Claude Chabrol und die Bretagne

Gleich sieben Filme hat Claude Chabrol (1930 – 2010) in der Bretagne gedreht – sechs davon sind allerfeinste Psycho-Thriller. In Que la bête meure (Das Biest muss sterben, 1969) nach dem gleichnamigen Roman von Nicholas Blake nimmt ein Kinderbuchautor Rache an dem Mörder seines Sohnes.

In Concarneau und Quimper verfilmte Chabrol 1982 mit Michel Serrault und Charles Aznavour den George-Simenon-Krimi Les Fantômes du chapelier (Die Fantome des Hutmachers).

Küsten-Triller von Chabrol

In Dinan siedelte der Meister des Abgründigen und Doppelbödigen  „L’Inspecteur Lavardin ou la justice“ (Inspektor Lavardin oder die Gerechtigkeit) an, eine Provinzposse rund um Drogen, Korruption und Bigotterie in der Bretagne.

Ruth Rendells Roman „Jugement in Stone“ war die Vorlage für „La cérémonie“ (Biester), den der gebürtige Pariser 1995 mit Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert in den Hauptrollen in Saint-Malo und Saint-Coulomb verfilmte.

Krimi und Love-Story zugleich ist „Au cœur du mensonge“ (Die Farbe der Lüge, 1998), in dem Kommissar Frédérique Lesage (Valéria Bruni Tedeschi) sexuellen Missbrauch an der bretonischen Küste aufzuklären hat. Mit dabei ist Sandrine Bonnaire als Vivianne Sterne.

In einem Vorort von Nantes verfilmte Chabrol 2004 La demoiselle d’honneur (Die Brautjungfer) nach einer Romanvorlage von Ruth Rendell. Sein Filmprojekt in Rennes konnte Chabrol, der seit 2004 sich regelmäßig im südbretonischen Le Croisic aufhielt, nicht mehr vollenden. Ganz aus der Reihe fällt „Le cheval d’orgueil“.

Liebeserklärung ans Bigoudenland

Mit dem „Traumpferd“ drehte Chabrol 1980 keinen Thriller, sondern seine ganz persönliche Liebeserklärung an Bretagne. Sein Heimatfilm lässt aus der Sicht eines Bauernjunge das dörfliche Leben in Breizh nach der Jahrhundertwende wieder aufleben.

Mit seinen Mythen, Traditionen und der Geborgenheit einer Dorfgemeinschaft, die zusammenhält. Seziert Chabrol sonst die Brüche der Bourgeoisie, den Abgrund der Gesellschaft, die Schattenseiten des Menschen, ist Traumpferd der Gegenentwurf – ein Idyll, gefunden im Bigoudenland.

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