ENTDECKT
Lot

Im Südwesten Frankreichs, tief im Herzen Okzitaniens, hat sich der Lot als Nebenfluss der Garonne seinen Weg durch den Kalkstein gebahnt. In engen, fast schwindelerregenden Mäandern durchzieht der Fluss das gleichnamige Département von Ost nach West. Auf rund 5.217 Quadratkilometern spiegelt der Landstrich mit der Ordnungsnummer 46 das historische Quercy wider. Das Lot grenzt im Norden an die Dordogne, im Nordwesten an Lot-et-Garonne, im Nordosten an Tarn-et-Garonne, im Osten und Süden an das Aveyron sowie im Westen an Cantal und Corrèze.

Cahors: Wehrhafte Gotik und „schwarzer“ Wein

Die Hauptstadt des Departements ist Cahors. Seine Wahrzeichen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe: der wehrhafte Pont Valentré. Mit seinen sieben Spitzbögen und drei befestigten Türmen spannt er sich als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Wehrbrücken Europas über den Lot. Doch Cahors ist nicht nur Stein, sondern auch Genuss. Die Stadt ist berühmt für ihren Vin Noir, den „schwarzen“ Rotwein aus der Malbec-Traube, der mit seiner tiefdunklen Farbe und kräftigen Struktur schon an den Tafeln der Zaren geschätzt wurde.

Figeac: Wo die Hieroglyphen entziffert wurden

An den Ufern des Célé schmiegt sich das geschichtsträchtige Figeac. D Die Stadt ist untrennbar mit dem Namen Jean-François Champollion verbunden. Ihm gelang es als Erstem, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern und damit ein Fenster in die Antike zu öffnen. Sein Geburtshaus zählt heute zu den Maisons des Illustres und beherbergt das Musée Champollion – Les Écritures du Monde, das die faszinierende Entwicklung der Schriften rund um den Globus präsentiert.

Vertikale Wunder: Rocamadour und Saint-Cirq-Lapopie

Zu den sehenswerten Orten im Département Lot zählt die mittelalterliche Pilgerstadt Rocamadour. Die mittelalterliche Pilgerstadt klebt förmlich an einer steilen Felswand über dem Tal des Alzou. Wer die Cité Sacrée erreichen will, muss zahlreiche Stufen der monumentalen Treppe erklimmen – oder wählt den modernen Aufzug, um zu den sieben Heiligtümern und der Schwarzen Madonna zu gelangen.

Ebenso malerisch präsentiert sich Saint-Cirq-Lapopie. Das Dorf, das zu den Plus Beaux Villages de France gehört, thront auf einer Klippe 100 Meter über dem Lot. Mit seinen engen Gassen und Fachwerkhäusern wirkt es wie aus der Zeit gefallen und war einst ein Refugium für Surrealisten wie André Breton.

Von dort ist es nicht weit zu den prähistorischen Höhlen von Pech Merle, in denen ihr eindrucksvolle Höhlenmalereien aus der Altsteinzeit bewundern könnt – die berühmten „punktierten Pferde“ – sind mehr als 25.000 Jahre alt und lassen die spirituelle Welt unserer Vorfahren in der Stille des Kalksteins lebendig werden.

Kulinarik: Trüffel, Safran und Lamm

Das Département Lot ist ein Schlaraffenland für Feinschmecker. Neben dem dunklen Wein von Cahors ist das Quercy berühmt für seinen „Schwarzen Diamanten“, den Truffe Noire. Im Herbst und Winter duften die Märkte von Lalbenque nach diesem kostbaren Pilz. Ebenso edel ist der Safran des Quercy, der auf den sonnigen Kalkplateaus gedeiht. Wer es herzhaft mag, genießt das zarte Lammfleisch ( Agneau du Quercy ) oder den kleinen, cremigen Ziegentaler Rocamadour ( AOP ), der auf der Zunge zergeht.

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