Am Unterlauf der Seine

Am Unterlauf der Seine: das Burgschloss von La Roche-Guyon. Foto: Hilke Maunder
Am Unterlauf der Seine: das Burgschloss von La Roche-Guyon. Foto: Hilke Maunder

Die Geschicke der Normandie sind untrennbar mit ihrem größten Strom verbunden: der Seine. Der große Strom des Nordens Frankreichs lässt sich besonders an seinem Unterlauf Zeit auf seinem Weg zum Meer.

Die Seine zwischen Les Andelys und Rouen am frühen Abend. Foto: Hilke Maunder

Von Paris bis zur Mündung an der französischen Kanalküste windet er sich in weiten Schleifen 250 Flusskilometer vorbei an Prachtbauten, mit denen sich Adel und Klerus Denkmäler setzten.

Ihr kommt vorbei an malerischen Burgen, imposanten Brücken, eindrucksvollen Abteien, Fischerhäfen und Fachwerkdörfern.

Immer wieder leuchten rund um Les Andelys die Kalkklippen der Seine aus dem Grün. Foto: Hilke Maunder

Strom der Geschichte

Auwälder wechseln mit Kalksteinklippen, jede Biegung am Unterlauf der Seine bringt überraschend neue Ausblicke. Flussabwärts von Rouen gleiten Containerschiffe unter den hohen Schrägseilbrücken  von Brotonne, Tancarville und dem Pont de Normandie hindurch.

Wenig weiter tuckern Lastkähne, Péniches, schwer beladen nach Paris.

Pont de Brotonne: MS Seine Comtesse passt lässig hindurch – nicht so bei den Pariser Brücken. Foto: Hilke Maunder

Bis heute ist das breite, gewundene Band der Seine die Lebensader der Île de France. Kostenlos vom einen zum anderen Ufer wechseln könnt ihr zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit eurem Fahrzeug mit den Autofähren.

Die Bacs de la Seine habe ich euch hier vorgestellt.

Vernon: die berühmte Brücke, die auch Monet inspirierte. Foto: Hilke Maunder

Die kostenlosen Fähren bieten zudem tolle Möglichkeiten für Radtouren an beiden Ufern der Seine. Meinen Vorschlag für eine Tour von Paris bis nach Le Havre entlang findet ihr hier.

Jumièges: die Ruine der Anbteikirche. Foto: Hilke Maunder

Die einst mächtigen Klöster am Unterlauf der Seine verbindet heute die Route des Abbayes Normandes. Sie beginnt in Rouen, folgt der Seine bis Le Havre und endet am Mont-Saint-Michel. Neugierig? Dann klickt mal hier!

Im Juli blüht der Lavendel im Klostergarten. Foto: Hilke Maunder

Im Marais Vernier

Bevor die Seine hinter Le Havre ins Meer mündet, durchläuft sie eine fast vergessene Landschaft, in der schon zahlreiche Werbefotos des “typisch“ ländlichen Frankreich geschossen wurden.

Die nördlichen drei Halbinseln bedecken die lichten Eichen- und Buchenwälder des Forêt de Brotonne. Auf stillen Wegen sind dort am am Wochenende Ausflügler aus Rouen unterwegs.

Auf dem First der alten Chaumières werden traditionell Iris gepflanzt. Foto: Hilke Maunder

Von Vatteville aus radeln sie auf der Route des Chaumières, der „Straße der Reetdachhütten“, vorbei an uralten Fachwerkhäusern bis Azier und Vieux Port. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

In den Wiesen und Feldern ringsum findet ihr im Sommer Störche. Foto: Hilke Maunder

Südlich davon birgt das Schutzgebiet des Marais Vernier den einzigen Sumpf der Normandie: la Grand’Mare. Auf seinen feuchten Wiesen wachsen Sonnentau und Affen-Knabenkraut. Im Süden der weiten Marschlandschaft grasen Shetland-Schafe, schottische Rinder und normannische Pie-Noire-Kühe.

Sie erhalten so die einzigartige Kulturlandschaft der Courtils de Bouquelin. Seine traditionelle Weiden sind exakt einen Kilometer lang, aber nur wenige Meter breit.

Typisch für die „vache normande“, die Milchkuh der Normandie, sind die rotbraunen Augenringe. Foto: Hilke Maunder

Am Nordufer der Seine könnt ihr auf beschwipste Rindviecher treffen. Oberhalb von Villequier lässt François-Xavier Craquelin allabendlich seine Zuchtbullen 15 Liter Cidre trinken. Das macht das Fleisch zarter, sagt der Züchter. Und preist stolz die Zartheit seines Bœuf Cidré. Mehr dazu erfahrt ihr hier im Blog.

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