ENTDECKT Occitanie
Bienvenue im Midi ! Hier, wo das Licht eine eigene Intensität besitzt und das Leben einen spürbaren Gang zurückschaltet, beginnt Okzitanien. Geografisch nimmt die Großregion bereits bei midi moins le quart ihren Anfang – in der herben Bergwelt der Cevennen, die den Übergang vom Zentralmassiv zum sonnenverwöhnten Süden markiert.
Mit einer Fläche von 72.724 Quadratkilometern ist Okzitanien die zweitgrößte Region des französischen Festlands – ein gewaltiges Territorium, doppelt so groß wie die Schweiz und genauso groß wie Irland. Als Land des Oc, der alten okzitanischen Sprache, grenzt L’Occitanie im Osten an die mächtige Rhône, die natürliche Trennlinie zur Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Im Westen beginnen jenseits des Adour weiten Ebenen von Nouvelle-Aquitaine. Im Norden reicht Okzitanien bis an das zerklüftete Zentralmassiv und die Auvergne. Im Südosten brandet das Mittelmeer rund 220 Kilometernlang an die Küsten des Languedoc und Roussillon, bevor im Südwesten der Hauptkamm der Pyrenäen eine steinerne Barriere zu Spanien und dem Kleinstaat Andorra bildet.

Jahrtausende altes Mosaik der Kulturen
Es ist ein altes Kulturland, geprägt von mehr als 2000 Jahre Geschichte. Jeder Stein atmet Geschichte. Die Römer hinterließen mit dem Pont du Gard und der Via Domitia Monumente für die Ewigkeit, während die tragische Geschichte der Katharerbis heute in den Ruinen ihrer „Himmelsburgen“ in den Corbières nachklingt. Später bescherte das Pastell, der blaue Farbstoff des Färberwaids, den Familien im Pays de Cocagne rund um Albiund Toulouse immensen Reichtum.
Heute ist Toulouse eine der welweit wichtigsten Luftfahrtzentren. Hier fertigt Airbus in riesigen Montagehallen Giganten der Lüfte, ist der Weltmarktführer für Regionalflugzeuge, ATR, daheim und mit dem Elektronik-Riesen Thales ein weiterer Global Player daheim. An die Anfänge der Luftfahrt erinnern Museen wie L’Envol des Pionniers an der Piste des Géants, in die Raumfahrt könnt ihr hautnah in der Cité de l’Espace eintauchen
Zwischen Berg und Meer

Bereits die Anreise von Norden ist ein Erlebnis! Auf der A 75 saust ihr in luftiger Höhe auf dem Viadukt von Millau über das tiefe Tal des Tarn. Durchs Rhônetal und am Mittelmeer entlang geht es auf den Sprintstrecken Route du Soleil und La Languedocienne, die der römischen Via Domitia folgen. Die antike Straße verband das gallorömische Reich mit der iberischen Halbinsel.
Die Verbindung von Atlantik und Mittelmeer schuf ein Baron aus Béziers, der für den Sonnenkönig die berühmteste Hausboot- und Radelstrecke erfand: den Canal du Midi von Toulouse bis Sète am Mittelmeer. Seine berühmten Platanen mussten leider wegen de Platanenkrebses fast komplett gefällt werden, doch Neupflanzungen mit einem robusten Baum-Mix sind bereits erfolgt.
An die Sonnenstrände des Mittelmeeres ließ Frankreichs Präsident in den 1960er-Jahren funktionelle Urlaubsorte von weltbekannten Architekten setzen. Mit La Grande Motte begann die Erschließung der Küsten mit ihren kilometerlangen Sandstränden für den Massentourismus: La Floride française !

Im Hinterland bewahren ursprüngliche Landschaften und Dörfer Kultur, Natur und Lebensart des Midi. Von der Garrigue am Gardon, dem Parc Naturel Régional du Haut-Languedoc mit seinen Schluchten und Bergen, der Montagne Noire bei Carcassonne und den Katharerburgen iim Pyrenäenvorland.
Die waldreiche Gascogne; der hügelige Gers, Hochburg der Stopfleberpastete und Keller des Armagnac – Okzitanien ist la douce France des Genusses. Und voller Lebenslust und Lebensart in den beiden konkurrierenden Metropolen: in der backsteinroten ville rose Toulouse und der Boomtown am Lez, Montpellier. Bienvenue en Occitanie – willkommen in Okzitanien!
