Autofahren in Frankreich
Autofahren in Frankreich: Die einen erleben es als herrlich entspannend. Andere sind gestresst, weil besonders im Süden die Franzosen Kurven sehr sportlich nehmen. Was anders ist im Nachbarland, welche Regeln gelten, was ihr wissen müsst – und was getan wird, um die hohen Unfallzahlen zu reduzieren: Hier erfahrt ihr es.
Wenn euch die Infos nützen, freue ich mich über eine Anerkennung meiner Arbeit mit einer Spende. Details dazu am Beitragsende. Merci.
2001 starben 8.162 Menschen auf Frankreichs Straßen. Ende 2024 war die Zahl auf 3.432 Menschen gesunken. Besonders sicher seid ihr auf den Autobahnen unterwegs. Dort passieren nur sieben Prozent der Unfälle – das Gros davon aus Übermüdung.
38 Prozent der Unfälle ereignen sich im Stadtverkehr. Spitzenreiter in der Unfallstatistik sind Frankreichs Landstraßen mit 55 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle. Sie sicherer zu machen, ist erklärtes Ziel der Politik. Zu Regeln, Bußgeldern etc. informiert die offizielle Seite: www.onisr.securite-routiere.gouv.fr.
Tempolimits in Frankreich

Frankreich baut seit Jahren die Verkehrsüberwachung konsequent aus. Die hohen weißen Rundsäulen, die ihr vor allem entlang der Autobahnen seht, messen über lange Strecken die Durchschnittsgeschwindigkeit. Solche Radargeräte seht ihr auch auf der A9 zwischen Montpellier und Béziers. Die einzelnen Radar-Typen, die in Frankreich arbeiten, könnt ihr euch hier ansehen.
Falls nicht anders angegeben, gelten in Frankreich folgende Tempolimits:
- Innerorts: 50 km/h, vor Schulen und in Innenstädten (z.B. Grenoble, Brive-la-Gaillarde) und Altstadtzentren 30 km/h
- Außerorts: Landstraße ohne feste Mitteltrennung 80 km/h, mit Mitteltrennung 90 km/h. Ausnahmen in 41 Départements
- Autobahn* ( autoroute ) : 130 km/h
- Schnellstraße ( voie rapide ) : 110 km/h
* Auf der Autobahn A8 gilt in den Alpes-Maritimes aufgrund der hohen Verkehrsdichte durchgehend Tempo 110. In den Départements Var und Bouches-du-Rhône sind 130 km/h gestattet.
Landtempo: 80. Ausnahme: 90
Seit 1. Juli 2018 gilt daher Tempo 80 auf Landstraßen ohne Fahrbahn-Mitteltrennung. Überwacht wird die Einhaltung der Geschwindigkeit nicht nur von mobilen und festen Radarfallen und bei Kontrollen, sondern auch von 150 abgestellten Polizeifahrzeugen.
Meist handelt es sich um die Modelle Renault Mégane, Citroën Berlingo oder Peugeot 208. Sie unterscheiden sich meist nur durch ihre sehr sauberen Fensterscheiben von anderen Fahrzeugen.
340 bis 400 weniger Verkehrstote sollte die Maßnahme bringen. 2019 kam das reduzierte Tempo auf Landstraßen erneut in die Diskussion. Viele forderten die Rückkehr von Tempo 90 außerorts. Der damalige Premier Édouard Philippe hat im Sommer 2019 es den Départements überlassen, zu entscheiden, ob und wo wieder mit 90 km/h gefahren werden darf.
41 Ausnahmen
Sieben Départements haben sich damals klar gegen die Rückkehr zu 90 km/h ausgesprochen: Ardennes, Rhône, Gard, Loire-Atlantique, Var, Meurthe-et-Moselle und Pyrénées-Orientales. Inzwischen sind es 41 Départements, die wieder zurückgekehrt sind zu Tempo 90 auf der Landstraße. Doch Achtung: Mitunter gilt die Ausnahme nicht für das gesamte Département, sondern nur für bestimmte Straßen oder Landstriche.
Tempo 50 auf der Pariser Ringautobahn
Seit Oktober 2024 gilt auf der Périphérique von Paris auf allen Abschnitten durchgehend ein Tempolimit von 50 km/h. Es ersetzt das bisherige Limit von damals 70 km/h. Achtung: Die Überwachung erfolgt lückenlos!
Weitere Ausnahmen
Fahranfänger
Für Fahranfänger gelten Sonderregelungen. Sie müssen die ersten drei Jahre nach Erwerb der Fahrerlaubnis 110 km/h auf der Autobahn und 100 km/h auf ausgebauten Schnellstraßen einhalten. Bei schlechtem Wetter gelten diese Tempo-Minderungen für alle!
Schwere Wohnmobile
Für Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen gelten 110 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen mit Mittelstreifentrennung.
Tempo-Barrieren
Schlafende Polizisten & Eselsrücken
450.000 gendarmes couchés und dos d’ânes drücken landesweit vor Schulen, Dorfzentren und anderen sensiblen Orten das Tempo runter bis auf 30 Kilometer pro Stunde. Doch die Geschwindigkeitsbarrieren (ralentisseurs) sind mehr als umstritten. Sie bilden eine Gefahr für Motorradfahrer, behindern Einsätze von Feuerwehr und Polizei und sorgen für einen erhöhten Schadstoffausstoß beim Abbremsen.
Nicht wenig Orte verändern daher lieber die Zufahrten in ihre Zentren und bauen in die Fahrbahn seitliche Barrieren, die dafür sorgen, dass man ausweichen und das Tempo senken muss.
Blitzer in Frankreich
Sie sind zahlreich und gefühlt überall. Versteckt in Mülltonnen. Sie hängen an Lampen, stehen auf Erkern: Blitzer in Frankreich sind gefühlt omnipräsent. Und technologisch meist weiter entwickelt als in Deutschland.
Das Netz der Verkehrsüberwachung mit Radarfallen und Kameras ist sehr viel dichter als in Deutschland. Fast stationäre 4.200 Radarfallen sind im Land installiert. Hinzu kommen ungezählte mobile Blitzer.
Geblitzt wird zudem mit weißem Licht – und nicht in Rot wie in Deutschland. Auch von hinten wird geblitzt! Anders ist auch dies: Es gilt die Halterhaftung, d. h., der Fahrzeughalter ist für Verstöße verantwortlich, unabhängig davon, wer gefahren ist.
Angehalten vor Ort werden Verkehrssünder kaum noch. Meist flattert der Bußgeldbescheid Wochen später ins Haus. Je schneller gezahlt wird, umso günstiger wird es. Wer wartet, zahlt einen Aufschlag. Nichtzahlung wird konsequent verfolgt – und teuer.
So wird geblitzt
Es gibt verschiedene Arten von Radargeräten, darunter auch solche, die die Durchschnittsgeschwindigkeit über lange Strecken messen. Seit 2013 ist die Gendarmerie auch mit Zivilfahrzeugen unterwegs, die in der vorderen Stoßstange unsichtbar einen Infrarotblitz bergen. Die eigentliche Radarantenne versteckt sich hinter dem Nummernschild, die Kamera auf dem Armaturenbrett. Nur die Uniform verrät die Gendarmen.
Die schwarzgrauen Rundsäulen, die auch in Deutschland zunehmend eingesetzt werden, blitzen rundum. Auch Motorradfahrer können so erfasst werden. Seit 2019 gibt es Blitzanlagen, die 32 Fahrzeuge gleichzeitig kontrollieren können. Die Mesta Fusion 2 überblickt von vier Meter hohen Masten bis zu acht Fahrspuren im Umkreis von bis zu 200 m. Ihre Kamera ist mit 36 Megapixeln ausgestattet.
Neu in Frankreich sind KI-gestützte Radars, die gleich mehrere Verkehrsverstöße erfassen können. Dazu gehören die Nichteinhaltung des Sicherheitsabstands, Verstöße gegen die Gurtpflicht oder die Benutzung des Handys am Steuer.
Verboten: Warn-Apps
Blitzer-Warnmelder, zum Beispiel als Handy-App, sind seit 2011 in Frankreich verboten. Wer sie benutzt, riskiert ein Bußgeld von 1500 Euro. Franzosen werden sechs Punkte bei diesem Vergehen vom Punkte-Guthaben abgezogen.
Bei Navigationsgeräten muss, falls möglich, diese Funktion ausgeschaltet werden. Falls dies technisch nicht möglich ist, werden die Warnhinweise noch toleriert und nicht mit Bußgeld belegt.
In Frankreich gilt bei der Geschwindigkeitsmessung per Gerät die Halter-Haftung. Die Ausrede „Ich bin nicht gefahren“ zieht dann nicht. Nur, wenn der Temposünder direkt von der Police oder Gendarmerie angehalten wird, haftet der Fahrer.
Tipp
Eine Karte der fest installierten Blitzer findet ihr auf dieser offiziellen Regierungsseite: https://radars.securite-routiere.gouv.fr/#.
Bußgeld
Wer sofort zahlt, kann sein Bußgeld reduzieren. Je nach Schwere des Verstoßes beträgt der Rabatt 13 bis 45 Euro. Wer außerorts bis zu 20 km/h zu schnell gefahren ist, zahlt statt 135 Euro 90 Euro. Wer in Frankreich lebt, hat für den Rabatt eine Zahlungsfrist von drei Tagen.
Wird der Bescheid ins Ausland, zum Beispiel Deutschland, zugestellt, verlängert sich die Zahlungsfrist um einen Monat (31 Tage). Wer widerspricht, muss die Kosten dafür selbst tragen. Sie werden dem Bußgeld aufgeschlagen.
Tipp
Frankreichs Verwaltung ist führend in Europa bei ihren Online-Angeboten und Infos. Und so könnt ihr auf der Webseite www.amendes.gouv.fr eure Bußgelder auch online zahlen. Wer sofort online zahlt, erhält deutliche Rabatte auf die Höhe des Bußgeldes!

Mitfahrgemeinschaften
Co-voiturage heißt Fahrgemeinschaft auf Französisch. Sie gehört wie die Umweltplakette zu dem Bündel von Maßnahmen, mit denen Frankreich sein Klima retten will.
An den wichtigsten Autobahnzufahrten wurden daher in den vergangenen Jahren Parkplätze für Fahrgemeinschaften eingerichtet. Im August 2020 folgte auf der A 48 Voreppe – Grenoble die Einweihung der landesweit ersten Fahrspur für Fahrgemeinschaften. Sie markiert ein neues Verkehrszeichen: eine aufrechte Raute. Auf Schildern steht sie weiß auf blauem Grund; bei LED-Anzeigen blinken weiße Leuchten in der schwarzen Raute.
Seit Dezember 2020 testet Lyon an Werktagen bei der Stadtdurchfahrt auf den Autobahnen M6/M7, früher A6 und A7 eine für Fahrgemeinschaften freigegebene Fahrspur. Ähnliche Tests laufen auf der A7 in Marseille (seit 2021) und auf der A15 in der Region Île-de-France (seit Ende 2020).

Wer darf die Rauten-Fahrspur nutzen?
• Fahrzeuge mit mindestens zwei Insassen an Bord (ein Paar, ein Elternteil und ein Kind, zwei Mitarbeiter, zwei Fahrgemeinschaften…).
• für Fahrzeuge mit sehr geringen Emissionen, die eine grüne Crit’Air Null-Emissions-Vignette besitzen, d. h. Fahrzeuge, die zu 100 % elektrisch oder mit Wasserstoff betrieben werden, unabhängig von der Anzahl der Personen an Bord. Achtung: Plug-in-Hybridfahrzeuge (Benzin, Diesel, …) dürfen mit nur einer Person an Bord nicht auf der Fahrbahn fahren!
• Taxis, auch wenn sie leer sind.
• Motorräder mit zwei Personen
Die reservierte Fahrspur wird videoüberwacht. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 135 Euro fällig.
Mehr Infos: www.ecologie.gouv.fr/covoiturage-en-france-avantages-et-reglementation-en-vigueur
Rabatt bei der Maut
In Lille soll im Frühjahr 2023 die erste „Positiv“-Mautstelle in Betrieb gehen. Wer mindestens zu zweit auf der Autobahnen dort unterwegs ist, zahlt weniger Maut als Einzelfahrer. Ist der Testbetrieb erfolgreich, soll dieses System im ganzen Land eingeführt werden.
Kreiseln à la française

Frankreich ist Weltmeister beim Kreisverkehr. Kein anderes Land besitzt mehr ronds-points. Diesem Thema habe ich einen eigenen Beitrag gewidmet – klickt mal hier. Halsbrecherisch sausen die Franzosen auf den ersten Blick darin umher. Doch dies ist auch für euch kein Problem, wenn ihr die Regeln kennt.
Vorfahrt
Wer im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt. Doch es gibt Ausnahmen – in Paris und Lyon. An der Place de l’Étoile (Arc de Triomphe) hat der einfahrende Verkehr Vorfahrt. Alle, die im Kreisel fahren, müssen halten. Dazu sind Straßenmarkierungen aufs Pflaster gemalt – und gibt es inzwischen auch Ampeln wie an der Place Wilson von Dijon. Diese beiden Plätze sind heute die einzigen, die die historische Kreisverkehrsregel bewahrt haben. Heute gilt ansonsten landesweit: Vorfahrt für alle im Kreis.
Richtig kreiseln
Erste Ausfahrt: einfahren, rechts halten, rechts blinken, raus. Zweite oder spätere Ausfahrten: Da ist es üblich, so lange links zu blinken, bis rechts die Ausfahrt vor eurer Ausfahrt auftaucht; dann nach rechts blinken, rechts rüberziehen und die Ausfahrt nehmen.
Die circulation inter-files
Besonders auf den mehrspurigen Schnellstraßen und den Stadtautobahnen habt auch ihr es vielleicht schon einmal erlebt: Nicht nur im Stau, sondern auch im zäh fließenden Verkehr fädeln sich Motorradfahrer durch die Fahrzeuge hindurch. Diese circulation inter-files ist (noch) offiziell verboten. Doch alle Franzosen machen Platz, sobald sie ein moto im Rückspiegel entdecken. Und lassen für sie eine Gasse zwischen den Fahrspuren frei.
Von 2015 bis 2020 gab es in elf Departements erste Versuche, diesen „Querverkehr“ unter Einhaltung bestimmter Regeln zuzulassen. Die Ergebnisse waren enttäuschend. Auf den Abschnitten mit genehmigter circulation inter-files stieg die Unfallrate an.
Autofahren mit Handy
Telefonieren während der Fahrt ist nur gestattet, wenn mit Freisprechanlage telefoniert wird – ohne Headset! Seit März 2017 sind Bluetooth- oder andere Headsets verboten.
Seit 22. Mai 2020 riskiert ihr die sofortige (!) Abgabe von Führerschein und Fahrzeug, wenn ihr ein Telefon in der Hand haltet und gleichzeitig eine andere Verkehrsverletzung begeht, zum Beispiel Geschwindigkeitsüberschreitungen oder missachtete Vorfahrt.
Die Polizei darf bei einer Handynutzung während des Fahrens den Führerschein für bis zu sechs Monate einkassieren. Fällig ist zudem ein Bußgeld von 135 Euro. Franzosen erhalten drei Strafpunkte. Auch Musik dürft ihr nicht mit Kopfhörern während der Fahrt hören.
Frankreichs Punktesystem
Wie in Deutschland, gibt es auch ein Punktesystem bei Verkehrsverstößen. In Frankreich werden die Punkte von einem Guthaben abgezogen. Punkte aus Frankreich werden derzeit noch nicht an Flensburg gemeldet oder übertragen.
Das ist jedoch kein Freibrief. Denn wenn ihr einen Wohnsitz in Frankreich habt, einen Verstoß mit Punktestrafe begeht und einen deutschen EU-Führerschein besitzt… dann müsst ihr ihn in einen französischen Führerschein umtauschen.
Kinder nach hinten!
Kinder dürfen in Frankreich grundsätzlich erst ab 10 Jahren im Auto vorne sitzen. In Deutschland brauchen sie nur einen geeigneten Kindersitz. Info: www.service-public.fr/particuliers/vosdroits/F628
Toter Winkel
Schwere Fahrzeuge brauchen seit 1.1. 2021 einen neuen Aufkleber. Nicht nur Laster, sondern auch Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen müssen seitdem an den Seiten und am Heck Warnschildern tragen, die auf die Gefahren durch tote Winkel ( angles morts ) hinweisen. Ausgenommen sind land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge, Winterdienst- oder andere Einsatzfahrzeuge.
Winterreifen
Vom 1. November bis 31. März sind in den Bergregionen Frankreichs Winterketten oder -reifen vorgeschrieben. Insgesamt sind 48 Departements betroffen, darunter 12 in Okzitanien.
Allerdings gilt die Pflicht in einigen der betroffenen Départements nur für die Orte, die sich in bergigem Gelände befinden oder von Winterglätte betroffen sind. Anfang und Ende der Winterreifenpflicht sind in diesen Gebieten deutlich markiert.
Leichte Fahrzeuge, Nutzfahrzeuge und Wohnmobile müssen entweder über abnehmbare Gleitschutzvorrichtungen (Schneeketten aus Metall oder Textil) verfügen, mit denen mindestens zwei Antriebsräder ausgerüstet werden können, oder mit vier Winterreifen („M+S“, „M.S“ oder „M&S“ + Schneeflocke) ausgestattet sein.
www.service-public.fr/particuliers/actualites/A14389
Wichtige Regeln, kaum bekannt
Seit 2015 ist es verboten,
- hinter dem Steuer etwas zu essen oder zu trinken (Bußgeld: 75 Euro)
- die Karte zu lesen (Bußgeld: 75 Euro)
- im Handschuhfach zu wühlen, weil ihr etwas sucht (Bußgeld: 75 Euro)
- laut Musik zu hören (Bußgeld: 75 Euro)
- Make-up oder Lippenstift aufzutragen, auch, wenn ihr steht (Bußgeld: 75 Euro)
- Rauchen im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen: 68 Euro
- ohne Warndreieck/Warnweste unterwegs: 135 Euro
Ersatzleuchtmittel müssen nicht unbedingt mitgeführt werden. Wer jedoch ohne Licht, da defekt, unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 180 Euro. Die Polizei hat das Recht, euer Fahrzeug festzulegen.
Gefärbtes Autoglas
Seit 1. Januar 2017 ist bei den Frontscheiben und den Seitenscheiben zur Fahrerseite rechts und links ein zu stark gefärbtes Autoglas verboten. Das Fensterglas eures Fahrzeuges darf maximal bis zu 30 Prozent eingefärbt sein. Bei einem Verstoß drohen 135 Euro Bußgeld und drei Punkte.
Quelle: www.legipermis.com/infractions/vitres-teintees-interdites.html
Diese Verbot betrifft nicht die Heckscheiben von Autos!
Alkoholtester
Am 1. Juli 2012 führte Frankreichs die Mitnahmepflicht für Alkoholtester ein. Am 22. Mai 2020 wurde diese Pflicht abgeschafft. Stattdessen sind Nachtclubs etc. seitdem verpflichtet, Alkoholtester zur Verfügung zu stellen.
Frankreich setzt seit Jahren verstärkt auf Prävention. Auf Dorffesten seht ihr immer häufiger Stände von Organisationen und staatlichen Stellen, wo ihr eingeladen werdet, einmal zu pusten: Alkoholtest als Partyspaß – das wirkt. Und überrascht im Ergebnis oft diejenigen, die ins Röhrchen geblasen hatten. Ihr Promillepegel lagt stets deutlich höher als gedacht…
In Frankreich gilt – wie in Deutschland – die Promillegrenze von 0,5. Busfahrer dürfen maximal 0,2 Promille, Radfahrer 0,8. Wer sich mit 0,5 bis 0,8 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) bzw. 0,25 bis 0,4 mg Atemalkoholgehalt hinter das Lenkrad setzt und fährt, riskiert ein Bußgeld von 90 bis 750 Euro.
Bei einer BAK von über 0,8 Promille drohen – selbst, wenn ihr nicht besoffen wirkt – eine Geldstrafe bis zu 4.500 Euro … und eventuell sogar Gefängnis bis zu zwei Jahren!
Verkehrsprognosen
Ferienzeit bedeutet in Frankreich immer: viel Verkehr. Die Presse wetteifert dann geradezu darum, den längsten Superstau vorzustellen. Auf 972 km Länge addierten sie sich am 8. 8. 2015 auf den Autobahnen – der bislang ungeschlagene Rekord für einen Ferientag in Frankreich.
Welche Strecken sind geschlossen? Was wird gebaut? Wo staut sich der Verkehr? Wann geht es flott voran? Franzosen gucken da nicht bei Google, sondern verlassen sich auf Bison Futé. In der App und im Web informiert der „kluge Bison“ in Echtzeit – und gibt 7-Tage-Prognosen.
Besser als Google Maps oder die App Karten von Apple führt euch Waze durch das Land – und warnt unterwegs vor mobilen und festen Kontrollen.
Maut
Fast alle Autobahnen in Frankreich kosten Geld. Die Maut könnt ihr immer weniger in bar, dafür umso mehr mit Kreditkarten (Eurocard, Mastercard, Visa) oder via elektronischer Gebührenerfassung mittels Chip ( télépéage) bezahlen. Achtung: EC/Maestro-Karten werden gelegentlich nicht akzeptiert. Wie teuer eure Autobahnfahrt wird, könnt hier auf www.autoroutes.fr vorab berechnen.
Adieu, Mautschranke
Frankreich stellt derzeit seine Maut-Erfassung auf Autobahnen von den klassischen Mautstellen ( péages ) auf ein sogenanntes Freeflow-System um. Dieses System ermöglicht eine automatisierte Erfassung der Mautgebühren – ohne das Anhalten an einer Mautstelle.
Seit Mai 2022 werden daher in Frankreich die Mautstationen abgebaut. Auf ersten Strecken, darunter im Département Allier, wird die E-Maut wie bereits in Norwegen oder Portugal digital erfasst und berechnet.
Freeflow statt péages
Wer auf Freeflow-Autobahnen unterwegs ist, benötigt eine Mautbox – oder muss sofort nach der Nutzung bezahlen: an Terminals bei den Ausfahrten, in Bar-Tabacs oder über die Webseite des jeweiligen Autobahn-Betreibers. Ihr müsst die Maut innerhalb von 72 Stunden zahlen. Ansonsten drohen Bußgelder.
Die erste gebührenpflichtige Autobahn ohne Mautschranken in Frankreich wurde am Donnerstag, 3. 11. 2022 um Mitternacht zwischen den Departements Saône-et-Loire und Allier offiziell eröffnet.
Autoroute flux libre
Sukzessiv werden weitere Autobahnen auf die Free-Flow-Maut (péage en flux libre ) umgestellt. Auf diesen Autobahnen ohne Mautschranken wird das Kennzeichen digital über Kamera-Schranken über der Fahrbahn erfasst:
- A79: Montmarault – Digoin (88 km)
- A4: bei Boulay (Moselle) zwischen Saarbrücken und Metz
- A13/A14: Paris – Caen
- im Verlauf des Jahres 2025: A69 Castres – Toulouse (53 km)
- 2026: A412 Machilly – Thonon
- Bis 2029: Achsen um Lyon und Grenoble (A41 Nord, A410, A43, A48, A49) sowie das Teilstück der A40 (Passy – Annemasse bis 2027).
Freeflow-Maut nicht gezahlt? Die Folgen…
Innerhalb von 3 Tagen gezahlt: kein Bußgeld.
Zahlung innerhalb von 15 Tagen: Mautgebühren + 10 €.
Zahlung innerhalb von 2 Monaten: Mautgebühren + 90 €.
Nach zwei Monaten gezahlt: Mautgebühren + Geldbuße von 375 €.
Ab sechs unbezahlten Bußgeldern in einem Zeitraum von 12 Monaten wird der Verstoß zu einem Gewohnheitsdelikt. Der Zuwiderhandelnde muss dann mit einer Geldstrafe von 7.500 € rechnen.
Mautboxen
Wer vor der Reise sich die Mautbox liber-t besorgt, kann schon entspannt bei Tempo 30 durch die péages, die Mautstellen auf den französischen Autobahnen, fahren. Angeboten wird die elektronische Mautbox liber-t seit 2020 auch erstmals von einem deutschen Anbieter. Maut1.de aus dem bayerischen Rosenheim liefert die e-Maut-Box gleich für vier Länder: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal.
Dort erhältlich ist auch seit Juni 2021 eine Mautbox, welche speziell für Wohnmobile über 3,5 Tonnen und über 3 Meter Höhe geeignet ist. Die neue Mautbox kann in Österreich, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal genutzt werden. Ausführliche Infos dazu findet ihr hier im Blog.
Mautfreie Autobahnen
Nicht alle Autobahnen sind mautpflichtig in Frankreich. Kostenlos könnt ihr Stadtumfahrungen nutzen. Auch über Land gibt es mautfreie Strecken. So verzichtet u.a. die Bretagne in der gesamten Region auf diese Einnahmen. Ebenfalls mautfrei ist – bis auf das Viadukt von Millau – die A75 von Béziers nach Clermont-Ferrand. Hinzu kommen diese Autobahnen:
- A35 (Elsass, ab deutscher Grenze bis Mulhouse und weiter nach Basel)
- A36 Mandeure – Bessoncourt
- A31 (von der luxemburgischen Grenze bis Nancy)
- A28 (Abbéville – Rouen)
- A84 (Caen – Rennes)
- A20 (Vierzon – Brive-la-Gaillarde)
- A63 bzw. A660 (Bordeaux – Arcachon)
- A68 (Garidech – Albi)
- E70 (Lyon – Saint-Etienne)
- A34 (Sedan – Reims)
- A10-A25-A23 (Calais – Valenciennes)
- A77 (Saint-Père – Sermoise-sur-Loire)
Raststätten
Nördlich von Paris, wo die französische Autobahn A1 rund 120 Kilometer nördlich von Paris die A 29 nach Amiens und Saint-Quentin kreuzt, liegt die Aire d’Assevillers – Europas größter und meistfrequentierter Autobahn-Rastplatz. Die Anlage ist zugleich die modernste und vorbildlichste, die ich kenne. 2,5 Millionen Reisende rasten jedes Jahr im damals ersten village commercial der sanef-Gruppe.
Bereits 2007 war es angelegt worden, nur fünf Kilometer entfernt vom TGV-Bahnhof. Fast zehn Millionen Euro investierte damals die sanef in ihr Pilotprojekt. Den Entwurf lieferten ALFA Architects aus Paris. Alain Farel hatte das Büro 1997 gegründet.

Doch besonders freut, dass selbst beim Ansturm der Hauptsaison die WCs sauber waren, die Duschen gepflegt, und das Serviceteam des Autobahnbetreibers sanef ganz entspannt und freundlich war. Völlig selbstverständlich ist es für sanef, im gesamten Einkaufskomplex kostenloses WiFi, Internet-Terminals sowie aktuelle Verkehrs- und Wetterdaten an diversen Infostationen anzubieten.
Die Sanef betreibt mit sechs Autobahnen im Nordosten Frankreichs mit einer Gesamtlänge von 1.743 km das drittlängste Autobahnnetz in Frankreich hinter Vinci Autoroutes und Autoroutes Paris-Rhin-Rhône (APRR).


Service-Radios
Zum Service für Autofahrer gehört auch ein eigener Radiosender. Auf Radio sanef 107,7 wird rund um die Uhr über das Wetter, den Verkehr, die Region und die aktuellen Nachrichten berichtet – ein Service für alle, die im Netz der Gruppe unterwegs sind.
Hinter dem Radiosender Sanef 107.7 stand viele Jahre der staatliche Rundfunk Radio France. Heute wird er von Mediameeting betrieben und ist damit eine private Radiostation.
Alle anderen Autobahnradiosender bieten private französische Autobahnbetreiber an, darunter Radio Vinci Autoroutes und Autoroute Info.
Autozug & Co.
Euch ist die Anreise zu lang? Dann lasst euch fahren! Norddeutsche können entspannt die nervigen Staus und Baustellen entlang der Autobahnen gen Süden mit dem Autozug nach Lörrach umgehen. Denn ja, er verkehrt noch! Betrieben wird er nicht mehr von der Deutschen Bahn, sondern von Mai bis Oktober von der BahnTouristikExpress (BTE). Hier erfahrt ihr mehr.
In Frankreich gab es bis Ende 2019 den autotrain der SNCF. 2020 heißt das Hiflow als „Autozug“ der SNCF. Der Name täuscht: Nicht Züge, sondern Autotransporter auf der Straße oder Chauffeure von HiFlow bringen euer Fahrzeug zum Zielort.
Umweltplakette Crit’Air
Seitdem die französische Umweltplakette eingeführt wurde, erhalte ich auf meinen ausführlichen Blogartikel dazu täglich Mails mit der Frage: Geht es nicht auch ohne? Wie hoch ist das Risiko, erwischt zu werden?
Die Plakette kostet 4,21 Euro inklusive Porto innerhalb der EU. Wollt ihr da die hohe Geldstrafe und, wie in Paris, das sofortige Abschleppen riskieren?
Jedes Jahr kommen weitere Regionen und Städte dazu, die die Plakette fordern. Ich würde das Risiko nicht eingehen, sondern das Wapperl online bestellen, an die Windschutzscheibe kleben und sicher unterwegs sein.
Tanken in Frankreich
Seit 12. Oktober 2018 findet ihr in Frankreich die EU-weit geltende Kennzeichnung für Kraftstoffe.
Benzinartige Kraftstoffe: E5, E10, – hier markiert das E die Biokomponente E im Ottokraftstoff; SP95 wurde weitgehend durch E5 ersetzt, SP98 durch E5 mit höherer Oktanzahl (z. B. Excellium E5), während E10 als umweltfreundlichere Alternative angeboten wird.
Dieselartige Kraftstoffe: Quadrat B7, B10, XTL, usw. („B“ steht für spezifische Biodieselkomponenten im Diesel, XTL steht für synthetischen Dieselkraftstoff und zeigt an, dass dieser nicht auf Rohöl basiert).
gasförmige Kraftstoffe (z. B. CNG, LNG, LPG und Wasserstoff): Raute
Die EU hat sich verpflichtet, bis 2030 einen Anteil von mindestens 42,5 % erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch zu erreichen. Es gibt zudem eine optionale Erhöhung auf 45 % als zusätzliche Zielvorgabe.
Frankreich hat sein Ziel für erneuerbare Energien im Nationalen Energie- und Klimaplan ( NECP ) auf 41,3 % des Bruttoendenergieverbrauchs bis 2030 festgelegt. Dies ist niedriger als die von der EU empfohlenen 44 %, die Frankreich zur Erfüllung des EU-Gesamtziels beitragen soll.
Achtung
In Frankreich darf ein Reservekanister nur mit 10 Litern befüllt sein – in Deutschland sind 20 Liter erlaubt.
Mit e-Auto in Frankreich
Wo ihr Elektrofahrzeuge aufladen könnt, verrät dieses offizielle Karte: www.data.gouv.fr/fr/reuses/carte-des-bornes-de-recharge-de-voiture-electrique.

Frankreich baut seit einigen Jahren die E-Mobiltät massiv aus. Unternehmen wie Fastned, Allego, IONITY und Total haben inzwischen mehr als 60.000 Schnellladestationen errichtet. Bis 2032 soll diese Zahl verdoppelt werden.
Apps wie ABRP (A Better Routeplanner), Chargemap oder EnBW mobility+ verraten euch, wo ihr die Batterie aufladen könnt – und wie lange dies dauert. An Schnellladestationen – 80 Prozent der Säulen in Frankreich – dauert es nur 30 Minuten.
Ladekarten und Stationen
Bezahlen könnt ihr in Frankreich über gängige Ladekarten. Die Ladestationen in Frankreich findet ihr nicht nur entlang der Straßen, sondern auch auf Parkplätzen, in Parkhäusern und immer öfter auch direkt an den Unterkünften.
Gängige Ladekarten
- Freshmile: www.freshmile.com
- Fulli: www.fulli.com
- NewMotion (Shell Recharge): www.shell.de
- Plugsurfing: https://plugsurfing.com
- Ionity: https://ionity.eu
- eborn (besonders präsent vom Allier bis Var): www.eborn.fr
- Révéo (Occitanie): https://reveocharge.com
- Mobive (Nouvelle-Aquitaine): https://mobive.fr
- Chargemap Pass: https://chargemap.com/pass
- Charge+TotalEnergies: https://chargeplus.totalenergies.com
- Alizé by CNR: (Rhône-Tal und Südfrankreich): https://alizecharge.com
- Ladenetzwerke von Supermärkten (z. B. Carrefour, Lidl)

Mit dem Auto in der Stadt
Frankreich verdrängt seit Jahren den Verkehr radikal aus seinen Städten. Große Straßen und Plätze werden rückgebaut, Wohngebiete für Autos gesperrt, Einbahnstraßen eingerichet und Innenstädte in Tempo-30-Zonen verwandelt. Das hebt die Lebens- und die Umweltqualität, macht aber das Autofahren nicht selten zum Horrortripp.
Daher: Stellt euer Gefährt am Rand der Innenstädte ab – besonders dort, wo es wie in Avignon kostenlose navettes gibt, Shuttlebusse ins Zentrum. In Toulouse tourt ein kleiner E-Bus in der Innenstadt kostenlos auf großer Runde durchs Zentrum. In 39 französischen Kommunen ist inzwischen der gesamte Nahverkehr kostenlos – auch in großen Städten wie Montpellier.
Parken in Frankreich
Parken in Frankreich ist anders. Wo geparkt werden kann, regeln Farben am Straßenrand und Schilder, die mitunter rätselhaft sind.
Immer mehr Straßen und Plätze im Innenstadtbereich der Großstädte sind bereits autofrei. Im Gegenzug wurden am Stadtrand bzw. Innenstadtrand Park + Relais-Plätze (P + R) angelegt. Meist pendeln von dort kostenlose navettes (Shuttlebusse) ins Zentrum.
Beim Parken gilt: Je größer die Stadt, desto geringer ist die Chance auf kostenlose Stellplätze fürs Fahrzeug. Montag bis Sonnabend ist fast allerorten das Parken kostenpflichtig; sonntags hingegen den ganzen Tag meist frei. Touristische Hotspots wie Collioure verlangen das ganze Jahr hindurch von frühmorgens bis spätabends ein Parkticket. Frankreich bewertet dabei das Falschparken in vier Klassen.
Zur Verkehrswende in Frankreich gehört u.a. das Verdrängen von Fahrzeugen aus den Innenstädten. Paris hat ein Zeichen gesetzt und per Volksabstimmung sich für verdreifachte Parkgebühren für SUvs und andere große Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 1,6 Tonnen eingesetzt. Für E-Autos gilt die 2-Tonnen-Grenze. Sie betragen ab 1. September 2024 für eine Stunde 18 Euro, für sechs Stunden 225 Euro.
Parkzonenwechsel zur Monatsmitte

Achtung beim Parken in Straßen mit Seitenwechsel zum Monatsersten sowie in der Monatsmitte. Meist nur an den Ortseingängen – und nicht in den jeweiligen Straßen! – weisen Schilder mit Ziffern, die die Daten festlegen, dort darauf hin!
Digitale Parkzeitkontrolle

Immer stärker setzt sich die elektronische Parküberwachung durch. Sensoren und elektronische Nummernschilderfassung überprüfen, ob die bezahlte bzw. limitierte freie Parkzeit eingehalten wurden. In Troyes beispielsweise könnt ihr an ausgewiesenen Standorten zehn Minuten lang kostenlos parken. Nach den zehn Freiminuten springt das grüne Signal auf rot um.
Motorräder, Dreiräder und Mopeds dürfen seit 22. Mai 2020 fünf Meter vor Fußgängerüberwegen außerhalb der dafür markierten Bereiche nicht parken.

Die Parkstreifen-Farben
Gelb, rot, blau und weiß, so sind die Stellplätze am Straßenrand markiert. Was bedeuten diese Farben am Fahrbahnrand bzw. Bordstein?
- Durchgezogene gelbe Linien: absolutes Halte- und Parkverbot
- Gestrichelte gelbe Linie: Parkverbot
- Blaue Linie: kostenlos, zeitlich begrenztes Parken mit Parkscheibe möglich.
- Weiße Linie: Halten und Parken ist gestattet.
Zum Parken halb auf den Bürgersteig zu fahren, ist in Frankreich verboten. Mitunter ist das Parken am Straßenrand auch abhängig vom Datum und der Straßenseite. So gibt es nicht wenige Orte, wo ihr vom 1. bis 15. eines Monats auf der Straßenseite mit ungeraden Hausnummern parken dürft, vom 16. bis 31. dann auf der gegenüberliegenden Seite mit geraden Hausnummern.

Besondere Straßenschilder
Auch Frankreich liebt den Schilderwald. Und hat darin einige Schilder versteckt, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Am Col du Pradel (Aude) entdeckte ich den Hinweis auf einen passage canadien.
Le cercle bleu
Beim Autofahren im Béarn sah ich erstmals die Straßenschilder des Cercle Bleu. Der von Georges Christini gegründete Verein Cercle Bleu wurde 1991 im Parlament von Navarra in Pau mit der Unterstützung von Christiaan Barnard anerkannt. Sie signalisieren nicht, wie vielfach behauptet, die Pflicht zur Parkscheibe, sondern stehen für den Respekt jedes Einzeln, sich für oder gegen eine Organentnahme zu positionieren und ihre Entscheidung dokumentieren zu lassen.
Um sicherzustellen, dass die Wahl jedes Einzelnen respektiert wird, erhaltet ihr bei der Registrierung einen Aufkleber, der am Fahrzeug angebracht wird. In Frankreichs sind die Notfallärzte und Sanitäter verpflichtet, im Falle eines tödlichen Verkehrsunfalls die Familie zu befragen, ob die Person eine Organentnahme befürwortet oder nicht.
Diese Untersuchung kostet wertvolle Zeit kostet und beeinträchtigt den Erhalt der Organe. Die Kommune, die ein solches Schild am Straßenrand aufstellt, garantiert damit, dass die eigene persönliche Entscheidung respektiert wird.
• www.cerclebleu.eu
Le passage canadien
Das Prinzip der kanadischen Passage nutzt die Angst der Tiere vor Leere als Barriere. Sie laufen nicht über das Gitter aus parallel gelegten Bodenstangen. Fahrzeuge indes können passieren, ohne eine Tür oder einen elektrischen Draht öffnen zu müssen.
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