ENTDECKT FINISTÈRE
Finistère – schon der Name, abgeleitet vom lateinischen Finis Terrae, lässt träumen. Dort, im äußersten Westen der Bretagne, ist die Küste so ursprünglich und das Meer so wild wie nirgendwo sonst in Frankreich. Es ist das wahre „Ende der Welt“, wo trutzige Leuchttürme wie der Phare d’Eckmühl unermüdlich Signale der Sicherheit in die Finsternis senden.
Mit bis zu 16 Kilometern pro Stunde zwängen sich gewaltige Meeresströmungen an vorgelagerten Inseln vorbei, branden gegen zerklüftete Felsen und nagen tiefe Höhlen in den harten Granit. Meterhoch sprüht die Gischt hier die Klippen hinauf. Geranien geschmückte Häuser aus grauem Granit. Weiß verputzte Katen ducken sich unter dem hohen Himmel. Ein steter Westwind weht über Land und Meer. Er schmeckt nach Salz, nach Weite, nach Freiheit und Glück.
Das 6.733 Quadratkilometer große Département Finistère bildet den westlichsten Punkt des französischen Festlands.. Es grenzt an die Departements Côtes-d’Armor im Norden und Morbihan im Süden. Im Westen erstreckt sich der Atlantische Ozean. Die nächste Landmasse ist Amerika.

Die Hauptstadt des Départements ist Brest, jene Hafenstadt, die Jacques Brel 1946 in seinem Gedicht Barbara verewigte. Heute inszeniert Brest stolz sein maritimes Erbe. Schwebt mit der Seilbah über den Penfeldt, entdeckt die Unterwasserwelt der Weltmeeres in Europas zweitgrößtem Meeresmuseum Océanopolis und genießt von der Tour Tanguy tolle Ausblick auf die Rade von Brest!
Ganz anders zeigt sich im Süden des Département Finistère die geschichtsträchtige Bischofsstadt Quimper, die für ihre Kathedrale und ihre feine Fayence-Keramik bekannt ist. Die malerischen Fischerdörfer entlang der Küste, wie etwa Concarneau mit seiner befestigten Altstadt und dem lebhaften Hafen, versprühen den Charme vergangener Zeiten und laden ebenfalls zum Flanieren und Entdecken ein.

Klippen und Berge
Mit ihren beeindruckenden Felsenklippen, malerischen Buchten und endlosen Sandstränden erfüllt die Küste des Départements Finistère alle Sehnsüchte, die man mit der Bretagne verbindet . Zu den markantesten Naturgebieten zählt das Cap Sizun mit seinen imposanten Klippen und die Halbinsel Crozon. Hier, im Regionalen Naturpark Armorique, könnt ihr die atemberaubende Küstenlandschaft das ganze Jahr hindurvch beim Wandern und Radfahren entdecken – denn auch im Winter hat die Küste ihren Reiz!
Viel weniger bekannt als die Küste des Finistère ist sein mystisches Hinterland: Die Monts d’Arrée, eine archaische Bergkette aus Granit, wirken mit ihren kargen Heidekanten wie aus einer anderen Welt. In den Tälern hingegen schlängeln sich die malerischen Flussläufe des Elorn und der Aulne durch sattes Grün.

Festivals in Festungsmauern
Im Département Finistère spürt ihr intensiv die bretonischen Identität. Die bretonische Sprache und die keltische Musik sind hier keine Museumsstücke, sondern lebendiger Alltag. Jedes Jahr feiert das Festival de Cornouaille in Quimper oder das Festival du Bout du Monde auf der Halbinsel Crozon die kulturelle Vielfalt der Bretagne. Concarneau ist Gastgeberin der Fête des Filets Bleus – und im Sommer sehr gut besucht. Dann drängen sich, ähnlich wie in der Cité von Carcassonne, Urlauber aus aller Welt durch die Gassen der Ville Close, der befestigten Altstadt, die komplett von Mauern umschlossen inmitten des Hafens liegt
Wirtschaftlich stützt sich das Département Finistère aufs Meer: Fischerei, Schiffbau und Meeresforschung sind die tragenden Säulen. Doch auch die Landwirtschaft, insbesondere der Anbau von Gemüse im fruchtbaren „Goldenen Gürtel“ der Nordküste, spielt eine entscheidende Rolle.

Salzige Butter und bestes Seafood
Die Küche des Finistère ist eine Liebeserklärung an den Ozean. Nirgendwo schmecken Austern, Langusten und Jakobsmuscheln frischer als direkt am Hafen. Eine Spezialität, die ihr unbedingt probieren solltet, ist der Kig-ha-farz, ein traditioneller Fleischtopf, dessen Clou der in einem Leinenbeutel direkt in der Fleischbrühe gedämpfte gegarte Buchweizenteig ( farz ) ist – so saugt er Aromen auf, ohne matschig zu werden..
Naschkatzen kommen am Kouign-amann nicht vorbei – ein Kuchen aus Brotteig, Zucker und Unmengen gesalzener Butter, der beim Backen herrlich karamellisiert. Wer es knusprig mag, greift zu den berühmten Crêpes dentelles oder den buttrigen Galettes de Pont-Aven. Dazu trinkt die Bretonen einen herben Cidre aus der Cornouaille ( AOP ), dem einzigen bretonischen Cidre mit geschützter Ursprungsbezeichnung.




