Schneeloch mit Stil: Val d’Isère

Val d'Isère: Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder
Val d'Isère: Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder

„Wir Elsässer haben Val d’Isère zu dem gemacht, was es heute ist“, erzählt mir Hubert Deiss, Patron der rustikalen Taverne d’Alsace in Val d’Isère mit einem Schmunzeln. 1932 eröffnete der elsässische Skilehrer Charles Diebold hier die erste Skischule.

Sein Landsmann Jacques Mouflier nahm 1936 den ersten Lift in Betrieb und investierte in den Ausbau der Skistation. Und ohne die Vorfahren von Jean-Claude Killy, die ebenfalls aus dem Elsass kamen, gäbe es auch nicht die Espace Killy.

Mittelgroß, aber megagut

Mit 300 Pistenkilometern für Sportliche, umgeben von Gletschern, unzähligen Dreitausendern und der weißen Kuppe des Mont Blanc, ist die Espace Killy für französische Verhältnisse nur mittelgroß – locken doch Portes du Soleil mit 650 Pistenkilometern. Doch die Skischaukel zwischen Tignes und Val d’Isère ficht das kaum an.

Sie punktet sie in Lebensart, Genuss, Schneesicherheit und Vielfalt – von breiten Pistenautobahnen über sanft gewellte Skiwiesen hin zu schnellen Schussstrecken und steilen Buckelpisten. 148 Pistenkilometer der Espace Killy, erschlossen von 79 Liften,  gehören zum Skigebiet von Val Isère. 23 km Loipe warten auf Langläufer.

Val d'Isère: Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder
Aussichtsreich: die blaue Piste im Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder

Hors-Piste? Tiefschnee satt!

Jenseits der präparierten Abfahrten lockt nahezu unendliches hors-piste-Terrain mit Couloirs, Rinnen und Hängen für Tiefschneecracks und Freerider wie dem zweifachen World-Champion Guerlain Chicherit. Er hat die Ski mittlerweile gegen Rennwagen eingetauscht und bietet Ice Driving auf seinem circuit im angeschlossenen Nachbarort Tignes an. Die weltbeste Ski-Elite trainiert und triumphiert am Bergriesen Rocher de Bellevarde, der das noble Savoyer Skidorf Val d’Isére überragt.

1992 verlieh ihm Bernhard Russi seine „Face Olympique“, eine spektakuläre Abfahrtsstrecke, die auf 2,4 Kilometern 890 Höhenmeter überwindet. Auf der benachbarten Piste Oreiller Killy beginnt alljährlich Mitte Dezember mit dem Critérium de la Première Neige das bis in die 1980er-Jahre erste Rennen der europäischen Weltcup-Saison. Und das seit mehr als 50 Jahren!

Val d'Isère: Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder
Val d’Isère: Skigebiet Solaise. Foto: Hilke Maunder

Savoyer Lebensart

Eine entschärfte Version der „OK“-Piste führt hinab zur den Apartmenthäusern der La Daille. Felswänden gleich, riegeln sie das enge Tal der jungen, wilden Isère ab. Mehr Romantik bietet das Ortszentrum von Val d’Isère, das für die Olympischen Winterspiele saniert und restauriert wurde.

Vier hohe Steinsäulen stützen das Eingangsportal zum Val Village mit Geschäften und Apartments. Savoyarder Chalets aus dunklem Holz und Stein gruppieren sich um die Dorfkirche aus dem 11. Jahrhundert.

In der épicerie mischt sich der Duft würziger Landwürste mit den Aromen kräftiger Landkäse wie Tome de Savoie, Beaufort und Reblochon.  Wenige Häuser weiter  verführt Patrick Chevallot als Meilleur Ouvrier de France für Pâtisserie mit seinen Kuchenkreationen die Gourmets.

Hochgenüsse servieren auch das Bergrestaurant La Folie Douce an der Mittelstation der Daille-Gondel und das Chalet Edelweiss an der Abfahrt nach Fornet.

Val d'Isère: Barkeeper Fred Deleque (32) von der.Berg-Bar "Folie Douce". Foto: Hilke Maunder
Barkeeper Fred Deleque (32) von der Berg-Bar “Folie Douce”. Foto: Hilke Maunder

Sonnenski oder Steilhang?

Zweiter Hausberg von Val d’Isère ist die Tête du Solaise, deren Abfahrten und Buckelpisten in der Sonne glänzen. Da die Bergspitze eher flach ist, ziehen Bänder die Skifahrer zu den nächsten Liften, die die Verbindung zum Signal de l’Isèran (3.241 Meter) und dem Gletscherskigebiet Glacier du Pissaillas unterhalb der Pointe du Montet (3.488 Meter) schaffen.

In den Höhenlagen sind die Pisten von Val d’Isère so weit und offen, dass sich auch Anfänger wohl fühlen. Zum Tal hinab werden die Abfahrten zunehmend steiler, enger und schwieriger.

Val d’Isère: Meine Reisetipps

Erleben und entdecken

Eisklettern

Mit Steigeisen an den Füßen und Eispickel in der Hand geht es auf einen der beiden natürlichen, gefrorenen Wasserfälle. Nachts sind sie beleuchtet; www.tetraski.com

Eisparcours & E-Park

Wagt euch doch auch einmal auf den Elektro-Motorrädern von KTM oder den BMW-Elektroautos aufs Eis! Ein Freeride E-XC ist so leicht zu bedienen, dass auch Einsteiger Spaß auf dem Eis haben; https://www.facebook.com/IceDriving.

Wassersport- und Wellnesszentrum

Das 5.000 qm große Badeparadies aus Holz und Stein birgt fünf Bereich: Strand, Sportareal, Vitalzone, Wellnessbereich und Spielgelände. Zudem gibt es für Erwachsene Golf- und Fahrsimulatoren; www.centre-aquasportif.com.

Maison Moris

Das harte, unter dem Schnee mühsame Leben von einst lässt sich in der Maison Moris entdecken. Das älteste Haus des Dorfes ist ganz traditionell mit Steinschindeln gedeckt.

Schlemmen

Mein Vorschlag für ein Mahl im Schnee: das Bergrestaurant La Folie Douce an der Mittelstation der Daille-Gondel.

Events

Critérium de la Première Neige

Der Alpin-Weltcup der Männer und Frauen wird seit 1955 alljährlich Anfang Dezember in Val d’Isère ausgetragen; www.worldcup-valdisere.com

Festival Aventure et Découverte

Seit 1995 stehen beim internationale Filmfestival im April “Abenteuer und Entdeckungen” im Fokus; www.festival-aventure-et-decouverte.com

Winter-Golf

Ein Golfturnier auf dem Schnee findet seit 2012 alljährlich Ende März im Vallée du Manchet statt.

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 Blick vom Skigebiet Solaise auf den Ort Val d'Isère im Tal. Foto: Hilke Maunder

Blick vom Skigebiet Solaise auf den Ort Val d’Isère im Tal. Foto: Hilke Maunder

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