AUTOFAHREN IN FRANKREICH
Frankreich am Steuer zu erleben, ist weit mehr als reine Fortbewegung. Es ist die Freiheit, dem Horizont entgegenzusteuern, während die Landschaft wie ein Breitwandkino am Fenster vorbeizieht. Ob auf atemberaubenden Panoramastrecken in den Alpen und den Pyrenäen, entlang schwindelerregender Küsten, durch die sanft geschwungenen Hügel Burgunds oder den schnurgeraden Trassen durch die goldene Getreidefelder der Beauce: Autofahren in Frankreich ist Genuss pur – wenn man die Spielregeln kennt.
Schrankenlos gleiten: Flux libre
Wer die französischen Autobahnen, die Autoroutes, nutzt, merkt schnell: Hier herrscht eine andere Fahrkultur. Während sich in anderen Ländern Baustelle an Baustelle reiht, gleitet man hier meist über bestens gepflegten Asphalt. Ja, die Nutzung kostet Maut, doch der Gegenwert überzeugt durch deutlich weniger Staus und entspanntes Reisen.
Besonders jetzt, wo immer mehr Autobahnen das flux libre-System einführen, einer elektronische Maut ohne péage-Schranken. Bei voller Geschwindigkeit wird die Gebühr erfasst – und ist, wenn ihr keine Mautbox besitzt, innerhalb von 72 Stunden zu zahlen. Doch seid nicht zu flott unterwegs, haltet genug Abstand und lasst beim Fahren das Finger vom Handy: Die neuen radars tourelles erfassen auch diese Vergehen!

Wenn der Asphalt glüht: die Stau-Legenden
Doch die Idylle hat ihre Ausnahmen. Wer zur falschen Zeit startet, wird Teil einer nationalen Legende, auf die jeder Franzose gern verzichten würde. Wenn die jours de pont, die Brückentage, das Land ins Freie locken, füllen sich die Trassen schlagartig. Und feiert Lapalisse seine legendären Staus auf der Ferienstraße.
Richtig kritisch wird es im Sommer beim großen chassé-croisé. Wenn die Juli-Urlauber ( Juilletistes ) auf die August-Reisenden ( Aoûtiens ) treffen, verwandeln sich die Magistralen in Richtung Süden in endlose Blechlawinen. An den berüchtigten samedis noirs, den schwarzen Samstagen der Hauptreisezeit, steht das Land still. Dann hilft nur noch Geduld – oder der Wechsel auf die Nebenstraßen.
Nostalgie und Panorama: legendäre Routen
Wer Zeit mitbringt, verlässt die mautpflichtigen Schnellstraßen und sucht das Abenteuer auf den Routes Nationales. Allen voran die legendäre Nationale 7, die Straße in den Süden, die einst von Paris bis an die Côte d’Azur führte und heute purer Kult ist. Auch die Nationale 6 atmet die Geschichte der großen Ferienfahrt, gesäumt von alten Tankstellen, Platanenalleen und charmanten Gasthöfen.
Abseits dieser Klassiker locken spektakuläre Panoramastraßen – von den schwindelerregenden Klippenwegen der Corniches am Mittelmeer bis zur Route des Grande Alpes durch die französischen Alpen oder die Route des Cols durch die Pyrenäen.

Andere Länder, andere Regeln
Doch Vorsicht: Die französische Straßenverkehrsordnung hat ihre Eigenheiten. Wer das erste Mal ein Schild mit einer aufgestellten weißen Raute auf blauem Grund sieht, sollte wissen, was es bedeutet: Hier ist eine Fahrspur für Fahrgemeinschaften, Elektroautos oder Taxis reserviert.
Vom richtigen Kreiseln über die Umweltplakette Crit’Air für die ZFEs, die nicht nur in den Großstädten zu finden sind, von den strengen Tempolimits bis zu den Besonderheiten beim Parken – die Unterschiede zum gewohnten Verkehrsalltag sind zahlreich. Damit die Reise ohne Bußgelder und Stress verläuft, habe ich alle Details, Tipps und wichtigen Verkehrszeichen in einem umfangreichen Servicetext zusammengefasst.
Gute Fahrt – oder wie man in Frankreich sagt: Bonne route !












