite.

Gegründet wurde Saint-Denis erst 1669. Zum Namensgeber wurde ein Schiff, das 1665 als Teil einer Flotte der französischen Compagnie des Indes zur Île de la Réunion und nach Indien geschickt worden war. Doch das kleine 60-Tonnen-Schiff „Saint-Denis“ verlor bereits bei Teneriffa den Anschluss an die übrige Flotte. Kapitän Chanette jedoch fand alleine den Weg zur Insel und traf 1667 ein. Zum Dank an seinen Freund benannte der damalige Gouverneur Régnault die Bucht der Anlegestelle, den dort ins Meer mündenden Fluss und später auch die Siedlung nach dem Schiff.

Unter Mahé de Labourdonnais, ab 1738 Gouverneur der Ostindienkompanie, stieg die kleine Siedlung mit damals nur 2.166 Einwohnern zur Hauptstadt der Insel und Sitz der Kolonialverwaltung der Maskarenen auf und löste die bisherige Hauptstadt Saint-Paul ab.

1743 entstanden die erste Kirche und der neue Gouverneurspalast (heute Präfektur). 1771 erhielt Saint-Denis das typische koloniale Schachbrettmuster als neuen Grundriss: zwölf Straßen in Ost-West-Richtung, sieben in Nord-Süd-Richtung. 1773 wurde das Verwaltungs- und Lagerhaus der französischen Ostindienkompanie im repräsentativen kolonialen Stil errichtet, das sich um 1820 zur offiziellen Residenz der Gouverneure und Präfekten wandelte. 1790 wurde Saint-Denis eine eigenständige politische Gemeinde und Jean-Baptiste Delestrac zum ersten Bürgermeister gewählt.

Dennoch blieb Saint-Denis zunächst eine Kleinstadt, die hinter dem bevölkerungsreicheren Saint-Paul und dem wirtschaftlich stärkeren Saint-Pierre zurückstand. Auf der Insel galt die Stadt im 19. Jahrhundert lange als langweiliger Verwaltungssitz, in dem Spazierengehen die interessanteste Freizeitbeschäftigung war.

Erst, als Mitte des 19. Jahrhunderts Geld durch die Zuckerbarone in die Stadt floss, wandelte sich Saint-Denis zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum. 1852 entstanden die Kolonialbank der Insel und das Naturmuseum. Eine bürgerliche, gebildete Oberschicht, stark auf Paris ausgerichtet, entstand in dieser Zeit und machte Saint-Denis zur Schaltstelle zwischen den Plantagen des Hinterlands und dem französischen Kolonialreich. Diese Rolle als Schaufenster „französischer Zivilisation“ in den Tropen prägt das Stadtbild bis heute – besonders in der Rue de Paris.

Die Rue de Paris: Ein Freilichtmuseum kolonialer Pracht

Die Rue de Paris ist das architektonische Herzstück von Saint-Denis. Die gut einen Kilometer lange Prachtstraße entpuppt sich beim Flanieren als spannendes Freilichtmuseum der kolonialen und kreolischen Architektur im 18. und 19. Jahrhundert.

Großbürgerliche Stadthäuser und Villen reihen sich aneinander. Varangues genannte, überdachte Veranden dominieren die Fassaden. Feine Holzornamente, Lambrequins genannt, verzieren die Dächer wie filigrane Spitzendecken aus Holz und leiten den Regen ab. Guétalis, kleine Erker oder Pavillons, erlaubten es den Bewohnern, das Treiben auf der Straße diskret zu beobachten – ähnlich wie im deutschen Biedermeier, wo Effi Briest in Fensterspiegel blickte, um unerkannt nach draußen zu sehen. Geschickt passt sich die neoklassizistische Architektur dem Klima der Tropen an – mit hohen Räumen, durchlüfteten Fassaden und Schiebeläden gegen die Tropensonne und großen Dächern.

Viele Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Einige könnt ihr als Museen oder Kulturhäuser besichtigen, andere bergen bis heute öffentliche Einrichtungen. Hier zu flanieren, ist ein konzentrierter Parcours durch die Kolonial- und Stadtgeschichte.

Die Schlüsselbauten der Rue de Paris

Die Rue de Paris beginnt hangaufwärts am Jardin de l’État. Von dort führt sie hinunter zum Meer, vorbei an den architektonischen Zeugen kolonialer Macht und kreolischer Anpassung.

Der Jardin de l’État: Wo Vanille getestet wurde

Der fünf Hektar große Stadtpark entstand im 18. Jahrhundert als Jardin d’acclimatation – ein koloniales Pflanzenlabor. Hier testeten französische Botaniker, ob Kaffee, Vanille, Gewürze und Ziergehölze auf der Insel gedeihen würden. Was sich bewährte, wanderte auf die Plantagen. Der Park spiegelt die Funktion von Saint-Denis im kolonialen Wissens- und Pflanzenverkehr wider.

Heute könnt ihr hier unter Palmen spazieren, die sich in einem langgezogenen Wasserbecken mit Seerosen spiegeln. Bodenfontänen und Springbrunnen kühlen die Luft. Mitten im Park bietet ein einfaches Café drinnen wie draußen Plätze für eine Pause.

Direkt an den Jardin de l’État grenzt das Naturkundemuseum mit Sammlungen zur Tier- und Pflanzenwelt der Maskarenen-Inseln und des westlichen Indischen Ozeans. Im Lantz-Raum zeigt es Lemuren aus Madagaskar, im Lacroix-Raum Seevögel und ausgestorbene Arten. Darunter der Dodo – heute Wappentier der bekanntesten Biermarke der Insel.

Maison Carrère: Kreolische Pracht & Insel-Infos

Die kreolische Villa in der Rue de Paris 14 war ursprünglich ein Wohnhaus. Heute dient es als Office de Tourisme für den Norden der Île de la Réunion – hier gibt es Karten, eine persönliche Beratung und Souvenirs. Temporäre Ausstellungen zur Inselgeschichte und zum städtischen Erbe machen das Haus mehr als nur eine Touristeninformation. Die Architektur selbst erzählt bereits Geschichte.

Villa Déramond-Barre: Geburtshaus eines Dichters

Die prächtige Kolonialvilla an der Rue de Paris 15 war Wohnsitz vieler bekannter Persönlichkeiten der Insel. Hier lebte Antoine Desforges Parny, der Cousin des französischen Dichters Évariste Parny. Hier wurde 1838 auch der einheimische Maler und Dichter Léon Dierx geboren, der bis zu seinem Tod 1912 das kulturelle Leben der Insel prägte. Die elegante Fassade mit ihren Varangues und feinen Holzornamenten zeigt den typischen Baustil der kreolischen Oberschicht.

Maison de Boisvilliers: das Haus des ersten Bürgermeisters

Zwischen 1793 und 1804 entstand an der Rue de Paris 18 diese repräsentative Villa für Baptist Lestrac, den ersten Bürgermeister von Saint-Denis. Der imposante Portaleingang, die hohen Decken zur besseren Belüftung – jedes Detail folgte der Logik des kolonialen Bauens in den Tropen. Europäische Formensprache traf auf klimatische Notwendigkeit. Heute beherbergt die Villa als Villa du Département die Direction de la Culture et du Patrimoine, die Kulturabteilung der Inselverwaltung.

Villa Repiquet

In den Jahren 1839–1844 erbaute Benjamin Bédier seine Villa Repiquet – und verwendete dabei eine seltene traditionelle Mauerwerkskonstruktion mit Meereskieseln – einzigartig an der Rue de Paris ! Sophie Repiquet, die seit 2022 die Villa in vierter Generation führt, hat seitdem den Bau in Etappen restauriert und als Event-Location geöffnet.

Artothèque: zeitgenössische Kunst im historischen Gewand

An der Rue de Paris 28 residiert die Artothèque in einem Gebäude aus der Kolonialzeit. Der Ausstellungsraum präsentiert zeitgenössische Insel-Kunst in wechselnden Schauen, die alle zwei Monate neu kuratiert werden. Der Eintritt ist frei – perfekt für ein kurzes Intermezzo zwischen den historischen Villen. Hier zeigt sich, dass die Rue de Paris nicht nur ein Museum ist, sondern lebendiger Kulturort.

Villa Mas: Symbol des sozialen Aufstiegs

Wir haben es geschafft, symbolisiert die Villa Mas. Denn ihr Anwesen war keine habitation, kein ländliches Anwesen, sondern ein emplacement – eine urbane Residenz fern der Plantagen. 1857 wurde sie auf einer von sechs Parzellen eines einst 15.000 Quadratmeter großen Geländes vollendet, das Auguste Fraigneau von der Familie Dejean erworben hatte. Die Villa verkörpert in Architektur und Dekor den Aufstieg der lokalen Bourgeoisie.

Musée Léon-Dierx: Picasso in der Villa Manès

An der Ecke der Rue de Paris zur Rue Sainte-Marie beherbergt der ehemalige Bischofssitz aus dem Jahr 1736 seit 1911 ein bemerkenswertes Museum. Benannt nach dem auf der Insel geborenen Maler und Dichter Léon Dierx, zeigt es eine ungewöhnliche Mischung: Werke lokaler Künstler hängen neben Schätzen von Pablo Picasso, Auguste Renoir, Paul Gauguin, Maurice de Vlaminck, Antoine Bourdelle und Jean Le Gac.

Der Grundstein dieser Sammlung ist eine Schenkung aus dem Jahr 1947. Der Kunsthändler Ambroise Vollard, selbst auf La Réunion geboren, vermachte der Insel einen Teil seiner Sammlung – ein kulturelles Erbe von unschätzbarem Wert. Die Ausstellung lässt sich in etwa 45 Minuten durchlaufen. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17.30 Uhr, am ersten Sonntag jedes Monats frei.

Gegenüber vom Museum findet ihr die Villa Palmas, ebenfalls ein Hingucker und schönes Beispiel für kreolisch beeinflusste Kolonialarchitektur.

Villa du Général

In den späten 1840er-Jahren erbaute der Händler Lucien Lebeau an der Rue de Paris 49 dieses Schmuckstück der kreolisch beeinflussten Kolonialarchitektur. Ihr Hingucker ist die raffinierte Fassade mit Bardeauverkleidung, die eine achteckige Dachkonstruktion bekrönt. Als Wohnzimmer zwischen drinnen und draußen wurde die Varangue später mit Art-Déco-Elementen hinzugefügt .

Altes Rathaus ( Hôtel de Ville ) : Kolonnaden der Macht

Die Rue de Paris mündet in die Avenue de la Victoire. Hier erhebt sich das alte Rathaus mit imposanter klassizistischer Fassade und Kolonnaden. Der Bau entstand zwischen 1846 und 1860, und war immer wieder unterbrochen durch Finanzprobleme. Die Säulenreihe und die zentrale Lage unterstreichen den repräsentativen Anspruch als Symbol kolonialer Verwaltungsmacht. Seit 2020 ist das Gebäude als Monument historique klassifiziert.

Vor dem Rathaus steht die Siegessäule zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. 1.092 Männer von der Île de la Réunion haben in der Grande Guerre für Frankreich ihr Leben gelassen.

Hôtel de la Préfecture : der älteste Bau der Insel

Am westlichen Ende der Uferpromenade Barachois, hinter derAvenue de la Victoire, liegt der denkmalgeschützte Gouverneurspalast. Das früheste 18. Jahrhundert hinterließ hier seine Spuren. Der Bau entstand aus den ehemaligen Lagerhallen der französischen Ostindienkompanie – das erste große öffentliche Gebäude auf der Insel und damit ältestes erhaltenes Bauwerk der Île de la Réunion.

Das ancien hôpital militaire geht auf ein erstes Hospital der Compagnie des Indes zurück, die 1731 eine frühere Place d’Armes erwarb und dort ein Lazarett errichtete, das 1764 an die Krone überging.

Ab 1829 wurde der Komplex grundlegend neu geplant. In mehreren Bauphasen bis in die 1860er-Jahre entstand ein monumentaler, dreigeschossiger U‑Bau mit großen, bepflanzten Innenhöfen, umlaufenden Galerien auf gusseisernen Säulen und neoklassizistischem Portal. Das Hospital diente bis zum späten 19. Jahrhundert als zentrales Lazarett der Garnison. Nach seiner Aufgabe wandelte es sich zum Verwaltungsstandort der kolonialen Dienste und beherbergt heute Büros der Präfektur und des Conseil départemental.

Der Barachois: Kanonen auf der Klippe

An der Uferpromenade Barachois befindet sich der point le plus septentrional de l’Île de la Réunion, sprich, der nördlichste Punkt der gesamten Insel. Barachois stammt ursprünglich aus dem Baskischen, wo barratxoa oder barra txikia einen durch einen Sandriegel geschützten Landebucht beschreibt.

Wo heute die große, von Ficus beschattete Esplanade zum Flanieren einlädt, lag einst ein kleiner Hafen. Unter Mahé de Labourdonnais, Gouverneur der Ostindienkompanie, entstand hier ab 1738 ein Anlegeplatz. Die alten Kanonen, die heute noch auf das Meer gerichtet sind, stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie sollten vor englischen Angriffen schützen – die Briten landeten jedoch auf der anderen Seite der Insel.

Die Kanonen geben dem Barachois heute seinen besonderen Charme. Frisch Vermählte und Touristen fotografieren sich vor ihnen, während das Meer gegen die Felsen donnert. Die nächsten Strände liegen eine halbe Stunde Fahrt entfernt an der Westküst, jenseits der Klippen des Piton des Songes und des Grand Récif, der die Nordküste einrahmt. Mit Boucan Canot, gefolgt von Saint-Gilles-les-Bains, beginnt dort die Badeküste der Lagune. Bänke mit Solarstrom, an denen Handys über USB geladen werden, zeigen: Réunion, so fern es auch von Paris sein mag, ist beim Thema Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien vorneweg mit dabei.

Am Barachois stehen auch die Denkmäler für den auf der Insel geborenen französischen Luftpionier Roland Garros (nach ihm ist der Flughafen benannt), für Mahé de la Bourdonnais und für General Charles de Gaulle.

Am Wochenende gehört der Barachois den Einheimischen. Auf den Bänken unter den Ficus sitzen Paare, die aufs Meer schauen und pünktlich um 18 Uhr die Sonnenuntergänge genießen. Der Pétanque-Platz ist umlagert. Camions-bars, Imbisswagen, verkaufen kreolische Snacks und ganze Mahlzeiten für wenige Euro: Poulet boucané, geräuchertes Hühnchen, oder Carry, das würzige Nationalgericht. Manchmal erklingt kreolische Musik.

Das Carré Cathédrale: Bars, Bistros und Billard

Vom Barachois und der Rue de Paris sind es nur wenige Schritte zum Quartier Cathédrale, auch Carré Cathédrale genannt. Das Viertel um die Kathedrale Saint-Sauveur, 1829 bis 1832 nach Plänen von Jean-Baptiste Dumas im neoklassizistischen Stil erbaut, bildet den Gegenpol zur repräsentativen Architektur der Rue de Paris: klein, verschachtelt, intim und quicklebendig – besonders abends.

In den engen Gassen reihen sich Bars, Restaurants und Cafés mit Terrassen im Freien aneinander. Die Ruelle Édouard, teils als Fußgängerpassage angelegt, verläuft direkt entlang der Kathedrale und bildet einen lauschigen Innenhof, der von der Straße aus nicht zu sehen ist. Hier hockt man im Café Edouard und genießt mit Blick auf den Kirchturm das Inselbier Dodo, das seit 1963 in Saint-Denis von der Brasserie de Bourbon gebraut wird – ein helles Pilsener, benannt nach dem ausgestorbenen Vogel, mit dem kreolischen Slogan La Dodo lé là.

Im Ainsi parlait Zarathustra flackern auf einem Bildschirm, riesengroß vor eine Fassade gehängt, Videos von der Unterwasserwelt der Insel und dem tropischen Dschungel der Cirques im Welterbe des Inselinneren. Der Passage du Chat Blanc, das Apoteek, L’Artocarpe – überall drängen sich Tische auf die Gassen und in halboffene Höfe hinaus. Dieses Viertel gilt als Herz von Saint-Denis by night.

Ein junges, urbanes Publikum trifft sich hier, Live-Musik und DJ-Sets schallen bis spät in die Nacht. Hinein kommt ihr nur über unscheinbare Hausdurchgänge.

Diesen Kern umgibt ein zweiter Ring von Bars, Clubs und Lounges entlang der Avenue de la Victoire, Rue Labourdonnais und Rue Amiral Lacaze. Zum Apéro trifft man sich in der Bar à Cas der Rue Pasteur und zieht dann weiter in die Zanzibar die Ô Bar oder die Brasserie Saint-Denis.

Märkte und Einkaufen: Der Puls der Stadt

Über der Haupteinkaufsstraße Rue Maréchal Leclerc ragt seit 1990 der Turm der Moschee Noor al Islam hoch in den Himmel, und auch die Läden der Fußgängerzone spiegeln das Nebeneinander der Kulturen auf der Insel wider. Sari-Stoffe hängen neben französischer Mode, exotische Gewürzläden grenzen an Afro-Friseure. Wer Lesestoff sucht, findet in der Rue Juliette Dodu 82-88 mit L’Entrepôt die größte Buchhandlung der Stadt.

Handgeflochtene Körbe, kreolische Rucksäcke aus Vacoa-Geflecht, bestickte Tischdecken, Pareos, Matten und Skulpturen, allesamt auf der Île de la Réunion oder Madagaskar hergestellt, gibt es auf dem Grand Marché ( malgache ) am oberen Ende der Rue Maréchal Leclerc. In langen Gängen, vollgestopft mit Ware, verführt er zum Stöbern, total touristisch und doch typisch lokal – ein Markt, so bunt wie die Insel und einem einfachen Café mittendrin.

Der Petit Marché, ebenfalls in der Rue Maréchal Leclerc, konzentriert sich auf das Wesentliche: Gemüse für die Mittagsküche, Blumen für den Tisch. Wer hier einkauft, kommt in der Frühe, wenn die Ware noch frisch ist und die Auswahl groß.

Der größte Markt von Saint-Denis ist der Marché du Chaudron neben der Pfarrkirche des gleichnamigen Stadtteils. Touristen verirren sich nur selten hierher. Umso mehr strömen die Einheimischen mittwochs und sonntags hierher und versorgen sich an den fast 400 Stände mit Fleisch, Fisch und Krustentieren, Pflanzen und Hühnern, Gemüse und Kräutern. Auch Jean-René Técher, der Kräutertee-Experte von Aplamedom, der Vereinigung für Heil- und Gewürzpflanzen der Île de la Réunion hat dort sonntagmorgens ebenfalls einen Stand!

In Richtung Providence findet freitags ab 6 Uhr morgens der Marché des Camélias statt. Es gibt Stände mit lokalem Obst und Gemüse, Gewürzen, frischen Produkten und auch etwas Kunsthandwerk. Die Produkte sind günstig, wie beim Marché du Chaudron und werden oft direkt von den Gemüsegärtnern verkauft.

Saint-Denis: meine Reise-Tipps

Mobil vor Ort

Der öffentliche Nahverkehr mit Stadt- , Lokal- und Regionalbussen ist überraschend gut ausgebaut, selbst entlegene Ort werden mit öffentlichen Bussen angefahren.
• www.citalis.re

Die Pampang-Seilbahn

Seit März 2022 schwebt in Saint-Denis mit dem Téléphérique Papang die erste urbane Seilbahn im Indischen Ozean. Der Name Papang stammt aus dem Kreolischen und ehrt eine endemische Greifvogelart der Insel. Das Projekt kostete 54 Millionen Euro und ist Teil eines umfassenderen Plans: Die Communauté intercommunale du Nord de La Réunion ( Cinor ) plant insgesamt fünf Seilbahnlinien. Eine zweite Linie zwischen Bellepierre und La Montagne soll 2028 folgen.

Die 2,7 Kilometer lange Strecke verbindet in 14 Minuten die Stadtteile Chaudron im Osten, Moufia und Bois-de-Nèfles im Norden über fünf Stationen. 46 Kabinen mit je zehn Sitzplätzen befördern bis zu 1.200 Personen pro Stunde und Richtung. Die Kabinen schweben über die Stadt, bieten Blicke auf die Dächer von Saint-Denis, die umliegenden Berge und das Meer. Die Seilbahn ist täglich von 6 bis 20 Uhr in Betrieb und Teil des städtischen Verkehrsnetzes Citalis. Das Ticket ist zwei Stunden lang gültig.

Hier könnt ihr schlafen*

 

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