Mein Frankreich: Barbara Kettl-Römer

Barbara Kettl-Römer
Barbara Kettl-Römer

„Mein Frankreich“ ist nicht nur Titel meines Blogs, sondern auch Programm: Ich möchte möglichst viele von euch animieren, euer Frankreich vorzustellen. Mein Frankreich – was bedeutet das für euch? Célia Šašić hatte den Auftakt gemacht – und Buchautorin Barbara Kettl-Römer so begeistert, dass auch sie gleich an meiner ersten Blogpararade mitmachte. Sie schrieb: „Liebe Hilke, eigentlich habe ich gar keine Zeit, weil ich am kommenden Montag den Marco Polo-Band abgeben muss und doch noch einiges zu tun ist, aber bei Deinem Aufruf konnte ich einfach nicht widerstehen und habe doch einen kleinen Text geschrieben … “ Merci, Barbara!


Mein „erstes Mal“ fand 1985 statt: Klassenfahrt nach Dijon. Ich war vorher mit meinen Eltern im Bayerischen Wald gewesen und im Schwarzwald und an der Adria. Ins Burgund verliebte ich mich sofort. Fortan erschien mir die Adria fad.

1988 konnte ich dann über Kontakte meines Vaters ein dreimonatiges Praktikum in Tours machen. Da verlor ich mein Herz. Vorübergehend an einen jungen Franzosen und für immer an das Land. Ich liebe: Die Sprache. Das Essen. Die Geschichte. Das Savoir-Vivre. Einfach alles. Seitdem war ich jedes Jahr mindestens einmal in Frankreich.

Mein Frankreich, das ist: die Pays de la Loire mit ihren Weinbergen und Schlössern, meine Freundin Françoise mit ihrer Familie in Châteaudun (zu der ich seit 28 Jahren den Kontakt gehalten habe), die Normandie und der schönste Strand der Welt in Varengeville, die Bretagne mit ihren zerklüfteten Buchten, die Dordogne mit ihren Walnusshainen und Höhlen, die Île de Ré mit dem wilden Wind und den rosa Kartoffeln, die nach Salz schmecken, die Provence mit dem strahlenden Licht und den gallo-römischen Stadtkernen, …

Letztes Jahr waren wir an der italienischen Riviera. Es war sonnig und warm, und wir haben schöne Ausflüge gemacht. Danach haben die Kinder gesagt, Italien wäre ganz nett, aber sie wollten lieber wieder nach Frankreich. Wir fahren an Pfingsten ins Burgund. Vielleicht machen wir auch einen Ausflug nach Dijon, wo vor 31 Jahren diese ganz spezielle Beziehung zu „meinem Frankreich“ begonnen hat.

Der Beitrag von Barbara Kettl-Römer in der dritte Beitrag in einer kleinen Reihe, in der alle, die dazu Lust haben, ihre Verbundenheit zu Frankreich ausdrücken können. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Frankreich, Erlebnisse, Gedanken. Ich freue mich, wenn dieser Aufruf viele von euch zum Mitmachen inspiriert. Ob kurz oder lang, Prosa oder Lyrik, nur Fotos oder nur Text: Schickt mir eine Mail! Die Beiträge werden in loser Folge veröffentlicht.

Merci für's Teilen!

3 Kommentare

  1. Mein Frankreich begann im Jahr 1978 mit der ersten Fahrt nach Lyon. Es gab einen Austausch zweier Gemeinden und wir fuhren mit klopfendem Herzen dorthin ohne zu wissen was uns erwartete. Doch der Empfang war sehr herzlich und familiär und daraus entwickelten sich Freundschaften die seit 37 Jahren halten und eine lebenslange Begeisterung für ein wunderbares Land. Die Lebensart und das Savoir-vivre haben mich gefangen, die Sprache, das Licht und die Landschaft ohnehin. So kommt es , dass ich im Laufe der letzten Jahrzehnte nicht nur Lyon als meine zweite Heimat ansehe sondern auch schon in vielen anderen Regionen dieses Traumlandes unterwegs war und sein werde. Das Burgund mit seiner faszinierenden Vielfalt romanischer Kirchen und Klöster. Das Tal der Loire mit der Parade feudaler Vergangenheit in Form seiner Schlösser. Das Savoy mit der Nähe zu den Alpen und seinen royalen Verbindungen zu Italien. Die Normandie mit dem beeindruckenden Mont St. Michel und den rauhen Küsten. Die Bretagne mit den keltischen Zeugnissen alter Kulturen und auch der Küstenlandschaft und Land und Leute rund um den Golf de Morbihan. Die fantastische Insel La Réunion mit einem kleinen Teil Frankreichs mitten im Indischen Ozean,Vulkane, Urwälder,Wasserfälle und Wale, alles auf kleinstem Raum. Natürlich auch und vor allem hängt mein Herz an der Provence mit den beiden Departements Luberon und Var, Landschaft, Licht und Düfte satt, ein Traumziel der Sehnsucht und immer wieder in der gedanklichen Planung neuer Reisen enthalten. Kurz ich habe mich voll und ganz in dieses Land verliebt mit allen Facetten, die es bieten kann, und solange ich kann, werde ich immer wieder dorthin zurückkehren, um Neues zu erkunden und Bekanntes erneut wieder aufzunehmen. Hans-Jürgen Schäfer

  2. Sehr geehrte Frau Maunder!Sie möchte etwas über mein Interesse für Frankreich erfahren? Die erste Frankreich-Reise war ein Familienausflug im Käfer. Ein sehr guter Französisch- und Geschichtslehrer im Schiller-Gymnasium in Köln, Dr. Harald Voss, der mit einer Rede vor zwei Jahren meine 25 Jahre bei Klett gefeiert hat, gab wichtige und nachhaltige Anregungen. Danach zwei Jahre in Paris, wo Alfred Grosser (heute 91 !) in Sciences-Po (Vorlesungen bei Georges Vedel, René Rémond, Maurice Duverger, Raoul Giradet) uns sehr nachhaltig die besondere Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen erklärt hat. Dann folgte das Studium der Romanistik bei Prof. Dr. Dirk Hoeges in Bonn, der auch meine Dissertation über die Ästhetik im Werk von Jean-Paul Sartre betreute und hinterher die Arbeiten über Albert Camus und Napoleon III anregte: http://heiner.wittmann.fr . Viele Reisen folgten besonders zu den romanischen Kirchen u. a. Chapaize, Brancion, Tournus, Cluny in Burgund, überall im Loiretal u.a. St. Benoît-sur-Loire und in allen andren Regionen Frankreichs. Um 1990 drei Jahre in der Redaktion von DOKUMENTE. Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog, als sie noch von Dr. Ernst Weisenfeld geleitet wurde. Von den aufregenden Studienjahren in Paris und Bonn profitiere ich immer noch > http://www.romanistik.info/veroeffentlichungen.html und versuche die Passion für Politik, Geschichte, Literatur und Kunst (Prof. Carol Heitz, Nanterre-Paris X) war mein akademischer Lehrer im Fach Kunst) in Frankreich seit September 2006 mit den Lesern meines Blogs http://www.france-blog.info, der heute 2500 meist zweisprachige Artikel vorweisen kann, zu teilen. Immer wieder, im Sinne von Alfred Grosser, die Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland aufzeigen und immer geduldig erklären. Der ganze Blog, eine Sammlung vieler Argumente, warum Schüler Französisch lernen sollten, und für Studenten ist der Blog eine Anregung, sich mit den deutsch-französischen Beziehungen auf allen Ebenen eingehender zu befassen. Mit besten Grüßen Heiner Wittmann

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