Ungewöhnliche Unterkünfte

Cidrefass oder Troglo-Höhle, Pferdewagen, Baumhaus oder Wasserhaus? In dieser Kategorie stelle ich euch lauter Unterkünfte in Frankreich vor, die außergewöhnlich und einzigartig sind .

Wer Frankreich bereist, sucht heute oft mehr als nur ein Bett in einem austauschbaren Hotelzimmer. Das Land der Genießer und Ästheten hat das Reisen neu erfunden: ungewöhnliche Unterkünfte boomen. Das Spektrum für derartige hébergements insolites ist dabei so breit wie die Geografie des Landes und reicht von rustikalen Baumhäusern bis hin zu hochmodernen Design-Objekten an den entlegensten Orten.

Der Trend zu diesen besonderen Erlebnissen ist eng mit dem Wunsch nach Entschleunigung verbunden. In einer Welt, die immer schneller taktet, bieten ungewöhnliche Unterkünfte den nötigen Rückzugsort. Stellt euch vor, ihr wacht nicht durch das Geräusch eines Aufzugs oder den Verkehrslärm einer Stadt auf, sondern durch das Rascheln von Blättern direkt vor eurem Fenster – in einem Baumhaus, das stabil in den Kronen alter Eichen verankert ist.

Solche Cabanes dans les arbres findet ihr heute in fast jedem Département, doch die Qualität hat sich massiv gesteigert. Viele dieser Domizile verfügen über Whirlpools auf der Terrasse und bieten ein Frühstück, das per Seilzug am Morgen lautlos nach oben schwebt. Es ist dieser Mix aus Kindheitstraum und Luxus, der diese ungewöhnliche Unterkünfte in Frankreich so beliebt macht.

Für diejenigen, die die Erde unter den Füßen behalten wollen, aber dennoch das Außergewöhnliche suchen, bietet das Land Troglodyten-Häuser. Besonders im Loire-Tal könnt ihr in Höhlenwohnungen schlafen, die direkt in den weichen Tuffstein geschlagen wurden. Diese Behausungen waren früher die Heimstatt der Ärmsten oder dienten als Weinkeller; heute sind sie zu exklusiven Suiten ausgebaut. Die Stille in diesen Felsenzimmern ist absolut, und das Klima bleibt das ganze Jahr über angenehm konstant. Sann.

Auf den Kanälen des Südens, wie dem Canal du Midi, oder auf den ruhigen Seen der Champagne könnt ihr auf schwimmenden Hütten oder liebevoll restaurierten Hausbooten übernachten. Es gibt kaum etwas Entspannenderes, als vom sanften Schaukeln der Wellen in den Schlaf gewogen zu werden.

Wer es maritimer mag, findet an den Küsten der Bretagne ungewöhnliche Unterkünfte in alten Leuchtturmwärterhäusern. Wenn der Wind um die dicken Mauern pfeift und das Licht des Turms rhythmisch über das Meer streicht, fühlt man sich wie der letzte Mensch am Ende der Welt.

Ein Blick in die französischen Überseegebiete zeigt, dass der Mut zu außergewöhnlichen Konzepten auch vor den Grenzen des europäischen Kontinents nicht haltmacht. In Neukaledonien ermöglichen ungewöhnliche Unterkünfte das hautnahe Erleben und Eintauchen in die jahrtausendealten Kultur der Kanak. Eine Übernachtung in einer traditionellen case ist ein Erlebnis, das den Begriff Gastfreundschaft neu definiert. Diese Rundhütten sind das spirituelle und soziale Zentrum des Stammeslebens und werden nach wie vor aus Naturmaterialien wie Rinde und Stroh gefertigt. Wer hier einkehrt, erlebt authentische Gemeinschaft: Das Schlafen auf Matten am Boden gehört ebenso dazu wie das gemeinsame Essen mit der Gastfamilie.

Zurück auf dem Festland locken die Weinregionen mit ganz eigenen Ideen. Habt ihr schon einmal in einem riesigen Weinfass geschlafen? In den Weinbergen des Bordelais wurden alte Holzfässer – die sogenannten Foudres – zu gemütlichen Schlafkapseln umgebaut. Ihr riecht fast noch das Aroma der edlen Tropfen, während man mit Blick auf die Rebstöcke einschläft. Oder bettet euch einmal ganz gemütlich in einem Cidrefass!

Für Romantiker und Träumer gibt es zudem die bulles – transparente Plastikblasen, die mitten in der Natur aufgestellt werden. Ihr schläft wie in einer Seifenblase, geschützt vor Insekten und Wind, habt aber den uneingeschränkten Blick auf das Universum. Derartige Unterkünfte ist das ultimative Erlebnis für Sternengucker. In Regionen mit geringer Lichtverschmutzung wird die Nacht in der Blase zu einer Reise durch die Galaxien. Es ist die totale Nähe zur Natur bei gleichzeitigem Erhalt der Privatsphäre.

Die ungewöhnlichen Unterkünfte sind in Frankreich weit mehr als ein bloßer Trend. Sie sind Ausdruck einer neuen Reisephilosophie, die das Erlebnis über den reinen Konsum stellt. Ob ihr nun in einer mongolischen Jurte in der Provence nächtigt, einen alten Zigeunerwagen in der Normandie bezieht oder die spirituelle Ruhe in einer Klosterzelle sucht – jede dieser Wahlen ist ein Statement für Individualität.

In dieser Kategorie stelle ich euch regelmäßig neue Perlen vor, prüfe die Konzepte vor Ort und gebe euch Tipps, wie ihr eure nächste Reise zu einer Entdeckungstour der Sinne machen könnt. Denn am Ende sind es nicht die Quadratmeter des Zimmers, die zählen, sondern die Intensität des Augenblicks. Ungewöhnliche Unterkünfte sind der Schlüssel zu diesen Momenten, die aus einem Urlaub eine lebenslange Erinnerung machen. Findet hier euren nächsten Zufluchtsort und erlebt Frankreich, wie ihr es noch nie gesehen habt!

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