Viadukt von Millau: die Wow-Brücke

Wer auf der mautfreien A75 zwischen Clermond-Ferrand und Montpellier durch das Landesinnere fährt, begegnet unterwegs einer Brücke der Superlative: dem Viadukt von Millau. Die längste (2,4 km) und höchste Hängebrücke der Welt schwebt auf sieben Pylonen leicht und filigran im Wolkenmeer über dem Tarntal.

Erbaut wurde die gewaltige Konstruktion aus 36.000 Tonnen Stahl und 85.000 Kubikmeter Beton. In 270 m Höhe verläuft die Fahrbahn.  Der höchste Pfeiler misst sogar 343 m!

Für die spektakuläre Brücken-Passage wird eine Maut erhoben, die zur Ferienzeiten angehoben wird. Bei der Télépéage können nicht nur Pkw, sondern auch Womos in langsamer Fahrt ohne Stopp die Mautstelle passieren.

Wahrzeichen von Norman Foster

Ihr Architekt war Lord Norman Foster, Bauträger die von Gustave Eiffel gegründete Firma Eiffage, die die Baukosten von 400 Millionen Euro übernahm – und im Gegenzug für 75 Jahre die Mautkonzession erhielt.10,80 Euro betrug im Sommer 2018 der Brückenzoll – außerhalb der Saison ist die Maut günstiger! Im Dezember 2004 wurde die neue Brücke eingeweiht. Seitdem ist sie ein Besuchermagnet und Wahrzeichen des Aveyron.

Das Viadukt von Millau erleben

Das eindrucksvolle Bauwerk könnt ihr auf vielen Wegen entdecken: bei einer Bootsfahrt zum Felsendorf Peyrre und zum höchsten Brückenpfeiler P2 mit Les Bateliers du Viaduc, in der Brückenausstellung in der Halle Millau Viaduc (Place de la Capelle), beim Hubschrauberflug, im Cabrio-Bus oder bei einem ULM-Flug. Oder meldet euch an für den 23,7 Kilometer langen Brückenlauf La Course d’Eiffage du Viaduc Mitte Mai.

Technische Führungen beginnen bei Viaduc Expo, das seit 2018 sich völlig neu präsentiert: als interaktives Museum, das Welt des Viadukts auf 220 m Quadratmetern mittels Technologie und Bildern präsentiert. Den Facelift der Museumsgestaltung ergänzt eine neue Führung. Sie lädt ein, auf dem „Sentier des Explorateurs“, dem Pfad der Forscher,, das Bauwerk aus nächster Nähe erkunden.

Der Weg führt entlang eines alten Baustellenwegs, der jetzt von lebensgroßen Modellen gesäumt ist. Dort erfahrt ihr auch alles über die Funktionsweise des „Translateurs“, eine technologische Erfindung der Eiffage Group. Der Weg endet an einem neuen Aussichtspunkt. Das Panorama von atemberaubend, direkt unterhalb des Viadukts.

Die Handschuh-Hauptstadt: Millau

Tief im Tal liegt Millau, Frankreichs Hauptstadt für Handschuhe, wo im frühen 20. Jahrhundert rund 150 Gantiers etwa fünf Millionen Paar herstellten. Heute haben nur wenige glanzvolle Namen von einst überlebt: Olivier Fabre, Lieferant für Hermès und Dior, und das 1892 gegründete Maison Causse.

Letzteres versorgt Hermès, Chanel, Louis Vuitton, Givenchy, Longchamp und Christian Lacroix jährlich mit 25.000 Paar Handschuhen – handgenäht au Nubuk, Python, Krokodil, Pekari und dem Lammleder der heimischen Lacaune-Schafe. Auf die Modelle des Maison Causse schwört nicht nur Madonna, sondern zu Lebzeiten auch Karl Lagerfeld. 2006 bestellte er gleich 200 Modelle seiner fingerkuppenfreien Handgeschirre namens „Mitaines“ – nur für den persönlichen Gebrauch.

Mein Bett in Millau

Und jetzt sucht ihr noch eine nette Bleibe? Am Ortsausgang von Millau Richtung Viadukt bietet das Château de Creissel zwölf nostalgische Zimmer im Schloss (17. Jh.), 18 moderne im Anbau sowie leckere regionale Speisen im Gewölbekeller.
• Route de St-Affrique, F – 12100 Creissels, Tel. 05 65 60 16 59, www.chateau-de-creissels.com

© Fotos: Hilke Maunder

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