ENTDECKT Hauts-de-France!
Die Region Hauts-de-France ist ein Landstrich der radikalen Kontraste, in dem die stolze Geschichte der Industrie auf eine mutige kulturelle Renaissance trifft. Für die 2016 geschaffene Großregion in Frankreichs Norden wurden die historische Provinz Picardie und die beiden Départements Nord und Pas-de-Calais vereint. Auf einer Fläche von etwa 31.813 Quadratkilometern umfasst die Region Hauts-de-France seitdem die Départements Nord im Westen, Pas-de-Calais im Süden, Aisne im Südosten, Oise im Osten und Somme im Südwesten.
Schlechter Ruf? Prima!
Gleich, wenn ihr über die belgische Grenze rollt, werden ihr mit dem schlechten Ruf der Region Hauts-de-France konfrontiert. Die Schlote rauchen, riesig sind die Industrieanlagen der Eisenbahn-, Automobil- und Glasindustrie. Verarmt sind die Straßendörfer, verwaist ist das Erbe der einst blühenden Textilindustrie.
Doch lasst euch nicht täuschen. Die Region Hauts-de-France steckt mitten im Strukturwandel – und präsentiert sich inzwischen als eine echte Perle. Innovativ, mutig, kreativ, überraschend und immer wieder spannend. Das zeigt bereits auch Lille. Die pulsierende Hauptstadt Nordfrankreichs hat in den letzten Jahren ihre gesamte Innenstadt verkehrsberuhigt – herrlich zum Flanieren und Einkaufen! Roubaix machte sein einstiges Art-Déco-Schwimmbad zum schönsten Kunsttempel Nordfrankreichs. Wie hart er während des Ersten Weltkriegs umkämpft war, und welchen Blutzoll die Grande Guerre fordertge, erzählen zahlreiche Museen, Gedenkstätten, Soldatenfriedhöfe und chemins de mémoires.

Hauts-de-France lockt auch mit sehr gastfreundlichen Menschen, der atemberaubenden Naturküste der Côte d’Opale und der Baie de Somme, quicklebendigen Städten mit flandrischem Flair und grandiosen gotischen Kathedralen, Glockenspielen und Riesen, die vor dem Volk durch die Straßen stolzieren.
Die Braderie von Lille ist der größte Flohmarkt Europas. Die 339 Abraumhalden der Region sind heute immer öfter schon revitalisiert: als Wander-, Kletter- und Skiberg und sogar als Weinberg!
Ungewöhnliches wagen, ist die Maxime. In Dunkerque (Dünkirchen) bauten Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal eine Schiffsbauhalle zum Kulturzentrum des FRAC um. In Lens macht der Louvre-Lens auf altem Zechenland mit Kunst heute Kohle. In Calais verwandelte Patrick Bouchain einen Schlachthof in den Kulturtreff Le Channel.

Die Schlemmerküche der Sch’tis
Wer die Seele der Region Hauts-de-France verstehen will, muss sie kosten. Die Küche hier ist ehrlich, bodenständig und von einer fast schon legendären Gastfreundschaft geprägt. Die fruchtbaren Böden der Picardie und der flämische Einfluss im Norden haben eine ehrliche Küche geschaffen, bodenständig und tief verwurzelt im Terroir wie die Carbonade flamande.
Im Zentrum der herzhaften Tafel steht der Maroilles, ein kräftiger Käse mit einer markanten orangefarbenen Rinde, dessen Wurzeln bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. In den lokalen Estaminets, den urigen Wirtshäusern mit Holzinterieur, wird er oft in einer Flamiche serviert – einer Art Quiche, die den Gaumen mit intensiver Würze fordert. Dazu passt eines der handwerklich gebrauten Biere, die in dieser Region eine längere Tradition haben als der noch ganz junge Weinbau.

Süßmäuler kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Die Macarons aus Amiens, die bereits seit dem 16. Jahrhundert nach fast unverändertem Rezept aus Mandeln, Honig und Eiweiß hergestellt werden, zeigen euch: Sie munden auch ohne Füllung! Der Gâteau Battu, ein luftiger Hefekuchen mit hohem Butteranteil, wird im Département Somme traditionell zu Ostern gebacken.
Viel ausgelassener zeigt sich die Karnevalszeit in Hauts-de-France. Da fliegen Heringe durch die Luft, stolzieren Riesen durch die Straßen … und gehört das bunte Narrentreiben sogar zum Welterbe! Die Region Hauts-de-France schafft es immer wieder, mit zu überraschen. Sei es mit dem filmreifen Humor der Sch’tis, den Dany Boon landesweit berühmt machte mit seinen Komödien.
Oder mit ihren vielen Projekten, die das Bergbauerbe erfrischend kreativ verwandeln. Hauts-de-France: eine Region die ihre Vergangenheit ehrt, während sie mutig und kreativ Zukunft gestaltet – und einlädt, dies hautnah zu erleben und sich dabei immer wieder überraschen zu lassen!

