In den Schluchten der Gorges du Tarn

Gorges du Tarn. Foto: Hilke Maunder
Steiler Kalk, klammerndes Grün: die Gorges du Tarn. Foto: Hilke Maunder

Die Tarn-Schlucht nordöstlich von Millau gehört zu den schönsten Flusslandschaften Frankreichs. Bis zu 500 Meter tief hat sich der Tarn auf 80 km Länge in die Karstebenen der Causses hinein gegraben.

Der 380 km lange Fluss entspringt am Mont Lozère, durchfließt Millau, Albi und Montauban und mündet bei Moissac in die Garonne.

Die Gorges du Tarn bei Millau. Foto: Hilke Maunder

Mit zig Kurven und Kehren windet sich die D 907 bis am rechten Flussufer durch die Tarnschlucht. Ihren Eingang bewacht seit dem 12. Jahrhundert das Château de Peyrelade, dessen Mauerwerk mit dem Fels verschmolzen zu sein scheint. Über Sainte-Énimie erhebt sich die Ruine der Felsenburg Castelbouc. Das mittelalterliche Örtchen gehört zu den schönsten Dörfer Frankreichs.

Die Käsereise Cave de Peyrelade stellt den Blauschimmelkäse „Bleu des Causses“ her. Foto: Hilke Maunder

Bei Les Vignes klettert die D 995 zum Point Sublime am Rand des Causse de Sauveterre hinauf. Von dort eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die Tarnschlucht und den weiten Talkessel Cirque des Baumes mit seinen farbigen Felswänden.

Bei der Felsenge Les détroits zwängt sich der Flusse zwischen steilen Felshängen hindurch. Wind und Wetter haben Höhlen und Grotten in den Fels gegraben. Weitere schöne Aussichten bieten sich vom Roc des Hourtous und Roc de Serre.

Herbst in den Gorges du Tarn Foto: Hilke Maunder

Mehr als 40 Quellen und Wasserfälle säumen die Corniche durch die Schlucht. Wie das Mineralwasser von Quézac in die Flasche kommt, lässt sich nach Voranmeldung auf Führungen erleben (SMEMQI, Maison des préfettes, Ispagnac, Tel. 04 66 45 47 15, www.eaudequezac.com).

Wunderschön: Sämtliche Orte zwischen Le Rozier und Quézac werden im Juli und August allabendlich angestrahlt.

Die starke Sonne löst die Morgennebel rasch auf. Foto: Hilke Maunder

Das Musée L’Amellio im winzigen Dörfchen Montbrun, in dem nur noch rund 70 Menschenleben, betreiben Freiwillige. Wer die Sammlung zur Geologie und Lokalgeschichte ansehen möchte, muss sich vorab anmelden (Mai – Okt, mobil 06 17 02 93 75).

An das Landleben im 18./19. Jahrhundert erinnert die Ferme Caussenarde d’Autrefois (Hyelzas, Hures-La Parade, Tel. 04 66 45 65 25, www.ferme-caussenarde.com).

Überall ragen die Wände der Schlucht hinter den Orten steil auf. Foto: Hilke Maunder

In der Maison des Vautours dreht sich alles um die Gänsegeier, die 1920 ausgestorben waren – und 1981 erfolgreich wieder angesiedelt wurden. Rund 250 Geier leben heute in den Schluchten von Jonte und Tarn (Saint-Pierre-des-Tripiers, Tel. 05 65 62 69 69,  Apr. – Okt.).

Rivière-sur-Tarn. Foto: Hilke Maunder

Gorges du Tarn: meine Reisetipps

Aktiv

Tarn-Törn

In La Malène lädt die letzte französische Flussschiffer-Genossenschaft Confrérie de Bateliers zur Barkenfahrt auf dem Tarn (Les Bateliers de la Malène, La Malène, Tel. 04 66 48 51 10, https://lamalene.fr/les-bateliers, Apr. – Okt.)

Klettern

Die Gorges du Tarn gehören zu den beliebtesten Klettergebieten in Südfrankreich. Besonders rund um Saint-Georges-de-Lévéjac findet ihr viele schöne Kletterrouten.

Wandern

Gleich drei Weitwanderrouten führen durch die Gorges du Tarn. Ihr könnt die Grande Randonnées 6, 44 und 60 auch auf Teiletappen erlaufen oder Tagestouren machen entlang des rot-weiß markierten Wanderweges. Lokale Routen sind gelb gekennzeichnet.

Wassersport

Kanu, Kajak, Rafting: On actionreich oder familienfreundlich, der Tarn ist ein Eldorado fürWassersportler. Zentren sind La Malène und Sainte-Énimie.

Morgenstimmung im chambre d’hôte. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen & schlafen

Manoir de Montesquiou*

Willkommen im 15. Jahrhundert: So begrüßen Evelyne und Bernard Guillenet ihre Gäste im Manoir de Montesquiou – geschlafen wird im Ritterzimmer oder Schlafsaal der Comtesse.
• 48210 La Malène, Tel. 04 66 48 51 12, www.manoir-montesquiou.com

Auberge du Moulin*

Grundsolide und sauber ist dieser Landgasthof. Seine vorzügliche Küche mundet besonders gut auf der Terrasse mit Tarn-Blick.
• 48210 Sainte-Enimie, Tel. 04 66 48 53 08, Fax 04 66 48 58 16, www.aubergedumoulin48.com

Noch mehr Betten*
Booking.com

Naturstein prägt die alten Orte am Tarn. Foto: Hilke Maunder

Gefällt euch der Beitrag? Dann sagt merci mit einem virtuellen Trinkgeld. Denn Werbebanner oder sonstige Promotions sind für mich tabu. Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert. Unterstützt den Blog. Fünf Möglichkeiten gibt es.

Weiterreisen

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnisse für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

 * Durch den Kauf über den Referral Link kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

Eingegrünt: eine Werkstatt in einem Tarndörfchen unterwegs. Foto: Hilke Maunder
Und wieder lugt der helle Fels hinter den Häusern auf. Foto: Hilke Maunder
Das Viadukt von Millau. Foto: Hilke Maunder

 

Merci für's Teilen!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.