Postkarte aus….Sainte-Anne-d’Auray

Ste-Anne d'Auray: Scala Sancta auf dem Wallfahrtsgelände. Foto: Hilke Maunder
Die Scala Sancta auf dem Wallfahrtsgelände von Sainte-Anne d'Auray. Foto: Hilke Maunder

Inszenierte Spiritualität finde ich, vermutlich liegt es an den protestantischen Wurzeln, ungeheuer faszinierend. Und sehr fremdartig, fast schon exotisch. So wie in Sainte-Anne-d’Auray, dem wohl bedeutendsten bretonischen Wallfahrtsort.

Alljährlich Ende Juli wird dort ein ein Grand Pardon gefeiert, der am Vorabend mit einer Lichterprozession eröffnet wird. Verehrt wird die Heilige Anna.

Die Basilika des Wallfahrtsortes mit ihrem 75 m hohen Turm, gesehen vom Kreuzgang des Karmeliterklosters. Foto: Hilke Maunder

Die Vision des Bauern

Am 25. Juli 1624 soll die Bretonin dem frommen Pflüger Yves Nicolazic erschienen sein und folgendes gesagt haben: „Me zo Anna mamm Mari – ich bin die Mutter der Jungfrau Maria.“

Eine Kapelle im Karmeliterkloster. Foto: Hilke Maunder

Viele Monate später, am 7. März des nächsten Jahres, entdeckte Yves in den Ruinen einer Kapelle an seinem Feld in Bocenno eine Statue der Heiligen Anna. Seine Visionen war also wahr! Noch im gleichen Jahr wurde in Sainte-Anne-d’Auray eine erste Kirche zur Verehrung der Heiligen erbaut; 1867-72 folgte der Bau der heutigen Basilika aus grauem Granit mit 75 Meter hohem Turm.

In der Basilika des Wallfahrtsortes. Foto: Hilke Maunder

Drinnen schildern die Fenster des Hauptschiffs das Leben und Wirken der Heiligen Anna. Nicolazics Gebeine ruhen in einer Kapelle im rechten Seitenschiff. Die Kirche ist mit einem Karmeliterkloster verbunden, dessen Kreuzgang aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Der Kreuzgang des Karmeliterklosters. Foto: Hilke Maunder

Wundersame Quelle & heilige Treppe

Scala Sancta auf dem Wallfahrtsgelände. Foto: Hilke Maunder

Zum Wallfahrtsbezirk von Sainte-Anne-d’Auray gehört außerdem eine wundertätige Quelle, die heilige Treppe Scala Sancta, das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs, die Schatzkammer mit Gaben der Gläubigen (Trésor) sowie die Espace Jean Paul, die an den Papstbesuch vom 20. September 1996 erinnert.

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Foto: Hilke Maunder

Das Wachsfigurenmuseum Musée de Cire erzählt mit Szenen, die das Pariser Musée Grevin gestaltete, von der Erscheinung der Heiligen Anna bis zum Papstbesuch anschaulich die Geschichte des Wallfahrtsortes.

Die Basilika von Sainte -Anne d’Auray. Foto: Hilke Maunder

Auray: meine Reise-Infos

Wallfahrt

Sainte-Anne d’Auray ist die wichtigste Wallfahrtsstätte der Bretagne
• Basilique Sainte Anne, 9, rue de Vannes, 56400 Sainte-Anne-d’Auray, Tel. 02 97 57 68 80, www.sainte-anne-auray.com. Dort findet ihr auch Videos vergangener Pardons:. www.sainteanne-sanctuaire.com

Auray: Blick auf das Stadtviertel und alte Schlossmauern am linken Ufer des Loc’h. Foto: Hilke Maunder

AURAY

6 km südlich findet ihr Auray am Loc’h, der auch Rivière d’Auray genannt wird.

Sehenswert

Von den Grundmauern der 1526 geschleiften Burg führt in spitzen Kehren die Promenade du Loc’h hinunter zum malerischen Hafenviertel St-Goustan. Rund um die kleine Place St-Sauveur drängen sich Cafés und Restaurants.

An Bord des rekonstruierten Zweimasters Saint-Sauveur wird der Hafenhandel um 1900 wieder lebendig (Apr. – Okt.). Herz der Oberstadt am rechten Flussufer ist die dreieckige Place de la République mit Rathaus, Markhalle und Fachwerkhäusern. Die Stadtkirche Saint-Gildas ist ein Stilmix von Gotik bis Barock.

Unter der Kuppel des Mausolée de Cadoudal ruhen die Gebeine des ›letzten Chouans‹ Georges Cadoudal, 1771 im Vorort Kerléano geboren und unter der Guillotine hingerichtet.

Auray: Das linke Ufer des Loc’h. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen

Köstliche Schoko-Kreationen gibt es bei Sylvain Tallon vom Au régal breton.
• 17, rue du Belzic, Tel. 02 97 24 22 75, www.auregalbreton.com

Schlafen

Gediegene Zimmer und gute Küche vereint das Best Western Hôtel du Loc’h
• 2, rue François Gudur, Tel. 02 97 56 48 33, Restaurant ›La Sterne‹, www.bestwesternaurayleloch.com

Das linke Ufer des Loc’h. Foto: Hilke Maunder

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