Wilde Viadukte: unterwegs im Train Rouge

Fenouillèdes: Unterwegs im Train Rouge. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs im Train Rouge. Foto: Hilke Maunder

Kennt ihr den Train Rouge ? Oder nur den Train Jaune, der von Villefranche-de-Conflent nach Bolquère, und damit zur höchstgelegenen Bahnstation Frankreichs saust? Selbst nur wenige Kilometer von meinem Tal entfernt ist der rote Zug kaum bekannt. Und das ist schade, denn ich habe jetzt eine der wohl schönsten Eisenbahnausflüge mit ihm erlebt.

In Saint-Paul-de-Fenouillet geht’s mitten durch den Ort. Foto: Hilke Maunder

Im Train Rouge durchs Rebenland…

In der Hauptsaison mehrmals täglich, sonst seltener, rattert der knallrote Zuge mit offenen (!) Waggons von Rivesaltes aus durch das Tal des Agly. Vorbei an Cases de Pena, Estagel und Maury geht es talaufwärts durch weite Weinfelder hin nach St-Paul-de-Fenouillet. In der alten Hauptstadt des Fenouillèdes werden die Züge neu zusammengestellt. Ein Zugteil rattert als Winzerfahrt wieder hinab Richtung Küste bis nach Rivesaltes.

Weingärten zwischen Saint-Paul-de-Fenouillet und Maury. Foto: Hilke Maunder

Der andere Zugteil fährt auf der Tours des Viaducs weiter landein. Vorbei an Caudiès-de-Fenouillèdes und Lapradelle mit der Burg von Puilaurens rattert der Zug hinauf bis nach Axat am Ufer der jungen, sich wild gebärenden Aude.

Axat an der Aude. Foto: Hilke Maunder

… und dunkle Tunnel

Lokführer Lionel vom Train Rouge. Foto: Hilke Maunder

Lionel steuert die Diesel-Lok. Maeva kommentiert die Fahrt mit Wissenswertem und Anekdoten. Und schafft es, selbst erst kritisch schauende Mitreisende zu animieren, in den Tunneldurchfahrten ganz laut zu rufen, zu schreien, die Arme zu wedeln, zu kreischen. Und Tunnel gibt es einige auf der Strecke nach Axat!

Maeva kommentiert kenntnisreich wie unterhaltsam die Fahrt im Train Rouge. Foto: Hilke Maunder

Nach dem zweiten Tunnel gibt es keinen, der nicht mitmacht. Denn nicht jeder Tunnel ist gleich. Einer wird plötzlich zur Galerie, die urplötzlich helles Sonnenlicht in das Dunkel fluten lässt. Beim letzten Tunnel in den Gorges de l’Aude ist das Gewölbe mit Stalagmiten übersät.

Im Train Rouge bei Axat. Foto: Hilke Maunder
Arme hoch im Tunnel! Foto. Hilke Maunder
Vor Axat durchquert der Train Rouge hintereinander gleich mehrere Tunnel und Brücken. Foto: Hilke Maunder

Sonderfahrt zum Weihnachtsmann

Während der Fahrt das Tal hinauf im Pays Cathare weichen allmählich die Weingärten lichten, herrlich duftenden Kiefernwäldern. Im Unterholz blüht es lila, gelb und weiß.  Falter flattern. Ein Adler zieht am hohen Himmel seine Kreise. Und mitten in dieser Urnatur hat jemand seine Hütte versteckt, zu der im Advent Sonderfahrten führen: Père Noël – der Weihnachtsmann

Der Train Rouge näher sich Axat. Foto: Hilke Maunder

Abgefahren: der Wein zur Bahn

Geschenke und Mitbringsel finden Passagiere und Bahnfans im reichen Merchandising-Sortiment des Train Rouge. In der Bahnhofsboutique von Axat findet ihr neben Anstecknadeln, Becher, Tischsets und Bechern auch ein Souvenir, das perfekt zur Tour, zum Train Rouge und zum Tal passt: leckeren lokalen Wein in rot und weiß.

Ein Tropfen Erinnerung: der Wein zum Zug. Foto: Hilke Maunder
Die Boutique des Train Rouge in Axat. Foto: Hilke Maunder

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Der Zug des Fenouillèdes: le train rouge – im Sommer mit offenen Wagen! Foto: Hilke Maunder
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1 Kommentar

  1. Dank Kristine Honig bin ich in Deinen Blog gekommen. Der Train Rouge scheint ja eine Reise Wert zu sein. Schöne Landschaft und die Fahrt durch die Tunnels mit dem „Cabrio“ machen Lust auf eine Reise nach Frankreich. Wobei ich mich an das Schreien und Händewedeln vermutlich erst gewöhnen müsste. Der Zug kommt einmal auf meine Schienenreisen Bucket-List 🙂

1 Trackback / Pingback

  1. Noch ein Geheimtipp: der Fenouillèdes - Mein Frankreich

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