ENTDECKT DIE BRETAGNE!

Die Bretagne liegt im äußersten Westen Frankreichs und bildet eine gewaltige Halbinsel, die von drei Seiten vom Atlantischen Ozean umspült wird – und, ganz im Nordwesten, vom seinem Ausläufer, dem Ärmelkanal. Im Osten grenzt die Bretagne an die Normandie und die Region Pays de la Loire. Mit einer Fläche von 27.208 Quadratkilometern – das gesamte historische Territorium umfasst sogar 34.023 km² –  ist die etwas größer als Sizilien und etwa so groß wie Belgien. Wer diese Region bereist, merkt schnell: Die Bretagne ist nicht einfach die zehntgröpßte Region Frankreichs, sondern ein stolzes, eigenständiges Universum aus Granit, Salz und Licht.

Mythen & Legenden

Die Bretagne ist ein Land der Legenden, in dem die Grenzen zwischen Realität und Mythos seit jeher verschwimmen. Hier sollen einst König Artus und der Zauberer Merlin durch die verwunschenen Wälder von Huelgoat gestreift sein. Die Legende besagt auch, dass ein Engel den Auftrag für den Bau des Mont-Saint-Michel gab – ein Bauwerk, das heute zwar zur Normandie gehört, dessen Geschichte aber untrennbar mit der bretonischen Grenze verwoben ist. An der bretonischen „Küste der Legenden“ im Finistère brechen sich die Wellen mit einer Urgewalt, die Seefahrer seit Jahrhunderten in Ehrfurcht erstarren lässt. Die äußerste Spitze, das Penn-ar-Bed, wie das Finistère auf Bretonisch heißt, ist eine wilde Gegend, über die oft stürmische Westwinde fegen und prasselnde Regenschauer das Land in ein mystisches Grau tauchen, bevor die Sonne wieder alles in gleißendes Licht taucht.

Rosa Granit& smaragdgrüne Buchten

Ungeheuer vielfältig, weit und wild sind die Küsten der Bretagne. Das nordbretonische Département Côtes-d’Armor ist berühmt für seine steilen Kaps. Doch an der Rosa Granitküste weicht der schroffe Fels märchenhaften Fantasiegestalten aus rosa Granit, die im Sonnenlicht von zartem Rosa bis zu tiefem Rot leuchten. Ebenso bezaubernd ist die Côte d’Émeraude, die Smaragdküste, wo das meergrüne Wasser sanft auf feine Sandstrände ausläuft.

Ein besonderes Naturschauspiel erlebt ihr bei den Grandes Marées, den gewaltigen Springfluten im Frühjahr und Herbst. Besonders in der Korsarenstadt Saint-Malo zeigt das Meer dann seine grandiose Kraft: Wenn die Wogen gegen die mächtigen Stadtmauern prallen, spürt ihr hautnah die ungeheure Energie des Atlantiks. Lieblich und fast schon mediterran gibt sich dagegen der Süden der Bretagne. Am Golf von Morbihan mit seinen zahllosen Inseln herrscht ein mildes Mikroklima, das fast schon südliches Flair verbreitet.

Wildes Wandern auf dem GR 34

Für Naturfreunde ist die Halbinsel Crozon, Teil des Parc Naturel Régional d’Armorique, ein absolutes Muss. Sie beeindruckt mit wilden Klippen, malerischen Buchten und unberührten Stränden, die oft nur zu Fuß erreichbar sind. Hier, wie entlang der gesamten bretonischen Küste, verläuft der legendäre Wanderweg Grande Randonnée 34 (GR 34). Auf diesem ehemaligen Zöllnerpfad könnt ihr die gesamte Halbinsel umrunden und dabei spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik genießen – von der wilden Côte Sauvage auf der Halbinsel Quiberon bis hin zu den bizarren Felsformationen der Côte de Granit Rose.

Städte mit Charakter und lebendiger Kultur

Seit der Neuordnung der Départements ist nicht mehr Nantes, sondern Rennes die Hauptstadt der Bretagne. Rennes besticht durch eine lebendige studentische Szene und ein reiches kulturelles Erbe. Quimper hingegen lockt mit kopfsteingepflasterten Gassen und prächtigen Fachwerkhäusern; die Stadt ist weltweit berühmt für ihre feine Keramiktradition. In Saint-Malo versteckt sich das alte, nach dem Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaute Herz der Stadt hinter wehrhaften Mauern. Umrundet einmal hoch über den Straßen auf der Wehrmauer die alte Korsarenstadt!

Die bretonische Kultur ist präsenter und lebendiger als in fast jeder anderen Region Frankreichs. Die Pardons, traditionelle religiöse Prozessionen, zeigen die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Geschichte. Dass die Bretonen aber auch ausgelassen feiern können, beweisen sie bei den Fest-Noz. Diese Tanzfeste mit traditioneller Musik sind kein Touristenspektakel, sondern gelebtes Kulturerbe.

Kulinarische Genüsse zwischen Meer und Land

Wer die Bretagne besucht, kommt am kulinarischen Reichtum nicht vorbei. Freut euch auf üppige Meeresfrüchte-Platten, fangfrischen Fisch und die berühmten herzhaften Buchweizenpfannkuchen, die Galettes. Zum Nachtisch darf es dann ein süßer Crêpe sein – am besten mit Caramel au beurre salé. Begleitet werden diese Genüsse klassisch von einem Schälchen Cidre. Taucht ein in meine Beiträge und lasst euch von der herben Schönheit der Bretagne verzaubern!