Die schönsten Märkte der Provence: Da gehören die Märkte von Aix-en-Provence auf jeden Fall dazu! Foto: Hilke Maunder
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Die schönsten Märkte der Provence

Was gibt es Schöneres, als über die Märkte der Provence zu bummeln, an den Ständen Proben lokaler Erzeugnisse zu kosten, den Einheimischen beim Einkauf zuzusehen und die Vielfalt des Angebotes, die Aromen und Düfte, das Stimmengewirr und südliche Flair mit allen Sinne zu genießen? Die schönsten Märkte der Provence – voilà !

Die schönsten Märkte der Provence: meine Favoriten

Der Fischmarkt von Marseille

Der Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder
Der Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder

Der legendäre Fischmarkt im Alten Hafen von Marseille ist etwas für Frühaufsteher. Jeden Morgen verkaufen die Fischer am Quai des Belges ihren Tagesfang – Doraden ( daurades ), Wolfsbarsche ( loups de mer ), Sardinen ( sardines ) oder Rote Meerbarben ( rougets ). Andere Händler haben sich auf Meeresfrüchte spezialisiert.

Frühmorgens ist am meisten los auf dem Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder
Frühmorgens ist am meisten los auf dem Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder

Garnelen, Seeigel, Muscheln und mitunter auch den seltenen violet de mer sind auf ihren hölzernen Auslagen zu finden. Doch nur, wer vor neun Uhr kommt, kann sicher gehen, alle Zutaten für die traditionelle Bouillabaisse noch hier zu finden!

  • Marseille, Vieux-Port, tgl. ab 6 Uhr
Der Mann fährt zur See, die Freau verkauft den Fang: die traditionelle Rollenverteilung auf dem Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder
Der Mann fährt zur See, die Frau verkauft den Fang: die traditionelle Rollenverteilung auf dem Fischmarkt von Marseille. Foto: Hilke Maunder

Der Alleenmarkt von Sanary-sur-Mer

50 Kilometer östlich von Marseille ist jeden Mittwoch Marktzeit. Dann verwandeln rund 320 Händler das Fischerstädtchen Sanary-sur-Mer in einen riesigen Freiluftmarkt.

Malerisch: Sanary-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder
Malerisch: Sanary-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

Entlang des Boulevard d’Estienne d’Orves, der Allee am nördlichen Hafenrand, und der Place de la Tour verkaufen sie nicht nur Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Käse, sondern schlichtweg alles, was, man im Leben brauchen könnte. Mit dabei sind auch Möbel, Spielzeug und Miederwaren. 2018 wurde der große Wochenmarkt zum schönsten von Frankreich gewählt!

  • Sanary-sur-Mer, Boulevard d’Estienne d’Orves, Mi. vorm.
Der Alleenmarkt von Sanary-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder
Immer mittwochs gastiert einer der schönsten Märkte der Provence auf den Alleen von Sanary-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

Der große Markt von Apt

Das Zentrum des Luberon ist das charmante Städtchen Apt. Jeden Sonnabend inszeniert die selbsternannte Welthauptstadt der kandierten Früchte mit ihrem Wochenmarkt ein kulinarisches Gipfeltreffen. Dann quellen ihre 300 Stände geradezu über mit den kulinarischen Spezialitäten der Region: in Kräuter, Knoblauch oder Chili eingelegte Oliven, würzig-zarter Ziegenkäse, herzhafte Hartwürste, aromatischer Honig, Käse von Kuh, Ziege und Schaf. Und Trüffeln, im Sommer weiß, im Winter schwarz.

Fehlt auf keinem Wochenmarkt in der Provence: die Tuchhändlerin mit typisch prozenzalischen Stoffen. Foto: Hilke Maunder
Fehlt auf keinem Wochenmarkt in der Provence: die Tuchhändlerin mit typisch provenzalischen Stoffen. Foto: Hilke Maunder

Seit dem Mittelalter nimmt er die nördliche Innenstadt um die Cours Lauze de Perret, place Jean Jaurès, place des Martyrs de la Résistance, place Saint-Pierre, place du Postel und place de la Bouquerie sowie Seitenstraßen in Beschlag. Im Sommer zählt er bis zu  350 Stände. Dann ist der Besucherandrang so groß, dass extra ein kostenloser Shuttledienst zum Markt angeboten wird, der 1996 für seine Vielfalt und Authentizität als marché d’exception français ausgezeichnet wurde.

  • Apt, Innenstadt, Sa.

Der Blumenmarkt von Aix

Mimosen - auf dem Blumenmarkt von Aix-en-Provence werden sie verkauft! Foto: Hilke Maunder
Mimosen – auf dem Blumenmarkt von Aix-en-Provence werden sie verkauft! Foto: Hilke Maunder

Im Februar strahlen die Mimosen hellgelb in den Vasen, im Sommer konkurriert die Farbenpracht der Rosen mit den gebrochenen Tönen der Hortensien, im Herbst gesellt sich buntes Laub zu goldgelben Sonnenblumen, lila leuchtenden Astern und großblütigen Dahlien. Im Winter verbreiten Christrosen, Ilex und rot blühende Poinsettia, besser bekannt als Weihnachtssterne, weihnachtliches Flair: Der Marché aux Fleurs von Aix-en-Provence ist das ganz Jahr hindurch ein Blütentraum. Und auch wer Kräuter sucht, wird hier fündig! 

  • Aix-en-Provence, Place de l’Hôtel de Ville, Di., Do., Sa. 8.00 – 12.30 Uhr

Wer in Aix-en-Provence ist, kann ein paar Meter weiter noch den Wochenmarkt auf der Place Richelme genießen Unter mächtigen, uralten Platanen brechen die Auslagen fast zusammen unter der Last der Courgettes, deren gelbe Blüten essbare Kunstwerke sind, und prallen, sonnenwarmen Tomaten in allen Formen und Schattierungen. Im Frühjahr dominieren die zarten, violetten Ur-Artischocken, im Spätsommer duftet der ganze Platz nach reifen Melonen aus Cavaillon. Es ist ein intimer, fast dörflicher Markt, auf dem die Einheimischen mit ihren Körben von Stand zu Stand wandern, um bei ihren producteurs ihren Einkauf zu erledigen.

  • Aix-en-Provence, Place Richelme tgl.. 8.00 – 12.30 Uhr

Die Markthalle von Avignon

Verkäuferin in der Markthalle von Avignon mit Banon-Käse. Foto: Hilke Maunder
Verkäuferin in der Markthalle von Avignon mit Banon-Käse. Foto: Hilke Maunder

Der schnöde Bau von 1974, der zur Platzseite mit einem vertikalen Garten begrünt wurde, lässt von außen kaum ahnen, was für ein Schlaraffenland er im Innern birgt: Les Halles – geparkt werden kann ganz bequem auf dem Dach der Markthalle. Im Innern ist entspanntes Einkaufen angesagt: Es gibt kein Gedränge, sondern Zeit für einen Plausch, einen Café, ein Glas Wein.

In der Markthalle von Avignon findet ihr auch die lokale Spezialität "caillettes". Foto: Hilke Maunder
In der Markthalle von Avignon findet ihr auch die lokale Spezialität caillettes. Foto: Hilke Maunder

Zwischen frischem Obst und Gemüse steigt der Duft von frischem Baguette in die Nase, paart sich mit den würzigen Aromen hausgemachter Hartwuchs und kräftigeren Noten, die vom Käsestand hinüberwehen. So macht ein Marktbummel Spaß!

Markthalle von Avignon: Pieds et Paquets. Foto: Hilke Maunder
Spezialität der Haute-Provence: Pieds et Paquets. Foto: Hilke Maunder

Der Mittwochsmarkt von Saint-Rémy-en-Provence

Immer mittwochs verwandelt sich das kleine historische Herz von Saint-Rémy-de-Provence am Nordrand der Alpilles in einen riesigen Freiluftmarkt. Der Duft von Thymian, Rosmarin und Lavendel liegt in der Luft, paar sich mit Brathuhn und Kaffee.

Auf den Ständen stapeln sich Knoblauchzöpfe, hier und da darf probiert werden: Tapenade auf kleinen Röstbroten, würzziger Schafskäse und luftgetrockneter saucisson mit Wildschwein oder Feigen. Wenig weiter ppräsentieren Kunsthandwerker handgesiedete Seifen aus Marseille, feine Leinenstoffe und handgetöpferte Keramik.

  • Lebensmittel auf der Place de la Mairie, sonstige Waren auf der Place de la République und den dann für den Verkehr gesperrten Boulevards, Mi. 8-13 Uhr
Auch in Saint-Cyr-sur-Mer gibt es sonntags bis 12 Uhr mittags einen großen Wochenmarkt. Foto: Hilke Maunder
In Saint-Cyr-sur-Mer lockt sonntags bis 12 Uhr mittags einen großen Wochenmarkt. Foto: Hilke Maunder

Der Antiquitätenmarkt von L’Isle-sur-la-Sorgue

Isle-sur-la-Sorgue gilt nach Paris als der wichtigste Trödel- und Antiquitätenmarkt Frankreichs. 350 Händler verkaufen hier Schränke und Tische, Stoffe und Textilien, Gemälde und Grafiken in ihren Geschäften, die mitunter bis unter die Decke mit Antiquitäten vollgestopft sind.

Doch das ist noch lange nichts im Vergleich zum großen Antiquitätenfest, das L’Isle-sur-la-Sorgue seit 1966 zweimal im Jahr – zu Ostern und Mitte August – feiert: die Foire Internationale Antiquités & Brocante: von edlem Antiken bis zum echten Schrott gibt es bei 300 Händlern (fast) alles.

  • L’Isle-sur-Sorgue, Ostern + Mitte Aug.
Bunte Keramik – sie gehört auch zu vielen Wochenmärkten dazu. Foto: Hilke Maunder
Bunte Keramik – sie gehört auch zu vielen Wochenmärkten dazu. Foto: Hilke Maunder

Der Töpfermarkt von Aubagne

Argilla nennt sich der größte Töpfermarkt Frankreichs, der in ungeraden Jahren im Sommer in Aubagne rund 200 Töpfer und Keramiker willkommen heißt. Fayence, Raku, Terrakotta, Steingut, Porzellan und glasierter Ton, Teller, Schalen, Schmuck und Figuren: Wie kein zweiter Markt spiegelt Argilla die künstlerische Vielfalt wider, die dem Naturmaterial Ton innewohnt. Zum lebendigen Fest wird der Markt durch die vielen Vorführungen und die langen Donnerstage mit Musik und Tombola.

Aubagne, Innenstadt, Jul./Aug. tgl. 10 – 20 Uhr. Weitere Töpfermärkte gibt es in Bonnieux (Ende März) und Arles (Mai).

Achtung

Auf Touristenmärkten wie in Gordes werden Auswärtige gezielt abgezockt. Das geschieht besonders häufig an Ständen, an denen– wie bei Käse, Nougat, Wurst Obst – etwas abgewogen werden muss. Die Taktik: Erst wird etwas zum Probieren gereicht. Beim Aufschneiden darf es gerne etwas mehr als gesagt sein. Und die Preise sind – im Vergleich zu anderen Märkten der Region – arg gepfeffert.

Rosa Knoblauch. Foto: Hilke Maunder
Rosa Knoblauch. Foto: Hilke Maunder

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Im Buch

Hilke Maunder, DuMont-Bildatlas „Provence“*

DuMont Bildatlas Provence 2021In sechs Kapiteln stelle ich euch zwischen Arles und Sisteron die vielen Facetten der Provence vor. Ihr erfahrt etwas vom jungen Flair zu Füßen des Malerberges, vom Weltstadttrubel an der Malerküste, dem weißen Gold aus der Pfanne oder einer Bergwelt voller Falten.

Neben Aktivtipps, Hintergrund und Themenseiten präsentiert die Rubrik „Ja, natürlich“ zahlreiche Tipps für nachhaltige Erlebnisse und Momente.

In „Urlaub erinnern“ stelle ich Andenken, Eindrücke und Erinnerungen vor, mit denen der Urlaub daheim noch weiter lebendig bleibt. Hinzu kommen Serviceseiten mit allen Infos, persönlichen Tipps und großer Reisekarte. Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.

Hilke Maunder, Le Midi*

Die poule au pot ist eine der 80 echten, authentischen Speisen, die ich bei meiner kulinarischen Landpartie durch den Süden von Frankreich entdeckt habe. Zwischen Arcachon, Hendaye und Menton schaute ich den Köchen dort in die Töpfe, besuchte Bauern, kleine Manufakturen, Winzer und andere lokale Erzeuger.

Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Müller reiste ich wochenlang durch meine Wahlheimat und machte mich auf die Suche nach den besten Rezepten und typischsten Spezialitäten der südfranzösischen Küche. Vereint sind sie auf den 224 Seiten meines Reise-Kochbuchs Le Midi.

Ihr findet darin 80 Rezepte von der Vorspeise bis zum Dessert, Produzentenportraits, Hintergrund zu Wein und Craftbeer, Themenspecials zu Transhumanz und Meer – und viele Tipps, Genuss à la Midi vor Ort zu erleben. Wer mag, kann meine 80 Sehnsuchtsrezepte aus Südfrankreich hier* online bestellen.

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Auf jedem Wochenmarkt anzutreffen: der Schuhhändler. Foto: Hilke Maunder
Standard der Märkte der Provence: der Schuhhändler. Foto: Hilke Maunder