Saint-Florent-le-Vieil: vive l’amour

Saint-Florent-le-Veil: Klosterkirche.. Foto: Hilke Maudner
Was für ein Liebesbeweis zur Hochzeit in der Klosterkirche. Foto: Hilke Maunder

Ein Sommertag in Saint-Florent-le-Vieil. Gemächlich fließt die Loire dahin, träge träumt das Land in der Sommerhitze. Doch auf dem Felsdorn hoch über dem Fluss wird kräftig gefeiert: eine Hochzeit. In Herzform liegen Motorradhelme vor der Abbatiale Saint-Florent du Mont-Glonne auf dem Kopfsteinpflaster.

Saint-Florent-le-Vieil: die Abteikirche von innen. Foto: Hilke Maunder

Plötzlich mittendrin in der Familienfeier

Die Trauung ist bereits vollzogen, jetzt lockt das Büffet, aufgebaut zwischen einer schlanken Stele, die an den Besuch der Herzogin von Berry im Örtchen erinnert, und dem Kloster.Es wird gelacht und getrunken, und den Fremden, die bei der Besichtigung der Anlage vorbei bummeln, freundlich zugewunken.

Vive l’amour, ruft einer, es lebe die Liebe. Und dann sind die Fremden vergessen, wird weiter gefeiert, gegessen und getrunken, und sich für die Siesta ein schattiges Plätzchen im Klostergarten gesucht.

Saint-Florent-le-Vieil: Ein formeller Garten umgibt die Abtei. Foto: Hilke Maunder

Der einsame Literat aus Saint-Florent-le-Vieil

Ein Einzelgänger indes war der Schriftsteller Julien Gracq, der vor hundert Jahren am 27. Juli 1910 als Louis Poirier in Saint-Florent-le-Vieil an der unteren Loire geboren wurde. Mit einem Schlag bekannt wurde Gracq 1951, als er den wichtigen französischen Literaturpreis Prix Goncourt ablehnte.

Gracq starb in seinem Heimatort im hohen Alter von 97 Jahren am 22. Dezember 2007. Zu seinen Bewunderern zählt der 50 Jahre jüngere Bretone Philippe Le Guillou.

Er hat seine Begegnungen mit dem Außenseiter in seinem 109 Seiten dicken Bändchen Das Mittagessen am Ufer der Loire festgehalten – am besten zu lesen auf den breiten Uferwiesen der Loire im Schatten des Klosterfelsens.

Saint-Florent-le-Vieil: Abtei hoch über der Loire. Foto: Hilke Maunder

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Zum Schmökern

Philippe Le Guillou: Das Mittagessen am Ufer der Loire.* Zu Besuch bei Julien Gracq. Aus dem Französischen von Dieter Hornig. Literaturverlag Droschl, Graz 2010.

Eine wunderschöne Hommage an den wohl sympathischsten Einzelgänger der Literatur, den Schriftsteller Julien Gracq. Verfasst wurden die Essays über den Dichter, der mit 97 Jahren 2007 verstarb, von einem Mann, der über dessen Werk promoviert hatte: der Bretone Philippe Le Guillou.

Wenn euch das Buch gefallen hat, dann lest auch mal die Romane von Guillou zu den Landschaften und Legenden der Bretagne! Wer mag, kann sein Portrait von Julien Gracq hier* online bestellen.

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