Film & KINO

In Frankreich erfanden die Brüder Lumière das Kino, und bis heute ist die Grande Nation ein Land leidenschaftlicher Cineasten. Französische Sommerkomödien sind weltweit Kassenknüller, während die Meister der Nouvelle Vague die Filmsprache revolutionierten. Von den ersten flackernden Bildern in einem Pariser Keller bis zu den glanzvollen Filmfestspielen an der Côte d’Azur: Entdeckt hier das Filmland Frankreich!

Die Geburtsstunde der 7. Kunst

Seine Geschichte beginnt am 28. Dezember 1895 im Grand Café am Pariser Boulevard des Capucines. Dort präsentierten die Brüder Auguste und Louis Lumière mit ihrem Cinématographe die ersten öffentlich projizierten Bewegtbilder. Nur wenig später beflügelte Georges Méliès mit innovativen Tricktechniken die Fantasie der Zuschauer. Sein Werk Le Voyage dans la Lune (Die Reise zum Mond) aus dem Jahr 1902 gilt als Urvater des Science-Fiction-Genres. In nur wenigen Jahren stieg Frankreich zu einem Filmzentrum mit internationaler Strahlkraft auf. In den 1920er- und 1930er-Jahren schufen Regisseure wie Jean Renoir mit La Grande Illusion* (1937) oder Marcel Carné mit Le Quai des brumes* (1938) Meisterwerke des poetischen Realismus, die bis heute als unerreichte Klassiker gelten.

Nouvelle Vague: radikale Erneuerung

Nach dem Zweiten Weltkrieg brach eine Ära an, die das Kino weltweit für immer verändern sollte. Junge, wilde Regisseure kehrten den verstaubten Studio-Produktionen den Rücken. François Truffaut, Jean-Luc Godard und Claude Chabrol zogen mit Handkameras in die Straßen von Paris. Sie setzten auf Authentizität, natürliche Dialoge und brachen mit konventionellen Erzählstrukturen. Filme wie Les Quatre Cents Coups* (Sie küßten und sie schlugen ihn, 1959) von François Truffaut oder Godards À bout de souffle* (Außer Atem, 1960) mit einem charismatischen Jean-Paul Belmondo prägten das Bild des modernen, intellektuellen Frankreichs.

Ikonen vor der Kamera

Es sind vor allem die charismatischen Frauen, die den französischen Film unsterblich machen und weltweit als Inbegriff von Eleganz, Rebellion und Intellekt gelten. Brigitte Bardot war weit mehr als eine Schauspielerin; als Sexsymbol der 1950er-Jahre sprengte BB mit ihrer natürlichen Sinnlichkeit gesellschaftliche Fesseln und machte Saint-Tropez mit dem Film Et Dieu… créa la femme* (Und immer lockt das Weib, 1956) zum Mythos.

Catherine Deneuve übernahm mit Les Demoisselles de Rochefort ( 1967) den Stab als die Grande Dame des Kinos. Ihre kühle, fast unnahbare Schönheit in Luis Buñuels Belle du Jour* (1967) kontrastiert faszinierend mit ihrer ungeheuren Vielseitigkeit, die sie bis heute in anspruchsvollen Charakterrollen unter Beweis stellt. In ihrer Nachfolge stehen Schauspielerinnen wie Isabelle Huppert, die vorzugsweise komplexe, oft unterkühlte und psychologisch abgründige Figuren spielt.

Emmanuelle Béart war in den 1980er- und 90er-Jahren die Muse des französischen Autorenkinos Sophie Marceau stieg nach ihrem Debüt in La Boum* (1980) zum Bond-Girl auf. Marion Cotillard gewann für ihre Edith Piaf-Darstellung in La vie en rose* 2007 den Oscar . Heute verkörpern Frauen wie Camille Cottin, die durch ihren bissigen Humor in Dix pour cent* (Call My Agent!) international bekannt wurde, Virginie Efira und Adèle Exarchopoulos die neue, selbstbewusste Generation des französischen Films.

Von Helden und Halunken

Der männliche Star der Nachkriegszeit war Louis de Funès. Mit seinen grotesken Grimassen und seinem hysterischen Gehabe, besonders in der Reihe Le Gendarme de Saint-Tropez (Der Gendarme von Saint-Tropez), wurde er zum populärsten Komiker des Landes und zum Exportschlager. Jean Gabin verkörperte mit seiner unerschütterlichen Präsenz den Typus des Mannes aus dem Volk, den tragischen Helden des poetischen Realismus.

Ihm folgte in den 1960er-Jahren das ungleiche Duo der Superstars: Jean-Paul Belmondo, das Gesicht der Nouvelle Vague, der mit seinem breiten Grinsen und seiner sportlichen Lässigkeit das Bebel-Image prägte, und sein Gegenpol Alain Delon. Als eiskalter Engel, der mit einem einzigen, unbewegten Blick eine ganze Leinwand beherrschen konnte, wurde er zum Inbegriff des französischen Noir-Kinos. Ein Schwergewicht im französischen Film ist trotz aller Skandale auch Gérard Depardieu, der dem Cyrano de Bergerac (1990) eine bis heute unerreichte physische und emotionale Präsenz verlieh.

Als korrupter Bürgermeister verkörperte Depardieu in der ersten französischen Netflix-Produktion Marseille *(2016) das Machtspiel in den Gassen der Mittelmeer-Metropole mit düsterer Intensität. jean Reno erlange als Profikiller in Léon (Léon – Der Profi) Kultstatus erlangte. Heute lässt Dany Boon mit Komödien wie Bienvenue chez les Ch’tis* (Willkommen bei den Sch’tis) Millionen lachen. Und jede französische Sommerkomödie ist auch in Deutschland ein Kassenknüller.

Frankreich als Filmkulisse

Kein Land bietet spektakulärere Drehorte. Die Boulevards von Paris, das azurblaue Licht der Côte d’Azur und die Hügel der Provence sind oft heimliche Hauptdarsteller. Ob das malerische Montmartre in Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain* (Die fabelhafte Welt der Amélie) oder die Weinberge der Provence in Ridley Scotts A Good Year* (Ein gutes Jahr) Das internationale Kino verzaubert Frankreichs Landschaften und Lebensstil. Alljährlich im Mai wird Cannes zum Epizentrum der Branche, wenn das Festival de Cannes Weltstars auf den roten Teppich lockt.

Die Nacht der Sterne: Der César

Während Cannes die Weltelite feiert, ist der César, der seit 1976 alljährlich an einem Freitagabend Ende Februar von der Académie des Arts et Techniques du Cinéma in Paris verliehen wird, eine Hommage an das heimische Schaffen. Zu den Rekordhaltern gehören Isabelle Adjani, die die von César Baldaccini entworfene Bronzestatue fünfmal gewonnen hat, und der Film Le Dernier Métro* (Die letzte Metro) von François Truffaut, der zehn Auszeichnungen abräumte,

Bis heute ist das französische Kino ungeheuer kreativ, lebendig und vielfältig. Von preisgekrönten Dramen über anspruchsvolle Komödien bis hin zu fesselnden Dokumentationen setzt das französische Kino Maßstäbe und inspiriert cineastische Entdeckungen auf der ganzen Welt. Entdeckt in dieser Kategorie das Film-Land Frankreich!

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Meine Beiträge zum Filmland Frankreich