ENTDECKT
Île-de-France
Das Herz Frankreichs schlägt auf rund 12.012 Quadratkilometern in einer Region, die als absolute Quintessenz des Landes gilt. Die Île-de-France bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Nation und erstreckt sich als dicht gewobenes Netz rund um die Hauptstadt Paris, die als weltweites Symbol für Kunst und Geschichte strahlt.
In diesem weiten Pariser Becken prallen die Gegensätze ungefiltert aufeinander: Royale Residenzen grenzen an wilde Wälder, während nostalgische Villen und beschauliche Künstlerkolonien in hartem Kontrast zu funktionalen Bettenburgen und dem rauen industriellen Erbe stehen. In der Île-de-France liegen Reichtum und Armut oft nur einen Steinwurf voneinander entfernt – ein magischer Mix, der bei Entdeckern Staunen und Erschrecken gleichermaßen auslöst, während Liebhaber des klassischen Stil à la française hier weltberühmte Orte voller Schönheit und zeitentrückter Beschaulichkeit finden.

Wer die Region erstehen will, muss ihren Aufbau begreifen, der sich wie konzentrische Kreise um das Zentrum legt. Je nach Distanz zur Hauptstadt wandelt die Île-de-France radikal ihr Gesicht.
Die petite couronne der Île-de-France
Unmittelbar hinter der Stadtgrenze liegt der innere Ring, die sogenannte Petite Couronne mit den Départements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Hier ist die Urbanisierung extrem. Dicht an drängen drängen Hochhäuser in den Himmel, zwängen sich die Fahrzeuge auf permanent verstopften Autostraßen durch das Häusermeer, flackert Lichtreklame um die Wette – und häufen sich die sozialen Probleme in den banlieues, den Vierteln der Armen, Abgeschobenen, Verdrängten und Menschen mit Migrationshintergrund.
Doch auch dort macht sich hier und da der Druck der Gentrifizierung bemerkbar, drängt Paris über die Grenze des Boulevard Périphérique, der rückgebaut und begrünt wird, um die Trennung von Stadt und banlieue zu überwinden und einen homogenen Ballungsraum, nachhaltig und wirtschaftsstark, zu schaffen.
Die Grande Couronne der Île de France
IGanz anders präsentiert sich der äußere Gürtel, die Grande Couronne. In den weiten Départements Seine-et-Marne, Yvelines, Essonne und Val-d’Oise nimmt die Bebauungsdichte spürbar ab. Zwar erobern Schlafstädte auch hier vielerorts das Land, doch je weiter ihr nach außen vordringt, desto beschaulicher wird die Atmosphäre. Inmitten riesiger Felder mit Weizen, Gerste und Raps, weiten Wiesen und dichten Wäldern verstecken sich zahlreiche royale und adlige Residenzen, die den wahren historischen Kern der Île-de-Frande bilden.

Die einstigen königlichen Jagdgebiete von Schlössern wie Versailles, Fontainebleau und Saint-Cloud bilden heute die größten grünen Lungen der Hauptstadtregion, die ihrer Lebensader – die Seine – eine tiefgreifende Erholungskur unterzogen hat – nicht nur in Paris, sondern mit Réinventer la Seine flussabwärts bis zur Mündung in den Ärmelkanal bei Le Havre.
Hier, im fruchtbaren Pariser Becken, ist die Küche weit mehr als nur Verpflegung; sie ist ein Spiegelbild der royalen Vergangenheit und der ländlichen Wurzeln, die bis heute die Märkte der Hauptstadt speisen. Bei Käsehändlern und Afffinateuren reift kreisrund der Brie de Meaux aus dem Département Seine-et-Marne. Dieser „König der Käse“, der bereits beim Wiener Kongress zum Weltmeister gekürt wurde, besticht durch sein cremiges Inneres und das feine Aroma von Haselnuss und Butter. .
In den beschaulichen Landschaften der Essonne wird die Brunnenkresse von Méréville, in kristallklarem Quellwasser angebaut, die mit ihrer scharfen Frische den perfekten Kontrast zu den schweren Saucen der klassischen Cuisine bildet. In den Obstgärten des Val-d’Oise hängen die Kirschen von Montmorency, deren säuerliche Note in feinen Tartes und Confitures verarbeitet wird. Ebenfalls daheim in der Region Île-de-France sind die berühmten Champignons de Paris, die einst in den stillgelegten Kalksteinstollen unter der Stadt gezüchtet wurden und heute meist aus dem Loiretal kommen.
Bienvenue in der région capitale !
