ENTDECKT Korsika
Korsika ist weit mehr als eine Insel – es ist ein Gebirge im Meer im westlichen Mittelmee und nach Sizilien, Sardinien und Zypern dort die viertgrößte Insel. Geografisch liegt das Eiland Italien deutlich näher als dem französischen Mutterland: Nur zwölf Kilometer trennen die Südspitze von Sardinien 82 Kilometer sind es zum italienischen Festland. Frankreich ist fast doppelt so weit entfernt: 160 Kilometer sind es bis zur Côte d’Azur.
Ajaccio: Im Schatten des Kaisers
Viele Jahrhunderte lang lenkte Genua die Geschicke der Insel, bevor sie 1768 französisch wurde – gerade rechtzeitig, damit der wohl berühmteste Sohn der Insel als Franzose geboren werden konnte: Napoleon Bonaparte. Seine Geburtsstadt Ajaccio ist heute die Hauptstadt der autonomen Region Korsika. Hier, zwischen prächtigen Boulevards und dem tiefblauen Golf, begegnetihr dem Erbe des Kaisers auf Schritt und Tritt, von seinem Geburtshaus bis zu den zahlreichen Monumenten auf den Plätzen der Stadt.

Bastia, Calvi und das Erbe der Zitadellen
Im Nordosten pulsiert das Leben in Bastia. Die Stadt ist das wirtschaftliche Tor der Insel und vereint barocken Charme mit Beton von heute, Patina und Prunk – und gerade diese Kontraste machen den melting pot der Insel ungeheuer faszinierend. Hoch über dem alten Hafen thront die massive Zitadelle, von deren Mauern der Blick weit über das Tyrrhenische Meer schweift.
Kleiner, aber ebenfalls von einer mächtigen Festung bekrönt ist Calvi mit seinem sichelförmigen Sandstrand an der Nordwestküste. Jedes Jahr erfüllt hier ein hochkarätiges Jazzfestival die Gassen mit Musik.
Bonifacio und Porto-Vecchio: Der wilde Süden
Schwindelerregend thront Bonifacio auf der Südspitze. Die mittelalterliche Altstadt klammert sich förmlich an die kalkweißen Klippen, die 60 Meter senkrecht in das türkisblaue Wasser stürzen. Wandert hinauf zur Zitadelle, bummelt dort durch die Gassen der Altstadt, steigt auf der Treppe des Königs von Aragon direktam Fels hinab und hinauf und kehr dann zurück zum Hafen, wo Törns entlang der Klippenküste starten
EWer es mondäner mag, zieht weiter nach Porto-Vecchio. Einst ein wichtiger Fährhafen, hat sich die Stadt im Südosten zum Hotspot für Sonnenanbeter und Nachtschwärmer entwickelt, flankiert von Traumstränden wie Palombaggia und Santa Giulia.

Hochgebirge im azurblauen Meer
Korsikas landschaftliche Vielfalt lässt mich immer wieder staunen – und wiederkehren.. Während die Küsten mit versteckten Buchten und roten Granitfelsen (Calanques de Piana) verzaubern, beherrscht eine alpine Gebirgskette das Inselinnere. Mehr als 50 Gipfel ragen mehr als 2.000 Meter in den Himmel, angeführt vom Monte Cinto, der sich mit 2.706 Metern majestätisch über die Insel erhebt. Mitten durch das Gebirge im Meer führt der legendäre Fernwanderweg GR 20, der zu den anspruchsvollsten Europas gehört – nur mit exzellenter Kondition und Bergerfahrung solltet ihr diese Route in Angriff nehmen!
Der Duft der Macchia
Napoleon sagte, er könnte seine Heimat am Duft der Macchia erkennen. In diesem würzig duftenden Buschwald versteckte sicch Matteo Falcone vor der Vendetta. Heute wandern seine Aromen in Parfüms – und in die Küche. Die Castagniccia erhielt ihren Namen von den Esskastanien, die einst der Brotbaum der Insel waren und bis heute in Brot, Bier und Kuchen wandern. Berühmt ist die herzhafte charcuterie corse von frei laufenden Schweinen, die sich von Eicheln ernähren: Prisutu, Coppa und Lonzu sind Delikatessen mit unverwechselbarem Aromen, zu denen perfekt die AOP-Inselweine passen.

Die schöne Sica
Kalliste, die Schöne, haben die Griechen einst das Eiland getauft, und schön war auch Sica. Diese schöne Frau soll einst von zwei Verehrern bedrängt worden sein. Der trojanische Prinz Cyrnos, ein Enkel des Äneas, entführte Sica und floh mit ihr auf die Insel Korsika. Sein Rivale Sardus verfolgte das Paar, suchte jedoch auf der benachbarten Insel Sardinien nach ihnen. Eine andere Version besagt, dass die schöne Sica von ihrem Geliebten ermordet worden sei. Aus ihrem Herzen entstand die Insel, deren blutrote Sonnenuntergänge bis ans Ende der Tage an ihr tragisches Schicksal erinnern. Hach, ist Korsika schön!






























